Hallo zusammen
Das wird jetzt lang... ich erwarte von niemanden sich damit abzugeben. Schliesslich seit ihr ja alle gleich und vielleicht noch viel schlimmer dran.
Kurz über mich:
Ich bin 19 Jahre alt, männlich, lebe in der Schweiz und bin jetzt im letzten Jahr in meiner Ausbildung zum Kaufmann.
Von "aussen" sehe ich recht gesund aus
Ich treibe regelmässig Sport; Schwimmen und Krafttraining, als Ausgleich zu der ständigen Rumsitzerei in meinem Beruf. Da die Krankheit ja sicherlich auch einiges mit der Psyche zu tun hat, erwähne ich folgendes doch auch noch gleich: Mein Beruf kotzt mich inzwischen wirklich an. Ich habe so was von kein Lust mehr in diesem Bereich zu arbeiten, obwohl ich in meinem Unternehmen sehr geschätzt werde. Aber im Sommer erwartet mich zum Glück eine neue Herausforderung, darauf freue ich mich.
Nun zu meinen Beschwerden...
Als ich noch jünger war, habe ich viel Zeit vor dem Computer mit gamen verbracht. Da taten mir manchmal nach stundenlangem Zocken die Fingergelenke weh. Habe sie dann immer mit einer Salbe gekühlt, das half gut. - Dachte natürlich das kommt von der Überanstrengung.
Mit 13 Jahren kam ich gerade vom Schwimmtraining nachhause, setzte mich auf meinen Bürostuhl und hatte plötzliche höllische Rückenschmerzen. 1 Jahr habe ich damit gekämpft, in den ersten 2 Monaten nach dem Schmerzeintritt konnte ich mich kaum noch bewegen. Auch da hat man mir gesagt: Das kommt von deiner ständigen Rumsitzerei... gut möglich. (heute frage ich mich natürlich ob es schon damals das Rheuma war oder nicht)
Die Rückenschmerzen vergingen grössten teils mit der Physiotherapie. Trotzdem hatte ich immer wieder ab und zu Rückenschmerzen. Dann habe ich überhaupt keinen Sport mehr gemacht.
Mit 16 Jahren begann meine Ausbildung. Ich fing an ins Fitnessstudio zu gehen. Nach einem halb Jahr Training habe ich mich an einem Abend beim Bankdrücken überanstrengt. (oder das glaube ich zumindest) Am anderen Morgen tat mir die rechte Schulter höllisch weh. Ich ging also wieder in die Physio. 1 Jahr lang, 1 mal in der Woche. Dann war die Schulter wieder einigermassen i.o.
Mit meiner Physiotherapeutin habe ich sehr gut, sie steht mir immer bei. Sie erwähnt schon damals, dass mein ganze Körpermuskulatur unglaublich verspannt sei. Auch das führte der Arzt, meine Eltern und die Bekannten auf: Rumsitzerei und falsches Training, zurück.
Wie auch immer ich habe das Training wieder aufgenommen. Im Februar 2014 wurde ich 18 Jahre alt. Ich begann mit dem Autofahren. Und da fing der ganze Sch... an. Nach den Fahrstunden tat mir die linke Oberschenkelmuskulatur aussen, an den Sehenansätzen zum Becken weh. Also wieder ab in die Physio (fröhliches wiedersehen mit meiner alten Therapeutin) und zum Osteopathen. Beide sagten: Verkürzte Oberschenkelmuskulatur, deshalb müsse das Becken zu fest mitarbeiten beim kuppeln(Auto).
Ich also schon brav die Muskulatur am dehnen.... half leider nicht gross. Im Juli erkältete ich mich stark mit der Klimaanlage. Ich bekam einen chronischen huste, den ich immer noch habe. Also auf zum Lungenspezialisten.... Kordison inhalieren. Nach weiteren Tests, war die Lungenfunktion wieder normal. Der husten leicht besser. Aber ohne inhalieren ging es nicht. Den Hustenreiz bekomme ich nur in der Nähe von Computern (bin gerade am husten ._. ), nicht syntetischen Bettlaken usw...
In dieser Zeit, also auch Februar 14 bis etwa August 14, konnte ich am Wochenende nicht mehr ausschlafen. Mein Rücken war so steif... Am Morgen konnte ich mich nicht übers Waschbecken bücken! Auch hatte ich ständig Nackenverspannungen, welche sich mit dem Krafttraining lindern liessen. Bis dahin dachte ich immer noch: Das kommt von meiner falschen Körperhaltung, also während der Arbeit und auch sonst überall. Ich verfluchte also wieder einmal meinen Job
Es war ca. August 14 als ich Schmerzen in der Leistengegend rechts bekam. Es war immer so ein leichter Zug. Anfangs dachte ich, es sei eine Zerrung. Falsch, dann verdachte auf einen Leistenbruch. Auch negativ bei der Abklärung. Das Krafttraining habe ich dann aufgegeben, ich konnte einfach nicht mehr, ständig tat irgendwas weh. Und jeder Idiot macht mir weis, es käme davon.
