Hallo zusammen,
nachdem ich schon länger aus dem Wissensschatz dieses Forums schöpfe, muss ich nun mal selbst nachfragen, da ich ratlos bin, wie ich jetzt weiter vorgehen soll.
Ich bin Anfang 30 und mache ziemlich viel Sport, 184 cm, ca. 80 kg, Bürojob (aber mit gutem Bürostuhl).
Ich versuche mal meine Beschwerden bzw. deren Geschichte zusammenzufassen:
-- Beginn vor ca. 6 Monaten mit Mittelgelenk Mittelfinger rechts: Etwas (aber eindeutig) geschwollen, wenig schmerzhaft
-- In den letzten 2 Monaten zogen weitere Fingermittel- und Fingergrundgelenke mit Schwellungen nach (ebenfalls eher moderat). Betroffen sind mehr oder weniger alle Finger, aber am stärksten Mittel- und Zeigefinger beider Hände. Schmerzen habe ich wechselnd in den verschiedenen Gelenken, inklusive Handgelenk.
-- Bewegungseinschränkungen keine, außer sehr leicht an den Mittelfingern (kann diese nicht mehr ganz zur "kleinen Faust" einrollen, es fehlen aber nur ca. 5mm)
-- Im August hatte ich eine Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen. Es wurde eine bakterielle Infektion vermutet, durch eine winzige Schürfwunde eingewandert. Da ich Fieber (und deshalb Antibiotika intravenös) bekam, wurde der Schleimbeutel operativ entfernt. Seitdem habe ich damit Ruhe. M.W. wurde aber nie ein Erregernachweis gemacht.
-- Kurz vorher begannen leichte Kreuzschmerzen, beidseitig, aber klar links betont, die auch im Krankenhaus nie vollständig weggingen (trotz Ibuprufen).
-- Als ich aus dem Krankenhaus kam, lief ich ca. 2 Stunden durch die Stadt, woraufhin ich für ein paar Stunden unangenehme Hüftschmerzen bekam (aber auch nix unerträgliches), Region Oberschenkelrollhügel und Beckenkamm.
-- Diese Hüftschmerzen treten immer mal wieder leicht auf.
-- Die tiefsitzenden Kreuzschmerzen sind inzwischen an den meisten Tagen da, ziemlich genau im ISG-Bereich, immernoch primär links, und strahlen Richtung Gesäß aus.
-- Zusätzlich habe ich auch gelegentlich Fußschmerzen, ebenfalls linksbetont, im Fersenbereich und unter der Fußsohle.
-- Was ich eher nicht habe sind: Überwärmung, Druckschmerz (außer ganz leicht am Mittelfinger), Gelenksteifigkeit (weder morgens noch sonstwann), Rötung.
-- Auch wecken mich nachts keine Schmerzen, und sie sind, glaube ich, nachts auch nicht stärker.
-- Generell habe ich *nicht* das Gefühl, dass sie in Ruhe schlimmer würden.
-- Schmerzmaximum liegt eher Abends, so gegen 18/20 Uhr.
Ich habe auch schon einiges an Diagnostik durch, sowohl bei niedergelassenen Ärzten, als auch während eines kürzlichen 3-tägigen diagnostischen Aufenthaltes im Rheumazentrum Ruhrgebiet in Herne:
-- mehrmals Blut- & Urinlabor: komplett unaffällig, HLA-B27 negativ, BSG normal, Anti-ccp negativ, Rheumafaktor negativ, CRP normal (war nur während der Bursitis stark erhöht), ANA-Titer negativ, Borellien negativ, Harnsärue OK, etc. pp.; Einzig Vitamin-D moderat erniedrigt.
-- Schwellungen an den Fingern bestätigt.
-- verschiedene Bewegungstest (Menell etc.) bei 2 Rheumatologen und Orthopäde: Keine Auffälligkeiten.
