Hallo Piratin,
meine verstorbene Mutter gings mal eine Weile richtig schlecht. Sie lag nur im Bett und bekam schlecht Luft. Das sah ihr gar nicht ähnlich. Sie, die sogar mit einer Erkältung immer von morgens bis abends unterwegs war. Und plötzlich so eine Luftnot, Husten Schwäche etc.
Es wurde und wurde nicht besser. Und die Art und Weise wie sie atmetet, erinnerte mich daran wie mein Vater atmete, als er eine Lunegenembolie bekam.
Ich brachte sie zum Hausarzt und erzählte ihm von meinem Verdacht. Er machte ein EKG und verneinte meinen Verdacht. Allerdings bemerkte auch er wie schlecht es ihr ging und überwies sie zum Kardiologen, rief dort an und so bekam sie für den nächsten Tag einen Termin.
Die Kardiologin machte einen sehr kompetenten Eindruck. Sie stellte meinen Mutter auf den Kopf, aber die Ursache für diese Luftnot, die Erschöpfung und ihren sichtbar schlechten Allgemeinzustand konnte sie auch nciht finden.
Ich erzählte auch ihr, dass sie in ähnlicher Weise atmete wie mein Vater zum Zeitpunkt der Lungembolie.
In keinem Fall, so meinte die Kardiologin, hätte meine Mutter eine Lngenembolie, denn dann hätte man einen Rechtsschenkelblock oder so ähnlich. Das könne also nicht sein.
Die Kardiologin war zum Glück sehr zugewandt. Ich äußerte mehrere Male den Wunsch, dass sie meine Mutter zur Lungenszintigraphie überweisen solle. Immer und immer wieder drängte ich darauf.
Missmutig tat sie das dann auch, aber mit den Worten, dass dies vollkommen unnötig sei und zu keinem Ergebnis führen würde.
Eine Freundin arbeitete in einer großen Radiologischen Praxis, so bekam meine Mutter für den nächsten Tag dort einen Termin.
Was soll ich sagen... Sofort nach Beendigung der Lungenszintigraphie, meinte die Radiologin zu mir, dass meine Mutter umgehend ins Krankenhaus müsse und sie deshalb nun einen Krankenwagen anrufen würde.
Ich erzählte der Radiologin von der Odyssee und dass sowohll der Hausarzt als auch die Kardiologin vehement die Möglicheit einer Lungenmbolie bei meiner Mutter verneint hatten.
Die Radiologin meinte, dass falls irgendjemand an ihrer Diagnose einer Lungnembolie wieder Zweifel äußern sollte, dann sollte man sie anrufen. Schließlich würde sie diesen Job als Nuklearmedizinierin seit 20 Jahren machen. Meine Mutter hätte halt nicht eine große, sondern mehrere kleine frische Lungeembolien. Das wäre ihr Glück gewesen.
So ist das manchmal im Leben.