In dieser Zeit hielten sich die Rückenschmerzen eigentlich recht zurück.
Gut ich weiss nicht was ihr darüber denkt. Das sind jetzt vielleicht alles logische Zusammenhänge. Aber ich wäre nicht in den Träumen darauf gekommen, dass ich eine Krankheit habe. Von Rheuma wusste ich nur; jajaja, dass ist doch das was die alten Leute haben.
Ich redete mir immer wieder ein, dass alles von meiner falschen Haltung kommen würde; irgendwann wird es schon besser.
Im September 14 fing ich eine Grippe ein. Ging also zum Arzt, dieser nahm mir Blut. Bekam auch noch ein Antibiotika. In der nächsten Besprechung sagte er mir, dass ich Entzündungswerte im Blut habe. Vom Arzt erhielt ich ganz normale Entzündungshemmer (Inflamac - heissen die bei uns)
So weit so gut... man hat nichts weiteres unternommen. Im Oktober hatten wir einen Kundenanlass im Geschäft; Golf spielen^^ ich putzte also fleissig den ganzen Tag die Golfschläger unserer Kunden.
Und dann hat die Bombe eingeschalgen... am folgend Tag bekam ich langsam aufbauend so starke Schmerzen im Schulterbereich, dass ich meine Arme nicht mehr heben konnte. Die Schmerzen im Leistenbereich wurden auch stärker. Plötzlich tat es links auch weh. Im Bett konnte ich mich kaum noch bewegen. Nicht einmal drehen. Ich lag einfach jeden Abend steif wie ein Brett ins Bett und wachte so auch wieder ca. alle 2 Stunden auf. Ich ging weiter in die Physio und der Arzt hat mir andere Entzündungshemmer gegeben.
Wie das jetzt auch immer für euch klingen mag; Trotz der ganzen Beschwerden und zum Teils sehr starken Schmerzen, war ich immer ein glücklicher Mensch, ich habe mir nie gross den Kopf darüber zerbrochen. Ich ging dann in eine Bewgungstherapie ca. Dezember 14, dort lernte ich meine Schultern wieder zu bewegen. Tat weh wie sau ..
. Aber hat geholfen.
Von da an nahm ich jeden Tag Inflamac, so konnte ich einigermassen gut schlafen. Im Januar 15 bekam ich eine Sehnenscheidenentzündung an der rechten Achilles-sehne. Dann wieder das ganze Theater mit Sportarzt usw! Dann irgendwann hatte ich wirklich die Schnautze voll, jetzt musste ich neben all dem anderen Mist auch noch wie ein Krüppel umherhumpeln! Ich ging zu meinem Arzt und sagte ihm: Sie wissen etwas, sagen Sies mir. Er sagte: Ich denke, dass es etwas rheumatisches ist, ich melde Sie beim rheumathologen an.
Sorry dass es so lang ist... Das ist so etwa das erste mal, dass ich alles aufgeschrieben habe. Ich rede sonst mit niemandem über meine Beschwerden, es macht mich sehr traurig darüber zu reden (natürlich auch die Tatsache, dass ich an der Krankheit zu Grunde gehen könnte).
Nebst dem, dass ich hier tränenaufgelöst vor dem Bildschirm sitze, spüre wie mein ganzer Körper schmerzt, versuche ich doch das Beste aus dem Ganzen zu machen:
Ich passe meine Ernährung so gut es geht, nach den Tipps im Internet an. Versuche mich viel zu bewegen und gehe regelmässig in die Physio.
Punkto Medikamenten:
Momentan nehme ich Sulfasalazin und Tilur, die Achillessehe verbinde ich am Abend mit Voltaren.
Da ja die Schulmediziner nicht gerade die Staars in Sachen pflanzlichen Medikamenten sind, habe ich mir selber besorgt: Teufelskralle, Curcumin, Vitamin D, Magnesium
Die Schmerzen haben abgenommen. Aber es gibt immer noch die Tage, wie heute, wo einfach alles weh tut.... (so beiläufig, ich glaube, dass die Imunhemmer den chronischen husten etwas dämpfen)
Die Tatsache, dass alles nur schlimmer und nicht besser werden kann, beschäftigt mich am Meisten.
Herzlich Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt!