-- Röntgen der LWS (bei Orthopäde): Nichts was die Beschwerden erklären könnte (nur leichte Seitwärtskrümmung der LWS, unter 10°, und ein etwas scharfer Winkel zwischen letztem Wirbel und Kreuzbein.
-- Röntgen der Hände (beurteilt von Radiologe, Rheumatologin und Handchirurg): Keine Auffälligkeiten.
-- MRT LWS, MRT ISG (beides ohne Kontrastmittel, beurteit von Rheumatologin + Radiologe): Keine Auffälligkeiten.
-- MRT rechte Hand (mit Kontrastmittel, beurteit von Rheumatologin + Radiologe): keine Auffälligkeiten.
Im allgemeinen sind alle genannten Beschwerden auszuhalten - wenn sie für immer so bleiben würden, könnte ich gut damit leben (auf Schmerzskala 1-10 vielleicht 3). Auch sind sie nicht immer da, treten aber fast jeden Tag auf. Was mir nur Sorgen macht, ist das geballte, zeitnahe Auftreten dieser verschiedenen Symptome, die ja schon rheumaartig sind und nach Bechterew o.ä. aussehen... Zumal meine Großmutter auch Rheuma hatte (ich glaube aber RA). Keines dieser Symptome, kannte ich vorher. Hatte zwar immer schon leichte Probleme mit BWS und HWS, Verspannung und dergleichen, aber nichts dramatisches und ganz anderer Schmerz. Psoriasis habe ich übrigens eher nicht.
Im Rheumazentrum hat man mir gesagt, es köme vielleicht alles vom Klettern kommen (da ich das viel mache) - ich sollte abwarten wie es mit den Beschwerden weiter geht, Schmerzmittel ausprobieren, und mich ggf. wiedervorstellen, falls es schlimmer wird.
Ich weiß also einfach gar nichts... obwohl diese Befunde natürlich das Beste sind, worauf ich hoffen konnte. Aber ich mache mir schon Sorgen, dass es vielleicht doch eine frühe Form von ("alles-negativer") SPA sein könnte. Ist das möglich oder wahrscheinlich? So unteschiedliche Sachen können doch nicht plötzlich von Überlastung kommen? Hat jemand ähnliche Erfarhungen? Wo noch keiner bildgebend draufgeguckt hat, ist meine Hüfte... kann es damit was zu tun haben? Gerade weil die Linderungschancen ja umso höher sind, je früher die Behandlung beginnt, würde ich schon gerne wissen, ob es was Rheumatisches sein könnte. Ich bin zwar zugegebenermaßen etwas hypochondrisch veranlagt, aber bei diesen Schmerzen bin ich mir schon ziemlich sicher, dass sie vorhanden sind.
Danke für's Durchhalten bis hierher und vielen Dank im Voraus für jeden Vorschlag!
JohnnyDoe
nachdem ich schon länger aus dem Wissensschatz dieses Forums schöpfe, muss ich nun mal selbst nachfragen, da ich ratlos bin, wie ich jetzt weiter vorgehen soll.
Ich bin Anfang 30 und mache ziemlich viel Sport, 184 cm, ca. 80 kg, Bürojob (aber mit gutem Bürostuhl).
Ich versuche mal meine Beschwerden bzw. deren Geschichte zusammenzufassen:
-- Beginn vor ca. 6 Monaten mit Mittelgelenk Mittelfinger rechts: Etwas (aber eindeutig) geschwollen, wenig schmerzhaft
-- In den letzten 2 Monaten zogen weitere Fingermittel- und Fingergrundgelenke mit Schwellungen nach (ebenfalls eher moderat). Betroffen sind mehr oder weniger alle Finger, aber am stärksten Mittel- und Zeigefinger beider Hände. Schmerzen habe ich wechselnd in den verschiedenen Gelenken, inklusive Handgelenk.
