anurju
anurju
Hallo zusammen,
ich hab ein Problem, bei dem ihr mir vielleicht helfen könnt.
Meine Spondylarthritis und Kollagenose werden mit Cimzia, Cortison etc. behandelt - mein Immunsystem wird dadurch (wie bei vielen hier) gehemmt, sodass es sich nicht so gut gegen Infekte wehren kann. Nun ergibt sich im Rahmen einer Adventsfeier ein Problem:
Der Bruder meiner Schwägerin ist aufgrund eines knapp überlebten Herzstillstands pflegebedürftig und hat sich bei einem Krankenhausaufenthalt mit MRSA-Keimen infiziert. Diese haben wohl v.a. seine Atemwege (Nasenbereich) befallen, wurden aber auch an anderen Körperbereichen festgestellt.
Nun ist er mittlerweile in einer "betreuten Wohngruppe", wo die Hygienestandards (Isolation) gelockert wurden, weil dort wohl alle Patienten multiresistente Keime tragen. Er darf das Heim ohne Schutzmaßnahmen verlassen (ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dieses private Minipfelgeheim übliche Standards einhält - hört sich schon alles etwas merkwürdig und "provisorisch" an).
Am Sonntag soll nun eine Familienfeier bei meiner Schwägerin stattfinden, zu der er von einem Fahrdienst gebracht wird. Der Hauptteil der Feier wird in einem recht engen Esszimmer stattfinden - 10 Personen an einem großen Tisch.
Und nun zu meinem Problem... als ich meine Rheumatologin fragte, ob ich bei Kontakt mit einem MRSA-Patienten besondere Maßnahmen ergreifen müsste, meinte sie, sie würde da schon ein höheres Risiko für mich sehen.
Gründliche Handhygiene wäre selbstverständlich, aber sie sähe auch Probleme hinsichtlich einer möglichen Tröpfcheninfektion - da würde schon ein Niesen reichen (wenn er erkältet wäre) oder evtl. auch eine Schmierinfektion auf Gegenständen, um bei meinem unterdrückten Immunsystem ernstere Folgen zu riskieren. Einen Tag vor der Feier wäre meine Cimzia-Spritze fällig und die brauche ich auch ;-). Und blöderweise habe ich gerade jetzt an den Händen einige wunde und immer wieder aufreißende Hautläsionen (ich habe durch die Psoriasis oft sehr gereizte Haut).
Da ich bei einem anderen Bekannten mitbekommen habe, was MRSA unter immunsuppressiver Therapie (in seinem Fall nach einer Chemotherapie) anrichten kann (er verlor dadurch beide Beine und starb, weil die Infektion eine Sepsis auslöste), bin ich nun doch verunsichtert.
Da der arme Kerl gerade von seiner Frau verlassen wurde und natürlich sehr froh über jeden Tag ist, den er aus dem Heim rauskann, möchte ich ihm den Besuch bei der Familie nicht vermiesen.
Ihn bitten, einen Mundschutz zu tragen, möchte ich nicht... selber möchte ich das eigentlich auch nicht tun, weil es beim Essen einfach auch lästig ist... Was meint ihr?: Einfach normal teilnehmen, sorgfältig die Hände waschen, zwischendurch mal lüften, sich nicht direkt in seine Nähe setzen - reicht das aus? Oder lieber nicht teilnehmen? Ich weiß es echt nicht...
Zitat meiner Rheumatologin: Nicht ohne Grund werden MRSA-Patienten in Kliniken isoliert. Weil eben solche Erreger bei geschwächten Patienten riskant sein können. Und wenn man davon weiß, muss man ja keine Risiken eingehen.
Da ich nie näheren Kontakt zu dem Bruder meiner Schwägerin hatte, ihn kaum kenne, würde er mich wohl nicht vermissen...
Ich glaube, meine Großfamilie würde jede meiner Entscheidungen verstehen.
Was würdet ihr raten oder empfehlen? Es sind ja sicher auch Pflegekräfte hier aktiv, die sich mit sowas besser auskennen.
Sorry für den langen Text - ist eigentlich nur eine Kleinigkeit, aber beschäftigt mich seit dem Gespräch mit meiner Ärztin doch - ich hätte besser nicht gefragt...
