toll schirmchen
hallo schirmchen,
super... denke nur noch positiv.
meiner tochter geht es auch gut.
lg gisi
zu der sendung:
http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/3995489-hintergrund-3822399.html
Sendung vom 11. Januar 2007
Hilfe für Wolfsröte-Patienten
Der Antikörper Rituximab dockt an die Zellen an, die die Entzündung hervorrufen.
Viele gefährliche Nierenerkrankungen verlaufen unentdeckt über Jahre bis Jahrzehnte. Bevor erste unspezifische Frühsymptome wie Leistungsschwäche oder Schlafstörungen auftreten, können die Nieren schon die Hälfte ihrer Leistungsfähigkeit eingebüßt haben. Eine dieser Erkrankungen, die die Nieren "schleichend" mit schädigen, ist der Lupus erythematodes.
Hinter diesem Namen verbirgt sich eine seltene Krankheit, die auch unter der Bezeichnung "Wolfsröte" oder "Schmetterlingsröte" bekannt ist. Typische Symptome sind Gewichtsverlust, Kopf- und Gelenkschmerzen, Abnahme der Leistungsfähigkeit und häufig Nierenentzündungen. Äußerlich bemerkbar macht sich die Erkrankung durch das so genannte Schmetterlingsekzem, ein rötlicher Hautausschlag, der sich im Verlauf der Krankheit über Nase und Wangen ausbreitet.
Wissenschaftler vermuten hinter dieser Erkrankung eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Anstatt Krankheitserreger zu vernichten, greifen Abwehrzellen irrtümlich körpereigenes Bindegewebe an. Dabei können Entzündungsprozesse auftreten, die in einer Art Kettenreaktion andere Organe befallen. Herz, Leber, Nieren aber auch Augen und Gehirn können dabei Schaden nehmen oder im schlimmsten Fall versagen.
Die Behandlung der Wolfsröte war bisher eine schwierige Angelegenheit. Bei schweren Formen, bei denen auch die Nieren betroffen sind, kommen Medikamente zum Einsatz, die gewebeschädigend wirken. Langfristig kann dies die Bildung von Tumoren begünstigen.
Durch eine Infusion gelangt das Rituximab in den Körper.
Erfolgreiche Behandlung in Sicht
An der Universität in Jena erproben Mediziner momentan eine neue Therapie gegen das Wolfsröte-Syndrom. Bei der Behandlung setzen sie den Antikörper Rituximab ein, der bisher nur in der Tumormedizin zugelassen ist.
Der Antikörper, der über eine Infusion in den Körper gebracht wird, dockt an die spezifischen Zellen an, die die Entzündungen hervorrufen.
Sind die Zellen auf diese Weise markiert, können sie vom Immunsystem als Verursacher der Krankheit erkannt werden. Körpereigene Abwehrzellen übernehmen dann deren Beseitigung.
Rituximab ist in der Lage, die entzündlichen Prozesse der Wolfsröte einzudämmen, ohne dass die bisherigen schädigenden Nebenwirkungen auftreten. Gelenkbeschwerden gehen zurück, Pusteln heilen ab und vor allem die Nierenfunktion stabilisiert sich wieder, was den Organismus zusätzlich entlastet.
Die ersten Ergebnisse der Jenaer Studie machen einen überzeugenden Eindruck. Wird das Medikament zugelassen, eröffnen sich Patienten mit dem Wolfsröte-Syndrom nicht nur Chancen einer grundsätzlichen Therapie, sondern auch die Möglichkeit, Nierenschädigungen einzuschränken.