Leaves&Starshine
Neues Mitglied
Hallo liebe RO-Forumleser und -schreiber =)
Gerne wollte ich mich hier einmal im Forum vorstellen und mir hoffentlich einige meiner Sorgen und Fragen von der Seele schreiben. Achtung, das wird sehr detailreich...
Meine Geschichte begann mit einer
-Harnwegsinfektion am 30.10.diesen Jahres, noch am selben Tag mit Antibiotikum anbehandelt und glücklicherweise schnell abgeklungen.
- dann AB abgesetzt nach 4 Tagen weil sehr müde davon und wie gesagt auch schon gut symptomfrei
- am nächsten Tag nach einem harten Nachtdienst grippaler Infekt mit 3 Tage ausgeprägtem Krankheitsgefühl und Husten, covid-Test Tag 1 und Tag 3 negativ
-am Tag 3 Rezidiv der Harnwegsinfektion, wieder blutig, wieder zum Arzt - Probe für Bakterienkultur entnommen und gleich neues Antibiotikum bekommen (nach 5 Tagen war das Probenergebnis da und der E. coli sollte auf sowohl das erste und das zweite Antibiotikum ansprechen), das ich dann 7 Tage brav eingenommen habe
- Tag 7 der AB-Kur - leichte Schmerzen im rechten Knie
- nächster Tag geschwollenes Knie, wie immer brav arbeiten gegangen
- am nächsten Morgen so schwere Knieschmerzen, dass ich kaum vom Bett ins Badezimmer kam und einen Hocker als Gehstuhl benutzen musste, konnte mein rechtes Knie nur bis zu etwa 100 Grad beugen - Akuttermin beim Arzt, CRP<10, Blutsenkung 15.. Überweisung in die Notaufnahme im Krankenhaus wo ich dann glaube ich bei einem Orthopäden war? - ohne Diagnose mit Voltaren nach Hause geschickt mit dem Bescheid das Knie hochzulagern und nach 1-2 Wochen mit dem Hausarzt Kontakt aufzunehmen falls keine Besserung eintritt
Durfte dann am nächsten Tag glücklicherweise bei einer Freundin einziehen, die Krankenschwester ist mit einem Mann, der Hausarzt ist. Zu der Geschichte gehört auch noch, dass ich alleine lebe und zwei Hunde habe, mit denen ich normalerweise viel draussen unterwegs bin. Da war es wirklich ein Geschenk des Himmels so gute Unterstützung mit den Vierbeinern zu haben und sich um die Mahlzeiten keine Gedanken machen zu müssen.
- Nach 3 Tagen schwoll dann das nächste Knie an trotz Voltarenbehandlung (Samstag).
- Am Montag hat mich dann der Mann meiner Freundin nochmal durchgecheckt, CRP <10, Senkung 59 und mich zum Rheumatologen überwiesen.
- Umfassende Anamnese beim Rheumatologen. Hatte im März/April diesen Jahres schon mal eine recht hartnäckige Uveitis und bin auf Bechterew untersucht worden - MR und Röntgen vom Iliosakralgelenk nicht hinweisend auf Bechterew. Bin aber HLA-B27 positiv und 2 meiner Tanten haben Bechterew diagnostiziert bekommen. Dann Gelenkpunktion und Entfernung von 45 ml Gelenkflüssigkeit aus dem rechten Knie und 15 ml aus dem linken Knie, dann Kortisoninjektion in beide. Weiter mit Voltaren bei Bedarf (von dem ich dann so wenig wie möglich genommen habe..). Verdacht auf Reaktive Arthritis.
- Nach 3 Tagen dann nicht mehr so müde und etwas sicherer auf den Beinen und das erste Mal 15 Minuten mit den geliebten Vierbeinern alleine Gassi, sagenhaft!
Nach insgesamt 8 Tagen in der Obhut meiner Freundin wieder nach Hause und abends dann ziemlich ausgeprägte Rückenschmerzen, einseitig, im Bereich der untersten Rippen.
- Am nächsten Tag weiter mit plötzlichen Schmerzen im linken Kiefergelenk mit starken Kaubeschwerden. (Wieder ein Samstag...) Jetzt brav Voltaren 3 mal täglich.
- Am Montag zum eigenen Hausarzt, der sich die Vorgeschichte noch nicht angesehen hatte als ich wegen der Kiefergelenksschmerzen kam. Er meinte weiter mit Voltaren oder/und zum Zahnarzt.
- Dienstag Zahnarzt - Verdacht auf Arthritis im Kiefergelenk; habe Physiotherapieübungen für den Kiefer bekommen und die Aussicht auf eine Aufbissschiene für die Nacht. Wegen der Vorgeschichte hat mich die Zahnärztin dankenswerterweise noch mal zum Rheumatologen überwiesen.