Liebe Grüße und DANKE für einen Rat von
anurju
ich hab ein Problem, bei dem ihr mir vielleicht helfen könnt.
Meine Spondylarthritis und Kollagenose werden mit Cimzia, Cortison etc. behandelt - mein Immunsystem wird dadurch (wie bei vielen hier) gehemmt, sodass es sich nicht so gut gegen Infekte wehren kann. Nun ergibt sich im Rahmen einer Adventsfeier ein Problem:
Der Bruder meiner Schwägerin ist aufgrund eines knapp überlebten Herzstillstands pflegebedürftig und hat sich bei einem Krankenhausaufenthalt mit MRSA-Keimen infiziert. Diese haben wohl v.a. seine Atemwege (Nasenbereich) befallen, wurden aber auch an anderen Körperbereichen festgestellt.
Nun ist er mittlerweile in einer "betreuten Wohngruppe", wo die Hygienestandards (Isolation) gelockert wurden, weil dort wohl alle Patienten multiresistente Keime tragen. Er darf das Heim ohne Schutzmaßnahmen verlassen (ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dieses private Minipfelgeheim übliche Standards einhält - hört sich schon alles etwas merkwürdig und "provisorisch" an).
Am Sonntag soll nun eine Familienfeier bei meiner Schwägerin stattfinden, zu der er von einem Fahrdienst gebracht wird. Der Hauptteil der Feier wird in einem recht engen Esszimmer stattfinden - 10 Personen an einem großen Tisch.
Und nun zu meinem Problem... als ich meine Rheumatologin fragte, ob ich bei Kontakt mit einem MRSA-Patienten besondere Maßnahmen ergreifen müsste, meinte sie, sie würde da schon ein höheres Risiko für mich sehen.
Gründliche Handhygiene wäre selbstverständlich, aber sie sähe auch Probleme hinsichtlich einer möglichen Tröpfcheninfektion - da würde schon ein Niesen reichen (wenn er erkältet wäre) oder evtl. auch eine Schmierinfektion auf Gegenständen, um bei meinem unterdrückten Immunsystem ernstere Folgen zu riskieren. Einen Tag vor der Feier wäre meine Cimzia-Spritze fällig und die brauche ich auch ;-). Und blöderweise habe ich gerade jetzt an den Händen einige wunde und immer wieder aufreißende Hautläsionen (ich habe durch die Psoriasis oft sehr gereizte Haut).
Da ich bei einem anderen Bekannten mitbekommen habe, was MRSA unter immunsuppressiver Therapie (in seinem Fall nach einer Chemotherapie) anrichten kann (er verlor dadurch beide Beine und starb, weil die Infektion eine Sepsis auslöste), bin ich nun doch verunsichtert.
Da der arme Kerl gerade von seiner Frau verlassen wurde und natürlich sehr froh über jeden Tag ist, den er aus dem Heim rauskann, möchte ich ihm den Besuch bei der Familie nicht vermiesen.
Ihn bitten, einen Mundschutz zu tragen, möchte ich nicht... selber möchte ich das eigentlich auch nicht tun, weil es beim Essen einfach auch lästig ist... Was meint ihr?: Einfach normal teilnehmen, sorgfältig die Hände waschen, zwischendurch mal lüften, sich nicht direkt in seine Nähe setzen - reicht das aus? Oder lieber nicht teilnehmen? Ich weiß es echt nicht...
Zitat meiner Rheumatologin: Nicht ohne Grund werden MRSA-Patienten in Kliniken isoliert. Weil eben solche Erreger bei geschwächten Patienten riskant sein können. Und wenn man davon weiß, muss man ja keine Risiken eingehen.
Da ich nie näheren Kontakt zu dem Bruder meiner Schwägerin hatte, ihn kaum kenne, würde er mich wohl nicht vermissen...
Ich glaube, meine Großfamilie würde jede meiner Entscheidungen verstehen.
Was würdet ihr raten oder empfehlen? Es sind ja sicher auch Pflegekräfte hier aktiv, die sich mit sowas besser auskennen.
Sorry für den langen Text - ist eigentlich nur eine Kleinigkeit, aber beschäftigt mich seit dem Gespräch mit meiner Ärztin doch - ich hätte besser nicht gefragt...
Liebe Grüße und DANKE für einen Rat von
anurju
Zuletzt bearbeitet:

