Hallo Kölner,
ich bin ein bisschen spät mit meiner Frage, habe deinen Beitrag aber gerade erst gesehen. Ich hoffe du liest meine Frage trotzdem noch.
Wie hast du es geschafft das bei dir einen Myositis diagnostiziert wurde?
Ich habe eine undifferenzierte Kollagenose und laufe seit Jahren mit extremen Muskelbeschwerden herum.
Seit einiger Zeit habe ich auch sichtbare Atrophien und das macht mir Angst.
Ich wurde mehrmals neurologisch gründlich durchgecheckt, 2008 zum letzten mal. Im Rahmen dieser Untersuchungen hatte ich auch ein EMG.
Das Ergebnis sah folgendermaßen aus:
Im M.tib.ant.re, M.vastus med.re sowei M.deltoideus re keine Spontanaktivität.MUAP teils normal, teils klein und polyphasisch wie bei Myopathie, Prox. Muskeln frühe Rekrutierung, bei Maximalinnervation fast Interferenzmuster.
Beurteilung: Hinweis auf diskrete chron. prox. betonte Begleitmyopathie bei Kollagenose.
Daraufhin folgte eine Muskelbiopsie die dann allerdings unspezifisch war:
Muskelschädigung in Form von Einzelfaseratrophien, überwiegend von Typ 2 und Einzelfaserhypertrophien beider Fasertypen.
Erweitertes Faserkalieberspektrum, eine leichte perimysiale Fibrose sowie eine leichte Lipmatose.
In der ATPase-Reaktion fällt aber eine herdförmige Fasertypgruppierung als Ausdruck einer Reinnervation nach vorausgegangener Denervierung auf.
In der Immunhistologie sind lediglich ganz vereinzelt CD4 Zellen zwischen intakten Muskelfasern detektierbar.
Mit Antikörpern gegen HLA-ABC und HLA-DR ist eine leichte Hochregulation von MHC-Klasse-1-Antigen auf Einzelfasern, aber keine stärkere generalisierte Hochregulation von MHC-Klasse-1 oder 2-Antgen festzustellen. Regenerierende Fasern mit Expression von neonatalem Myosin kommen nur ganz vereinzelt vor.
Zusammenfassung. Neurogene Muskelschädigung überlagert durch Inaktivitätsatrophie.
Fazit: Die Ärzte in der Klinik konnten mit dem Befund nichts anfangen. Abschlussdiagnose der neurologischen Station: "Somatome Schmerzstörung".
Danach bin ich zu keinem Neurologen mehr gegangen, abgesehen von einem erneuten EMG in der Uni Klinik, welches dann plötzlich wieder unauffällig war. Ich muss aber dazu sagen das mich das gar nicht wundert. Das erste EMG mit dem Befund wurde von einer Oberärztin gemacht und an ganz anderen Stellen als das in der Uni, welches eher oberflächlich war.
Nun habe ich nach fast 2 Jahren noch mal einen Anlauf genommen und eine andere Neurologin aufgesucht, die mich in die Muskelambulanz der Uni Düsseldorf überwiesen hat. Einen Termin habe ich aber erst für August erhalten.
Ich wollte aufgeben aber ich kann einfach nicht mehr zusehen wie ich immer weniger werde.
Die Muskelschmerzen habe ich dank Schmerzpflastern im Griff, allerdings darf ich mich nicht belasten weil ich dann sofort wieder Schmerzen bekomme. Ich musste jetzt sogar Rente beantragen.
Meine CK Werte sind übrigens immer unauffällig, BSG und CRP auch.
Die Muskelschmerzen sind mein größtes Problem denn sie machen mich arbeitsunfähig. Ohne Diagnose dafür kann ich aber keine Ansprüche geltend machen. ( Versorgungsamt, etc. ) Im Moment habe ich 40%, ich bräuchte aber unbedingt Kennzeichen G weil ich keine langen Strecken mehr laufen kann. Öffentliche Verkehrsmittel kann ich mir nicht immer leisten.
Die Kollagenose wird im Moment mit Quensyl behandelt, auf meine Muskeln hat das allerdings keinen Einfluss.
Ich möchte dich gerne fragen wo du warst, in der Uni Köln? Wer behandelt dich zur Zeit?
Liebe Grüße,
Monalie