Hallo Harama,
mir geht es soweit gut. Da ich von Natur aus ein eher positiv denkender Mensch bin, kann ich mich ganz gut mit der Situation "anfreunden". Ich habe nach der Diagnose 2 Tage ziemlich blöd aus der Wäsche geschaut, geweint und mit meiner Situation gehadert. Dann habe ich an eine Freundin gedacht, die 5 Jahre älter ist und an Brustkrebs erkrankt und deren Prognose nicht sehr gut ist.
Es ist ja im Leben alles relativ:
- klar, ich hab ne Krankheit, die schmerzhaft ist und Einschränkungen mit sich bringt.
- aber es gibt noch VIEEEELLL schlimmere Sachen und ich muß ja nicht daran sterben (zumindest nicht unmittelbar

und sterben muß ja jeder mal).
- es gibt Medikamente, mit denen die Krankheit eingedämmt werden kann
- ich muß keine strikte Diät einhalten
- mein Kopf/Denkvermögen ist in Ordnung
- ich kann trotzdem viele Sachen machen (z. B. Wandern, Skifahren geht bei mir auch noch, Singen usw.)
In den ersten Wochen habe ich vielen Menschen von meiner Diagnose erzählt. Ich mußte es einfach loswerden. Vielleicht auch ein bißchen Mitleid einheimsen. Das war aber bald wieder vorbei.
Ich habe mich dann im Internet über vieles was ich wissen wollte informiert. So bin ich auch hier gelandet. Bin Mitglied bei der Rheumaliga geworden. Dadurch habe ich viele nette neue Menschen kennengelernt, die ebenfalls eine rheumatische Erkrankung haben. Es tut gut, sich mit anderen Betroffenen Menschen auszutauschen. An der Situation ändert es nichts, aber man ist einfach nicht allein und sieht auch, dass es anderen zum Teil noch schlechter geht.
Letztes Jahr habe ich viel über Ernährung bei Rheuma gelesen und dann meine Ernährung verändert. Positiver Nebeneffekt: ich habe schon 5 kg abgenommen. Vor allem aber fühle ich mich gut dabei. Diese Ernährung ist ja nichts spezielles, sondern im Allgemeinen eine gesunde Ernährung - auch für andere Menschen.
Ebenfalls letztes Jahr war ich auf Reha (allerdings mit den Kindern, was nicht so gut war). Auch dort habe ich viel gelernt, nette Menschen kennengelernt usw.
Vor einiger Zeit habe ich einen Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung gestellt. Bis jetzt habe ich zwar noch keine Antwort, aber vielleicht bringt das ja auch was.
Ich nehme es einfach so, wie es ist. Ändern kann ich eh nichts. Die Sicht (Blickwinkel) der Dinge mach es aus.
Viele ganz liebe Grüße
Bärbel