Frau_Sommerwald
Mitglied
Moin ihr Lieben,
nach langem Ringen mit mir selbst habe ich nun doch geschafft, mich anzumelden. Mein Name ist Annika, ich lebe in Hamburg, bin 31 Jahre alt und so, wie andere Briefmarken oder Sneaker sammeln, sammle ich offenbar Diagnosen.
Ich habe, außer zu meinem Vater, absolut gar keinen Kontakt zu Leidensgenossen - und das stellt tatsächlich ein weit größeres Problem dar, als ich zuerst dachte. Ich freue mich auf Austausch mit Leuten, denen es genauso oder ähnlich geht und darüber, zu lernen und vielleicht auch über etwas guten Zuspruch
Grobes zu mir:
Ich arbeite in Teilzeit als Callcenter Agentin für einen Onlineshop (seid mir nicht böse, dass ich diesen nicht nennen möchte) und versuche mich nebenbei an der Selbstständigkeit als Illustratorin. Ich bin seit kurzem verlobt und liebe neben meinem Liebsten die Nordsee, Skandinavien, Kunst, Gärtnern und Videospiele. Ich bin oftmals sehr sarkastisch. Aber ich kann mich beherrschen. Versprochen! Weil ich auf der Kehrseite auch unsicher und ängstlich bin.
Diagnosen:
Hashimoto Thyroiditis, Rheumatoiden Arthritis, eine psychische Persönlichkeitsstörung, Depression, Heuschnupfen mit Kreuzallergie, teils heftige Lebensmittelunverträglichkeiten (Laktose) und zu guter letzt noch irgendetwas schmerzhaftes im Magen-Darm-Trakt, was aktuell in Untersuchung ist.
Zur Rheumatoiden Arthritis bei mir:
Der erste Schub passierte mir Anfang 2016. Ich hatte gerade einen Minijob als Regalauffüller in einer Drogerie begonnen und verlor diesen direkt wieder wegen einer heftig entzündeten Schulter. Lange Zeit passierte wenig, ich nahm leichte Schmerzerscheinungen nicht wirklich ernst.
Im Sommer 2017 hatte ich dann einen Schub, der gefühlt direkt aus der Hölle kam. Erst schwoll nur mein Fuß an, so dick, dass ich mich krankschreiben lassen musste, weil ich nicht in meine Schuhe kam, um zur Arbeit zu gehen. Es ging mit schrecklichen Schmerzen einher und wanderte dann mein Bein hoch zur Hüfte. Von der Hüfte strahlte tagelang so massiver Schmerz aus, dass ich mich kaum bewegen konnte, geschweige denn schlafen oder überhaupt funktionieren.
Die Hausärztin überwies mich in die Rheumatologie. Da kam ziemlich fix die Diagnose und ich bekam Cortison und MTX.
Ich hatte meinen Job gewechselt und war derweil Kellnerin in einem kleinen Cafe. Dort schmiss ich unter der Woche allein den Laden: putzte morgens, bediente tagsüber, füllte das Lager auf, bereitete Getränke zu und schloss abends den Laden, um ihn dann erneut zu putzen. Das waren meist so 13 Stunden am Tag. Über ein Jahr lang.
Die Überbelastung machte die Schübe häufiger, bis sie nicht mehr auszuhalten waren. Schließlich kam die Krankschreibung - und direkt die sofortige Kündigung, weil ich "nicht zu gebrauchen" war.
Seit dem habe ich tierische Angst davor, für meine Rechte als chronisch Kranke zu kämpfen.
Kurz danach landete ich im Callcenter. Dort bin ich heute noch. Und auch der seelische Stress dort sorgt immer wieder für Schmerzen.
Am stärksten betroffen sind vor allem meine Hände.
Ich habe leider keinen Schimmer, ob und wie ich richtig mit Job&Arbeit umgehe, weil ich bisher nur Menschen um mich habe, die von mir erwarten, dass ich so funktioniere, wie ein gesunder Mensch. Da man mir eben nichts ansieht.
Aktuell bekomme ich täglich 200 mg Hydroxychloroquin, ein Mal die Woche einen Pen mit 20 mg MTX und habe einen Vorrat Prednisolon für Notfälle. In Kürze werde ich auf eine Biologika-Therapie umgestellt, weil die aktuelle nicht anschlägt.
Puh, das war viel Text. Hoffentlich nicht zu viel. :')
Ich freue mich jedenfalls auf regen Austausch und auf alles, was ich hier noch lernen kann.