Diagnosen
Seronegative periphere Spondylarthritis (EM Januar 2014, Diagnose März 2015)
HLA-B27 positiv
02/2015: humorale Aktivität (BSR 26, CRP 13.4) rezidivierende wechselnde enthesitische Beschwerden
02/2015: sonographisch Achillessehnenenthesitis rechts, 03/2015: MR-tomographisch
Enthesitis im Bereiche der Adduktorenansätze beidseits (rechtsbetont)
Basisbehandlung: konsequent NSAID seit 03/2015, Salazopyrin seit 03/2015
Das wird jetzt lang... ich erwarte von niemanden sich damit abzugeben. Schliesslich seit ihr ja alle gleich und vielleicht noch viel schlimmer dran.
Kurz über mich:
Ich bin 19 Jahre alt, männlich, lebe in der Schweiz und bin jetzt im letzten Jahr in meiner Ausbildung zum Kaufmann.
Von "aussen" sehe ich recht gesund aus
Nun zu meinen Beschwerden...
Als ich noch jünger war, habe ich viel Zeit vor dem Computer mit gamen verbracht. Da taten mir manchmal nach stundenlangem Zocken die Fingergelenke weh. Habe sie dann immer mit einer Salbe gekühlt, das half gut. - Dachte natürlich das kommt von der Überanstrengung.
Mit 13 Jahren kam ich gerade vom Schwimmtraining nachhause, setzte mich auf meinen Bürostuhl und hatte plötzliche höllische Rückenschmerzen. 1 Jahr habe ich damit gekämpft, in den ersten 2 Monaten nach dem Schmerzeintritt konnte ich mich kaum noch bewegen. Auch da hat man mir gesagt: Das kommt von deiner ständigen Rumsitzerei... gut möglich. (heute frage ich mich natürlich ob es schon damals das Rheuma war oder nicht)
Die Rückenschmerzen vergingen grössten teils mit der Physiotherapie. Trotzdem hatte ich immer wieder ab und zu Rückenschmerzen. Dann habe ich überhaupt keinen Sport mehr gemacht.
Mit 16 Jahren begann meine Ausbildung. Ich fing an ins Fitnessstudio zu gehen. Nach einem halb Jahr Training habe ich mich an einem Abend beim Bankdrücken überanstrengt. (oder das glaube ich zumindest) Am anderen Morgen tat mir die rechte Schulter höllisch weh. Ich ging also wieder in die Physio. 1 Jahr lang, 1 mal in der Woche. Dann war die Schulter wieder einigermassen i.o.
Mit meiner Physiotherapeutin habe ich sehr gut, sie steht mir immer bei. Sie erwähnt schon damals, dass mein ganze Körpermuskulatur unglaublich verspannt sei. Auch das führte der Arzt, meine Eltern und die Bekannten auf: Rumsitzerei und falsches Training, zurück.
Wie auch immer ich habe das Training wieder aufgenommen. Im Februar 2014 wurde ich 18 Jahre alt. Ich begann mit dem Autofahren. Und da fing der ganze Sch... an. Nach den Fahrstunden tat mir die linke Oberschenkelmuskulatur aussen, an den Sehenansätzen zum Becken weh. Also wieder ab in die Physio (fröhliches wiedersehen mit meiner alten Therapeutin) und zum Osteopathen. Beide sagten: Verkürzte Oberschenkelmuskulatur, deshalb müsse das Becken zu fest mitarbeiten beim kuppeln(Auto).
Ich also schon brav die Muskulatur am dehnen.... half leider nicht gross. Im Juli erkältete ich mich stark mit der Klimaanlage. Ich bekam einen chronischen huste, den ich immer noch habe. Also auf zum Lungenspezialisten.... Kordison inhalieren. Nach weiteren Tests, war die Lungenfunktion wieder normal. Der husten leicht besser. Aber ohne inhalieren ging es nicht. Den Hustenreiz bekomme ich nur in der Nähe von Computern (bin gerade am husten ._. ), nicht syntetischen Bettlaken usw...
In dieser Zeit, also auch Februar 14 bis etwa August 14, konnte ich am Wochenende nicht mehr ausschlafen. Mein Rücken war so steif... Am Morgen konnte ich mich nicht übers Waschbecken bücken! Auch hatte ich ständig Nackenverspannungen, welche sich mit dem Krafttraining lindern liessen. Bis dahin dachte ich immer noch: Das kommt von meiner falschen Körperhaltung, also während der Arbeit und auch sonst überall. Ich verfluchte also wieder einmal meinen Job
Es war ca. August 14 als ich Schmerzen in der Leistengegend rechts bekam. Es war immer so ein leichter Zug. Anfangs dachte ich, es sei eine Zerrung. Falsch, dann verdachte auf einen Leistenbruch. Auch negativ bei der Abklärung. Das Krafttraining habe ich dann aufgegeben, ich konnte einfach nicht mehr, ständig tat irgendwas weh. Und jeder Idiot macht mir weis, es käme davon.