-Mittwoch auf eigene Initiative mit Physiotherapie begonnen.
-Donnerstag: 1. Versuch halbtags arbeiten zu gehen, danach völlig erledigt und den ganzen Tag im Bett verbracht abgesehen von einer halben Stunde draussen mit den Hunden auf recht gut funktionierenden Beinen.
- Freitag: halber Tag auf Arbeit, immer noch sehr erschöpft danach, aber etwas besser als am Vortag. Voltaren 3 mal täglich. Abends Schmerzen im rechten Handgelenk.
- Wochenende relativ gut.. habe alles mit Ruhe angehen lassen. Die ganze Woche Nahrungsaufnahme schwierig, Schmerzen beim Kauen, dazu auch Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.
Neue Woche.
- Montag wieder Termin beim Rheumatologen. Gelenkerguss Grad 1 in beiden Knien und im Handgelenk (per Ultraschall festgestellt). Kiefer nicht so leicht darstellbar. ANA negativ. Keine Krankheitserreger aus der Harnprobe nachgewiesen, keine Borrelien in der Gelenkflüssgikeit (PCR). Fraglich positiv für Borrelia-IgMAntikörper, negativ für Borrelia-IgG, der wohl Langzeitinfektionen andeutet. Möglicherweise neue Verdachtsdiagnose Seronegative rheumatoide Arthritis oder Bechterew. Plan: neues MR vom Rücken und eins vom Kiefergelenk.
Dann wurde mir gleich MTX vorgeschlagen und ich habe erstmal einen Schreck bekommen, dass man gleich mit "so harten" Medikamenten zu Werke wollte.. Habe dann statt dessen erst mal nach einem schonenderen NSAR gefragt, da ich ja schon ca 3 Wochen Voltaren hatte. Habe dann Naproxen mit Esomeprazol bekommen. Neuer Kontrolltermin ist in 3 Monaten angesetzt.
- Dienstag nochmal zum Zahnarzt in der Hoffnung, dass eine Aufbissschiene vielleicht doch Linderung bringen könnte. Die Zahnärztin meinte dann, dass man bei so stark reduzierter Öffnungsfähigkeit des Mundes nur sehr schwer einen Abdruck machen könne, aber sie war sehr verständnisvoll und hat sich sehr Gedanken gemacht und mir dann gleich einen Termin beim Kieferchirurgen besorgt.
-Mittwoch manuelle Therapie um nochmal etwas für den Rücken und die übrige Muskulatur zu tun.
-Donnerstag Gelenkspülung am Kiefergelenk in der Hoffnung die Entzündung durch Entfernung der entzündeten Gelenkflüssigkeit Mkschneller zum Abklingen zu bringen. Die erste Nacht sehr schmerzhaft, dann allmählich besser. Kauen etwas besser...
- Freitag/Samstag - im Laufe der Woche (seit Start Naproxen) gefühlt schlechtere Funktion der Knie, insbesondere links wieder vermehrt nächtlicher Schmerz, früh sehr steif, aber laufe mich dann etwas ein... Verwende insbesondere auf Arbeit und wenn ich mit den Hunden draussen bin Kniestützbandagen um mich sicherer zu fühlen. Weiter recht schlechter Appetit.
Vielen Dank an alle, die bis hierher gelesen haben...
Ich wende mich an Euch, weil ich mir so unsicher bin "ob alles so läuft wie es soll"... ob es im Verlauf der von mir erhofften reaktiven Arthritis (von der ich vielleicht trotz HLA-B27 keine chronische Erkrankung davontrage) solche Aufs und Abs gibt. Ob man das mit NSAR im Griff behalten kann? Ob es sich lohnt noch andere NSAR wie zB COX-2-Hemmer auszuprobieren, die ja wohl auch etwas schonender für den Körper sein sollen? Dass gleich mit MTX begonnen werden sollte, hat mich wie gesagt etwas schockiert.
Deswegen bin ich jetzt ziemlich verschreckt und verunsichert (und habe sicher viel zu viele der Nebenwirkungslisten der Medikamente gelesen), wie es weiter gehen soll.
Bisher in meinem 36jährigen Leben war ich recht gesund, habe kaum jemals ein Ibuprofen eingenommen. Lebe schon seit ca 18 Jahren fleischlos, hauptsächlich Ovo-Lacto-Vegetarier, gelegentlich esse ich mal Fisch. Seit meiner Jugend mache ich auch fast täglich Yoga (was jetzt gerade sehr schwierig ist...) und bewege mich viel draussen. Die Aussicht auf eine lebenslange chronische Erkrankung und die plötzlichen Einschränkungen im täglichen Leben sind sehr verstörend...
