Heute ist die Übersetzung des Befundes von washabich.de gekommen, der von einer Medizinstudentin im 9.Semester angefertigt wurde und den ich Euch nicht vorenthalten will:
-------------------------------
Ihr Befund
Sie haben uns den Befund ihrer Magenspiegelung zugesandt. Der Begriff pathologisch stammt aus dem Griechischen und heißt die Lehre des Leidens betreffend.
Mikroskopischer Befund und Diagnose Man kann den Magen - Darm - Trakt makroskopisch, dies setzt sich aus makros groß und skopere betrachten zusammen und mikroskopisch mikro heißt klein und skobere wieder betrachten. Man schaut sich also das Gewebe von außen an, um grobe strukturelle Veränderungen festzustellen und danach sieht man sich Gewebeschnitte unter einem Mikroskop an, um kleinste Veränderungen auf Zellebene zu erkennen.
Bei Ihnen wurde der Magen mittels einer kleinen Kamera untersucht. Um zu verstehen was in Ihrem Befund steht möchte ich Ihnen kurz den Aufbau und die Funktionen des Magens erklären.
Der Magen (griechisch Gaster genannt) ist das Verdauungsorgan des Menschen. Es handelt sich dabei um ein muskuläres Hohlorgan. Der Magen hat also die Möglichkeit sich zusammen zu ziehen und dadurch den Nahrungsbrei in Richtung Hinterausgang zu transportieren. In diesem Hohlraum kommt der Nahrungsbrei mit dem Magensaft in Berührung. Der Magensaft besteht aus Salzsäure und dem Nahrungsspaltendem Enzym Pepsin. Ein Enzym zersetzt Nahrungsbestandteile in leichter verdauliche Teile. Die Freisetzung wird durch Nervenimpulse und Hormone gesteuert.
Die Nahrung nimmt folgenden Weg: Durch die Speiseröhre , medizinisch Ösophagus genannt, kommt die Nahrung durch den Mageneingang (Cardia) in den Magenkörper (Korpus). Verschluckte Luft sammelt sich in dem Teil der Magenfundus genannt wird und über der Kardia liegt. Am Ende des Magenkörpers liegt der Magenpförtner (Pylorus). Dieser bildet den Übergang vom Magenkörper zum Dünndarm. Ein spezieller Bereich des Pylorus ist das Antrum. Dies heißt übersetzt Höhle, Grotte und beschreibt eine Ausbuchtung der Muskelschichten.
Bei Ihnen wurde nun eine leicht bis mäßiggradige Antrum - C - Gastritis festgestellt. Gastritis setzt sich zusammen aus Gaster und der Endung -itis, wobei Gaster Magen heißt und die Endung -itis Entzündung bedeutet. Es handelt sich bei der bei Ihnen gefundenen Veränderung um eine Magenschleimhautentzündung Man unterscheidet hierbei drei verschiedene Arten von Magenschleimhautentzündungen.
Typ - A - Gastritis : Hierbei handelt es sich um einen Autoimmunprozess. Der Körper bildet aus noch ungeklärter Ursache Antikörper gegen bestimmte eigene Zellen und zerstört dadurch die Magenschleimhaut. Der eigene Körper wendet sich also gegen sich selbst und greift körpereigene Zellen an.
Typ - B - Gastritis: Dieser Entzündung liegt eine bakterielle Infektion zu grunde, die meißt von den normal in der Magenschleimhaut vorkommenden Helicobacter Pylori Bakterien verursacht wird. Wie schon erwähnt kommen diese Bakterien normalerweise auch im Magen vor, jedoch kommen sie bei dieser vermehrt vor.
Typ - C - Gastritis: Dies ist eine chemisch induzierte Gastritis. Sie kann hervorgerufen werden durch bestimmte Medikamente zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac oder Aspirin. Denn diese zerstören die Magenschleimhaut, sodass die Magensäure ungehindert tiefere Magenschichten angreifen kann. Die normale Magenschleimhaut verhindert eigentlich die Zersetzung der tieferen Schichten.
Bei Ihnen wurde also eine Typ - C - Gastritis festgestellt, die sich als netzartige Stromafibrose darstellt. Stromagewebe ist ein Begriff der Zellenlehre und ist der Name eines bestimmten Gewebes, das im Magen vorkommt. Fibrose bedeutet es hat eine Vermehrung des Bindegewebes stattgefunden. Das Gewebe des Magens hat sich also im Bereich des Antrums bindegewebig verändert.
Mäßige Foveolenhyperplasie bedeutet, dass die Zellen, die für die Magenschleimproduktion zuständig sind (Foveolar) übermäßig gewachsen und vermehrt vorhanden sind. Denn Hyperplasie heißt übersetzt übermäßige Zellbildung.
Hyperämie der Lamina propria; Hyper bedeutet mehr und ämie steht für Durchblutung. Es handelt sich dabei also um eine Mehrdurchblutung einer bestimmten Muskelschicht des Magens in der auch Lymphgefäße, Blutgefäße und Nerven vorhanden sind.
Unauffälliger mukoider Drüsenkörper
Mukos ist der Schleim und Drüsen sind Zellen, die Sekret produzieren. Die Zellen, die Schleim produzieren sind bei Ihnen folglich unauffällig.
In der Mb - Färbung kein H.p. Nachweis
Die Mb - Abkürzung steht für Methylenblau und beschreibt einen Färbemechanismus des Ösophagus und Magens. Durch diese Färbung kann man Veränderungen der Zellen besser sichtbar machen und die Gewebe besser beurteilen.
H.p. ist die Kurzform für Helicobacter pylori - also für die Keimart, die auch im Magen vorkommt aber bei zu starker Vermehrung auch zu einer Magenschleimhautentzündung führen kann. Dies ist aber bei Ihnen nicht der Fall.
Regelhafte aufgebaute Corpusschleimhaut mit typischen Hauptdrüsenkörper und geringer oberflächlicher Hyperämie Die Schleimhaut des Magenkörpers (Corpus) ist normal aufgebaut und die Drüsenzellen wirken ebenfalls normal. Die geringe oberflächliche Mehrdurchblutung der Schleimhaut könnte ein Hinweis auf eine Entzündung sein muss aber nicht.
Typische Beschwerden, die durch eine Magenschleimhautentzündung verursacht werden können, sind unappetitliches Aufstoßen, ein Druckgefühl oder Bauchschmerzen im Oberbauch, Übelkeit, selten auch Erbrechen und Appetitlosigkeit. Geringe Veränderungen der Schleimhaut können aber auch vollkommen symptomlos bleiben.