Hi,
ich würde gerne einige Jahre 2 bis 5 mg Cortison weiter einnehmen, weil ich das Aza vermeiden möchte.
Hat jemand Erfahrungen mit langfristigem Cortison in niedriger Dosis? Ich lasse mehrmals im Jahr die Blutwerte überprüfen und nehme Vitamin D und K3 zur Osteoporose-Vorbeugung.
Leider hat sich das so eingebürgert, dass Cortison verteufelt wird und Aza verharmlost, obwohl letzteres langfristig die schwerwiegenden Nebenwirkungen verursachen kann.
Und Cortison wirkt auch anders als die anderen Immunsupressiva, meine ich.
Also, über Erfahrungen mit jahrelanger niedriger Cortison-Dosis würde ich mich freuen.
Grüße
Lukas
Hallo
@Luke40 ,
willkommen bei rheuma-online. Du fragst nach persönlichen Erfahrungen mit Langzeit Therapie Prednisolon in kleiner Dosierung. Ich möchte dir gerne von meinen Erfahrungen dazu berichten, jetzt 28 Jahre lang. Ich habe es mal an die drei Jahre geschafft in Monotherapie mit 5 mg Prednisolon täglich auszukommen etwa 2004 bis 2007. Davor hatte ich zehn Jahre lang 1994 bis 2004 das Immunsuppressivum Ciclosporin und dazu begleitend 5 mg Prednisolon. Am Anfang hatte ich eine höhere Dosis, ich fing 1994 mit 60 mg Prednisolon an und fast zeitgleich kam das Basismedikament dazu.
Bei Beginn bzw. starken Ausbruchs meines Rheuma- Mischkollagenose konnte das nicht nur mit täglich 5 mg Prednisolon abgefangen werden, da musste schon erst mal ein hoher Cortisonstoss her.
Nach den drei Jahren Monotherapie mit nur 5 mg Prednisolon musste ich dann leider immer häufiger wieder etwas höher mit dem Cortison, so dass dann letztendlich entschieden wurde das wieder ein Basismedikament dazu kommt, was dann jetzt seit 2007 Quensyl ist, ein nicht so ganz "starkes Basismedikament", aber damit komme ich in Begleitung mit niedrigem Prednisolon nun schon lange gut zurecht. Prednisolon ist sogar jetzt runter auf 3 mg und vielleicht schaffe ich es noch weiter runter...., muss aber nicht unbedingt, mein Rheumatologe sagte, nur wenn es geht und ansonsten kann ich auch bei den 3 mg Prednisolon bleiben.
Du kannst es natürlich in Begleitung deines Rheumatologen mit niedriger Monotherapie Prednisolon versuchen, wenn du regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehst.
Nehme jetzt Cortison, meist in niedriger Dosis seit 28 Jahren und habe bisher keine Langzeitschäden davon bekommen. Meine Knochendichte ist nun mit 58 Jahren zwar nicht mehr die Beste, aber ich hatte bisher keine Brüche durch Osteoporose, kein Diabetes dadurch oder sonst was. Und nicht nur Cortison führt zu Osteopenie oder Osteoporose, Bewegungsmangel, das Alter usw. kann auch damit zu tun haben und sogar entzündliche rheumatische Erkrankungen für sich können zu einer verminderten Knochendichte führen. Ganz wichtig ist das so wenig wie möglich Cortison genommen wird und wenn es allein mit niedriger Dosis nicht geht muss ein Begleitmedikament her, denn Cortison kann halt schon Schäden anrichten und auch in niedriger Dosis, auch wenn da die Gefahr schon geringer ist, als bei höheren Dosierungen.