Liebste Grüße!
nach langem Ringen mit mir selbst habe ich nun doch geschafft, mich anzumelden. Mein Name ist Annika, ich lebe in Hamburg, bin 31 Jahre alt und so, wie andere Briefmarken oder Sneaker sammeln, sammle ich offenbar Diagnosen.
Ich habe, außer zu meinem Vater, absolut gar keinen Kontakt zu Leidensgenossen - und das stellt tatsächlich ein weit größeres Problem dar, als ich zuerst dachte. Ich freue mich auf Austausch mit Leuten, denen es genauso oder ähnlich geht und darüber, zu lernen und vielleicht auch über etwas guten Zuspruch
Grobes zu mir:
Ich arbeite in Teilzeit als Callcenter Agentin für einen Onlineshop (seid mir nicht böse, dass ich diesen nicht nennen möchte) und versuche mich nebenbei an der Selbstständigkeit als Illustratorin. Ich bin seit kurzem verlobt und liebe neben meinem Liebsten die Nordsee, Skandinavien, Kunst, Gärtnern und Videospiele. Ich bin oftmals sehr sarkastisch. Aber ich kann mich beherrschen. Versprochen! Weil ich auf der Kehrseite auch unsicher und ängstlich bin.
Diagnosen:
Hashimoto Thyroiditis, Rheumatoiden Arthritis, eine psychische Persönlichkeitsstörung, Depression, Heuschnupfen mit Kreuzallergie, teils heftige Lebensmittelunverträglichkeiten (Laktose) und zu guter letzt noch irgendetwas schmerzhaftes im Magen-Darm-Trakt, was aktuell in Untersuchung ist.
Zur Rheumatoiden Arthritis bei mir:
Der erste Schub passierte mir Anfang 2016. Ich hatte gerade einen Minijob als Regalauffüller in einer Drogerie begonnen und verlor diesen direkt wieder wegen einer heftig entzündeten Schulter. Lange Zeit passierte wenig, ich nahm leichte Schmerzerscheinungen nicht wirklich ernst.
Im Sommer 2017 hatte ich dann einen Schub, der gefühlt direkt aus der Hölle kam. Erst schwoll nur mein Fuß an, so dick, dass ich mich krankschreiben lassen musste, weil ich nicht in meine Schuhe kam, um zur Arbeit zu gehen. Es ging mit schrecklichen Schmerzen einher und wanderte dann mein Bein hoch zur Hüfte. Von der Hüfte strahlte tagelang so massiver Schmerz aus, dass ich mich kaum bewegen konnte, geschweige denn schlafen oder überhaupt funktionieren.
Die Hausärztin überwies mich in die Rheumatologie. Da kam ziemlich fix die Diagnose und ich bekam Cortison und MTX.
Ich hatte meinen Job gewechselt und war derweil Kellnerin in einem kleinen Cafe. Dort schmiss ich unter der Woche allein den Laden: putzte morgens, bediente tagsüber, füllte das Lager auf, bereitete Getränke zu und schloss abends den Laden, um ihn dann erneut zu putzen. Das waren meist so 13 Stunden am Tag. Über ein Jahr lang.
Die Überbelastung machte die Schübe häufiger, bis sie nicht mehr auszuhalten waren. Schließlich kam die Krankschreibung - und direkt die sofortige Kündigung, weil ich "nicht zu gebrauchen" war.
Seit dem habe ich tierische Angst davor, für meine Rechte als chronisch Kranke zu kämpfen.
Kurz danach landete ich im Callcenter. Dort bin ich heute noch. Und auch der seelische Stress dort sorgt immer wieder für Schmerzen.
Am stärksten betroffen sind vor allem meine Hände.
Ich habe leider keinen Schimmer, ob und wie ich richtig mit Job&Arbeit umgehe, weil ich bisher nur Menschen um mich habe, die von mir erwarten, dass ich so funktioniere, wie ein gesunder Mensch. Da man mir eben nichts ansieht.
Aktuell bekomme ich täglich 200 mg Hydroxychloroquin, ein Mal die Woche einen Pen mit 20 mg MTX und habe einen Vorrat Prednisolon für Notfälle. In Kürze werde ich auf eine Biologika-Therapie umgestellt, weil die aktuelle nicht anschlägt.
Puh, das war viel Text. Hoffentlich nicht zu viel. :')
Ich freue mich jedenfalls auf regen Austausch und auf alles, was ich hier noch lernen kann.
Liebste Grüße!