In dieser Zeit hielten sich die Rückenschmerzen eigentlich recht zurück.
Gut ich weiss nicht was ihr darüber denkt. Das sind jetzt vielleicht alles logische Zusammenhänge. Aber ich wäre nicht in den Träumen darauf gekommen, dass ich eine Krankheit habe. Von Rheuma wusste ich nur; jajaja, dass ist doch das was die alten Leute haben.
Ich redete mir immer wieder ein, dass alles von meiner falschen Haltung kommen würde; irgendwann wird es schon besser.
Im September 14 fing ich eine Grippe ein. Ging also zum Arzt, dieser nahm mir Blut. Bekam auch noch ein Antibiotika. In der nächsten Besprechung sagte er mir, dass ich Entzündungswerte im Blut habe. Vom Arzt erhielt ich ganz normale Entzündungshemmer (Inflamac - heissen die bei uns)
So weit so gut... man hat nichts weiteres unternommen. Im Oktober hatten wir einen Kundenanlass im Geschäft; Golf spielen^^ ich putzte also fleissig den ganzen Tag die Golfschläger unserer Kunden.
Und dann hat die Bombe eingeschalgen... am folgend Tag bekam ich langsam aufbauend so starke Schmerzen im Schulterbereich, dass ich meine Arme nicht mehr heben konnte. Die Schmerzen im Leistenbereich wurden auch stärker. Plötzlich tat es links auch weh. Im Bett konnte ich mich kaum noch bewegen. Nicht einmal drehen. Ich lag einfach jeden Abend steif wie ein Brett ins Bett und wachte so auch wieder ca. alle 2 Stunden auf. Ich ging weiter in die Physio und der Arzt hat mir andere Entzündungshemmer gegeben.
Wie das jetzt auch immer für euch klingen mag; Trotz der ganzen Beschwerden und zum Teils sehr starken Schmerzen, war ich immer ein glücklicher Mensch, ich habe mir nie gross den Kopf darüber zerbrochen. Ich ging dann in eine Bewgungstherapie ca. Dezember 14, dort lernte ich meine Schultern wieder zu bewegen. Tat weh wie sau ..
Von da an nahm ich jeden Tag Inflamac, so konnte ich einigermassen gut schlafen. Im Januar 15 bekam ich eine Sehnenscheidenentzündung an der rechten Achilles-sehne. Dann wieder das ganze Theater mit Sportarzt usw! Dann irgendwann hatte ich wirklich die Schnautze voll, jetzt musste ich neben all dem anderen Mist auch noch wie ein Krüppel umherhumpeln! Ich ging zu meinem Arzt und sagte ihm: Sie wissen etwas, sagen Sies mir. Er sagte: Ich denke, dass es etwas rheumatisches ist, ich melde Sie beim rheumathologen an.
Sorry dass es so lang ist... Das ist so etwa das erste mal, dass ich alles aufgeschrieben habe. Ich rede sonst mit niemandem über meine Beschwerden, es macht mich sehr traurig darüber zu reden (natürlich auch die Tatsache, dass ich an der Krankheit zu Grunde gehen könnte).
Nebst dem, dass ich hier tränenaufgelöst vor dem Bildschirm sitze, spüre wie mein ganzer Körper schmerzt, versuche ich doch das Beste aus dem Ganzen zu machen:
Ich passe meine Ernährung so gut es geht, nach den Tipps im Internet an. Versuche mich viel zu bewegen und gehe regelmässig in die Physio.
Punkto Medikamenten:
Momentan nehme ich Sulfasalazin und Tilur, die Achillessehe verbinde ich am Abend mit Voltaren.
Da ja die Schulmediziner nicht gerade die Staars in Sachen pflanzlichen Medikamenten sind, habe ich mir selber besorgt: Teufelskralle, Curcumin, Vitamin D, Magnesium
Die Schmerzen haben abgenommen. Aber es gibt immer noch die Tage, wie heute, wo einfach alles weh tut.... (so beiläufig, ich glaube, dass die Imunhemmer den chronischen husten etwas dämpfen)
Die Tatsache, dass alles nur schlimmer und nicht besser werden kann, beschäftigt mich am Meisten.
Herzlich Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt!
Diagnosen
Seronegative periphere Spondylarthritis (EM Januar 2014, Diagnose März 2015)
HLA-B27 positiv
02/2015: humorale Aktivität (BSR 26, CRP 13.4) rezidivierende wechselnde enthesitische Beschwerden
02/2015: sonographisch Achillessehnenenthesitis rechts, 03/2015: MR-tomographisch
Enthesitis im Bereiche der Adduktorenansätze beidseits (rechtsbetont)
Basisbehandlung: konsequent NSAID seit 03/2015, Salazopyrin seit 03/2015