Gerne wollte ich mich hier einmal im Forum vorstellen und mir hoffentlich einige meiner Sorgen und Fragen von der Seele schreiben. Achtung, das wird sehr detailreich...
Meine Geschichte begann mit einer
-Harnwegsinfektion am 30.10.diesen Jahres, noch am selben Tag mit Antibiotikum anbehandelt und glücklicherweise schnell abgeklungen.
- dann AB abgesetzt nach 4 Tagen weil sehr müde davon und wie gesagt auch schon gut symptomfrei
- am nächsten Tag nach einem harten Nachtdienst grippaler Infekt mit 3 Tage ausgeprägtem Krankheitsgefühl und Husten, covid-Test Tag 1 und Tag 3 negativ
-am Tag 3 Rezidiv der Harnwegsinfektion, wieder blutig, wieder zum Arzt - Probe für Bakterienkultur entnommen und gleich neues Antibiotikum bekommen (nach 5 Tagen war das Probenergebnis da und der E. coli sollte auf sowohl das erste und das zweite Antibiotikum ansprechen), das ich dann 7 Tage brav eingenommen habe
- Tag 7 der AB-Kur - leichte Schmerzen im rechten Knie
- nächster Tag geschwollenes Knie, wie immer brav arbeiten gegangen
- am nächsten Morgen so schwere Knieschmerzen, dass ich kaum vom Bett ins Badezimmer kam und einen Hocker als Gehstuhl benutzen musste, konnte mein rechtes Knie nur bis zu etwa 100 Grad beugen - Akuttermin beim Arzt, CRP<10, Blutsenkung 15.. Überweisung in die Notaufnahme im Krankenhaus wo ich dann glaube ich bei einem Orthopäden war? - ohne Diagnose mit Voltaren nach Hause geschickt mit dem Bescheid das Knie hochzulagern und nach 1-2 Wochen mit dem Hausarzt Kontakt aufzunehmen falls keine Besserung eintritt
Durfte dann am nächsten Tag glücklicherweise bei einer Freundin einziehen, die Krankenschwester ist mit einem Mann, der Hausarzt ist. Zu der Geschichte gehört auch noch, dass ich alleine lebe und zwei Hunde habe, mit denen ich normalerweise viel draussen unterwegs bin. Da war es wirklich ein Geschenk des Himmels so gute Unterstützung mit den Vierbeinern zu haben und sich um die Mahlzeiten keine Gedanken machen zu müssen.
- Nach 3 Tagen schwoll dann das nächste Knie an trotz Voltarenbehandlung (Samstag).
- Am Montag hat mich dann der Mann meiner Freundin nochmal durchgecheckt, CRP <10, Senkung 59 und mich zum Rheumatologen überwiesen.
- Umfassende Anamnese beim Rheumatologen. Hatte im März/April diesen Jahres schon mal eine recht hartnäckige Uveitis und bin auf Bechterew untersucht worden - MR und Röntgen vom Iliosakralgelenk nicht hinweisend auf Bechterew. Bin aber HLA-B27 positiv und 2 meiner Tanten haben Bechterew diagnostiziert bekommen. Dann Gelenkpunktion und Entfernung von 45 ml Gelenkflüssigkeit aus dem rechten Knie und 15 ml aus dem linken Knie, dann Kortisoninjektion in beide. Weiter mit Voltaren bei Bedarf (von dem ich dann so wenig wie möglich genommen habe..). Verdacht auf Reaktive Arthritis.
- Nach 3 Tagen dann nicht mehr so müde und etwas sicherer auf den Beinen und das erste Mal 15 Minuten mit den geliebten Vierbeinern alleine Gassi, sagenhaft!
Nach insgesamt 8 Tagen in der Obhut meiner Freundin wieder nach Hause und abends dann ziemlich ausgeprägte Rückenschmerzen, einseitig, im Bereich der untersten Rippen.
- Am nächsten Tag weiter mit plötzlichen Schmerzen im linken Kiefergelenk mit starken Kaubeschwerden. (Wieder ein Samstag...) Jetzt brav Voltaren 3 mal täglich.
- Am Montag zum eigenen Hausarzt, der sich die Vorgeschichte noch nicht angesehen hatte als ich wegen der Kiefergelenksschmerzen kam. Er meinte weiter mit Voltaren oder/und zum Zahnarzt.
- Dienstag Zahnarzt - Verdacht auf Arthritis im Kiefergelenk; habe Physiotherapieübungen für den Kiefer bekommen und die Aussicht auf eine Aufbissschiene für die Nacht. Wegen der Vorgeschichte hat mich die Zahnärztin dankenswerterweise noch mal zum Rheumatologen überwiesen.
