Liebe Cocoshya02,
ich will dir kurz auch eine Nachricht hierlassen, müsste eigentlich längst im Bett sein und bin in Reisevorbereitungen... daher nur mal so schnell aus dem Bauch raus.
Seit ca. 12 Jahren habe ich auch PSA (vermutlich schon viel länger...) und brauchte eine Weile bis ich eine stabile Situation erreicht habe.
Leider waren bei mir MTX und Cortison nicht so wirklich ausreichend - ich konnte zwar wieder arbeiten (aber nicht so intensiv körperlich wie du...) - aber Schmerzen begleiteten mich doch noch sehr stark.
Erst durch den Einsatz von Biologika (zunächst Enbrel, danach aber noch einige andere) wurde alles wieder deutlich besser.
Wenn ich vorher gewusst hätte, was diese Medikamente erreichen, hätte ich um deren früheren Einsatz bei mir gekämpft.
Denn: frühzeitig gegeben können sie auch den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen und bei dir klingt das ja so als hättest du die Beschwerden noch nicht so lange...
Was bei mir zu einer deutlichen Stabilisierung beiträgt ist 2x im Jahr Radontherapie in Bad Kreuznach (gibt es auch in Bad Gastein und als Bad-Anwendung in einigen bayrischen Orten).
Aber vielleicht erreichst du ja durch die Medikamente schon eine ausreichende Stabilität...
Jeder reagiert auf die Mittel sehr unterschiedlich - und es braucht schon so ca. 3-4 Monate bis man die ausreichende Wirkung spürt.
Ich würde dir trotzdem empfehlen, mal mit dem Rheumatologen die Möglichkeit einer frühzeitigen Biologika-Therapie zu besprechen - das sind natürlich auch keine "sanften Medikamente" - aber vielleicht bist du ja noch in der sensiblen ersten Krankheitsphase, in der man die PSA noch sehr gut beeinflussen kann.
Ich hab jetzt leider keine Zeit, genauere Quellen zu suchen - aber hier findest du schonmal etwas dazu -
https://www.universimed.com/ch/arti...ritis-schon-in-erster-linie-empfohlen-2163894
Da ich als Patientenvertreterin im Gemeinsamen Bundesausschuss für PSA tätig war (da werden Entscheidungen über Therapien etc. getroffen), hatte ich mich viel mit diesen Themen beschäftigt und dafür gekämpft, dass Patienten viel früher an die wirksameren Therapien kommen - mir wären dann einige Schäden erspart geblieben...
Aber es kann ja auch gut sein, dass bei dir MTX und Cortison super anschlägt - ich kenne mehrere Leute mit PSA, die langfristig sogar nur mit MTX auskommen.
Wie oben erwähnt - das ist bei jedem anders...
Als Fachfrau brauche ich dir ja nicht zu erklären, dass man gut auf seinen Körper hören muss...
Die PSA ist ja anders als die RA sehr inflammativ - will heißen: Bewegung ist gut, aber es kommt auch leicht zur Inflammation bei zu vielen Reizen. Ich brauchte lange, um das Maß an Bewegung herauszufinden, das mit gut tut, aber nicht immer wieder zu Sehnenentzündungen und Gelenkreizungen führt. Anders als bei Rheumatoider Arthritis oder Bechterew ist es da manchmal wichtiger, sanft durchzubewegen, als mit hoher Belastung zu trainieren... - aber das mag auch bei jedem anders sein...
Und du wirst sicher bald herausfinden, was bei dir hilft (Wärme oder Kälte, manuelle Therapie oder Osteopathie,...).
Erstmal wünsche ich dir, dass es bald schmerzmäßig viel besser wird.
Und falls das noch eine Weile dauert, zögere nicht, einen Schmerztherapeuten aufzusuchen - es ist so wichtig, gut auf Medikamente eingestellt zu sein, um das Leben weiter genießen zu können.
Das geht (jedenfalls für mich) super und viele Leute kommen fast ohne Schübe durchs Leben - vielleicht nicht ganz schmerzfrei - aber wer ist das ab einem gewissen Alter ;-)...
Ich drücke jedenfalls feste die Daumen, dass du das bald alles gut im Griff hast! Sehr wichtig bei Autoimmunerkrankungen ist eine psychische Balance - nicht ganz leicht, wenn man im Schub steckt - aber mir sagte mal ein Rheuma-Professor (ein ganz toller - Prof. Hammer in Sendenhorst), dass diese Balance und eine positive Lebenseinstellung eine große Rolle dabei spielt, wie man die Erkrankung erträgt und selber aktiv beeinflusst. Das hat mich erst etwas stutzig gemacht (damals war ich in einem schweren Schub mit Augenbeteiligung) - aber ich muss sagen, dass er Recht hatte.
Ich merke deutlich, dass die Erkrankung darauf reagiert, wie stressig oder belastend gerade bestimmte Lebensfaktoren sind - und vielleicht ist das eine Sache, die man durch die Erkrankung lernen soll... die eigenen Grenzen zu erkennen und auch zu verteidigen.
Falls du Lust und Zeit hast, kannst du gerne dazu mal hier weiterlesen...
https://forum.rheuma-online.de/threads/schmerztherapie-wege-aus-dem-schmerz.48990/
Gerade fällt mir auf, dass es fast 10 Jahre her ist, dass ich diesen Thread (s.o.) gegründet habe und wie viel schlechter ging es mir damals...
Also: Glaube fest daran, dass du dir dein Leben und vielleicht auch deinen geliebten Beruf zurückeroberst, denn das ist möglich! Liebe Grüße von anurju