Der Western-Star James Coburn erkrankte 1962 im Alter von 40 Jahren an RA, drehte trotz der Erkrankung noch zig Filme.
Vermutlich war der Krankheitsverlauf eher langsam. Aber von Film zu Film wurde er weniger in Bewegung gezeigt, auch seine Hände wurden kaum noch gefilmt, und wenn doch, so sah man deutlich, dass er Gicht oder Rheuma haben muss - und schwupps, da hat man vor lauter genau-mal-hingucken den Dialog überhört oder sonst was verpasst.
Behinderte kommen auf dem Bildschirm nicht so gut rüber, ganz klar, der Zuschauer ist abgelenkt, wenn irgendwas das Auge stört.
Ich gucke auch lieber George Clooney, alt+krank bin ich selber, das muss ich mir nicht noch am Bildschirm antun.
Selbst die unterklassigsten Talkshows der Privaten, die an Vor- und Nachmittagen gesendet werden, wo ich mich manchmal frage, wo um Gottes Willen die bloß die Leute herhaben - die Produktionsfirmen casten alles ausser alt und sichtbar krank, also behindert.
Rheuma-Vorbilder? Wozu? Wieso sollte es mich trösten, wenn jemand die gleichen Symptome hat wie ich und trotzdem ein Promi ist?
Mich hat schon genervt, als eine Zeitlang durch die Medien ging, dass Catarina Valente und Liza Minelli trotz Hüft-Teps Stepptanz auf der Bühne vollführten.
Muss nicht sein.
Ich bewundere die Malerin Frida Kahlo, die trotz Schmerz und Einschränkung großartige Bilder malte, jahrelang im Bett hat sie gelegen.
Oder Georgia O´Keefe, die fantastische Bilder malte, und als sie erblindete, stieg sie um und lernte Töpfern und Keramik, sensartionelle Skulpturen schuf sie, ohne Augenlicht, nur mit den Händen.
Und mit der Seele natürlich.