-Mittwoch auf eigene Initiative mit Physiotherapie begonnen.
-Donnerstag: 1. Versuch halbtags arbeiten zu gehen, danach völlig erledigt und den ganzen Tag im Bett verbracht abgesehen von einer halben Stunde draussen mit den Hunden auf recht gut funktionierenden Beinen.
- Freitag: halber Tag auf Arbeit, immer noch sehr erschöpft danach, aber etwas besser als am Vortag. Voltaren 3 mal täglich. Abends Schmerzen im rechten Handgelenk.
- Wochenende relativ gut.. habe alles mit Ruhe angehen lassen. Die ganze Woche Nahrungsaufnahme schwierig, Schmerzen beim Kauen, dazu auch Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.
Neue Woche.
- Montag wieder Termin beim Rheumatologen. Gelenkerguss Grad 1 in beiden Knien und im Handgelenk (per Ultraschall festgestellt). Kiefer nicht so leicht darstellbar. ANA negativ. Keine Krankheitserreger aus der Harnprobe nachgewiesen, keine Borrelien in der Gelenkflüssgikeit (PCR). Fraglich positiv für Borrelia-IgMAntikörper, negativ für Borrelia-IgG, der wohl Langzeitinfektionen andeutet. Möglicherweise neue Verdachtsdiagnose Seronegative rheumatoide Arthritis oder Bechterew. Plan: neues MR vom Rücken und eins vom Kiefergelenk.
Dann wurde mir gleich MTX vorgeschlagen und ich habe erstmal einen Schreck bekommen, dass man gleich mit "so harten" Medikamenten zu Werke wollte.. Habe dann statt dessen erst mal nach einem schonenderen NSAR gefragt, da ich ja schon ca 3 Wochen Voltaren hatte. Habe dann Naproxen mit Esomeprazol bekommen. Neuer Kontrolltermin ist in 3 Monaten angesetzt.
- Dienstag nochmal zum Zahnarzt in der Hoffnung, dass eine Aufbissschiene vielleicht doch Linderung bringen könnte. Die Zahnärztin meinte dann, dass man bei so stark reduzierter Öffnungsfähigkeit des Mundes nur sehr schwer einen Abdruck machen könne, aber sie war sehr verständnisvoll und hat sich sehr Gedanken gemacht und mir dann gleich einen Termin beim Kieferchirurgen besorgt.
-Mittwoch manuelle Therapie um nochmal etwas für den Rücken und die übrige Muskulatur zu tun.
-Donnerstag Gelenkspülung am Kiefergelenk in der Hoffnung die Entzündung durch Entfernung der entzündeten Gelenkflüssigkeit Mkschneller zum Abklingen zu bringen. Die erste Nacht sehr schmerzhaft, dann allmählich besser. Kauen etwas besser...
- Freitag/Samstag - im Laufe der Woche (seit Start Naproxen) gefühlt schlechtere Funktion der Knie, insbesondere links wieder vermehrt nächtlicher Schmerz, früh sehr steif, aber laufe mich dann etwas ein... Verwende insbesondere auf Arbeit und wenn ich mit den Hunden draussen bin Kniestützbandagen um mich sicherer zu fühlen. Weiter recht schlechter Appetit.
Vielen Dank an alle, die bis hierher gelesen haben...
Ich wende mich an Euch, weil ich mir so unsicher bin "ob alles so läuft wie es soll"... ob es im Verlauf der von mir erhofften reaktiven Arthritis (von der ich vielleicht trotz HLA-B27 keine chronische Erkrankung davontrage) solche Aufs und Abs gibt. Ob man das mit NSAR im Griff behalten kann? Ob es sich lohnt noch andere NSAR wie zB COX-2-Hemmer auszuprobieren, die ja wohl auch etwas schonender für den Körper sein sollen? Dass gleich mit MTX begonnen werden sollte, hat mich wie gesagt etwas schockiert.
Deswegen bin ich jetzt ziemlich verschreckt und verunsichert (und habe sicher viel zu viele der Nebenwirkungslisten der Medikamente gelesen), wie es weiter gehen soll.
Bisher in meinem 36jährigen Leben war ich recht gesund, habe kaum jemals ein Ibuprofen eingenommen. Lebe schon seit ca 18 Jahren fleischlos, hauptsächlich Ovo-Lacto-Vegetarier, gelegentlich esse ich mal Fisch. Seit meiner Jugend mache ich auch fast täglich Yoga (was jetzt gerade sehr schwierig ist...) und bewege mich viel draussen. Die Aussicht auf eine lebenslange chronische Erkrankung und die plötzlichen Einschränkungen im täglichen Leben sind sehr verstörend...
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