-- Bewegungseinschränkungen keine, außer sehr leicht an den Mittelfingern (kann diese nicht mehr ganz zur "kleinen Faust" einrollen, es fehlen aber nur ca. 5mm)
-- Im August hatte ich eine Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen. Es wurde eine bakterielle Infektion vermutet, durch eine winzige Schürfwunde eingewandert. Da ich Fieber (und deshalb Antibiotika intravenös) bekam, wurde der Schleimbeutel operativ entfernt. Seitdem habe ich damit Ruhe. M.W. wurde aber nie ein Erregernachweis gemacht.
-- Kurz vorher begannen leichte Kreuzschmerzen, beidseitig, aber klar links betont, die auch im Krankenhaus nie vollständig weggingen (trotz Ibuprufen).
-- Als ich aus dem Krankenhaus kam, lief ich ca. 2 Stunden durch die Stadt, woraufhin ich für ein paar Stunden unangenehme Hüftschmerzen bekam (aber auch nix unerträgliches), Region Oberschenkelrollhügel und Beckenkamm.
-- Diese Hüftschmerzen treten immer mal wieder leicht auf.
-- Die tiefsitzenden Kreuzschmerzen sind inzwischen an den meisten Tagen da, ziemlich genau im ISG-Bereich, immernoch primär links, und strahlen Richtung Gesäß aus.
-- Zusätzlich habe ich auch gelegentlich Fußschmerzen, ebenfalls linksbetont, im Fersenbereich und unter der Fußsohle.
-- Was ich eher nicht habe sind: Überwärmung, Druckschmerz (außer ganz leicht am Mittelfinger), Gelenksteifigkeit (weder morgens noch sonstwann), Rötung.
-- Auch wecken mich nachts keine Schmerzen, und sie sind, glaube ich, nachts auch nicht stärker.
-- Generell habe ich *nicht* das Gefühl, dass sie in Ruhe schlimmer würden.
-- Schmerzmaximum liegt eher Abends, so gegen 18/20 Uhr.
Ich habe auch schon einiges an Diagnostik durch, sowohl bei niedergelassenen Ärzten, als auch während eines kürzlichen 3-tägigen diagnostischen Aufenthaltes im Rheumazentrum Ruhrgebiet in Herne:
-- mehrmals Blut- & Urinlabor: komplett unaffällig, HLA-B27 negativ, BSG normal, Anti-ccp negativ, Rheumafaktor negativ, CRP normal (war nur während der Bursitis stark erhöht), ANA-Titer negativ, Borellien negativ, Harnsärue OK, etc. pp.; Einzig Vitamin-D moderat erniedrigt.
-- Schwellungen an den Fingern bestätigt.
-- verschiedene Bewegungstest (Menell etc.) bei 2 Rheumatologen und Orthopäde: Keine Auffälligkeiten.
-- Röntgen der LWS (bei Orthopäde): Nichts was die Beschwerden erklären könnte (nur leichte Seitwärtskrümmung der LWS, unter 10°, und ein etwas scharfer Winkel zwischen letztem Wirbel und Kreuzbein.
-- Röntgen der Hände (beurteilt von Radiologe, Rheumatologin und Handchirurg): Keine Auffälligkeiten.
-- MRT LWS, MRT ISG (beides ohne Kontrastmittel, beurteit von Rheumatologin + Radiologe): Keine Auffälligkeiten.
-- MRT rechte Hand (mit Kontrastmittel, beurteit von Rheumatologin + Radiologe): keine Auffälligkeiten.
Im allgemeinen sind alle genannten Beschwerden auszuhalten - wenn sie für immer so bleiben würden, könnte ich gut damit leben (auf Schmerzskala 1-10 vielleicht 3). Auch sind sie nicht immer da, treten aber fast jeden Tag auf. Was mir nur Sorgen macht, ist das geballte, zeitnahe Auftreten dieser verschiedenen Symptome, die ja schon rheumaartig sind und nach Bechterew o.ä. aussehen... Zumal meine Großmutter auch Rheuma hatte (ich glaube aber RA). Keines dieser Symptome, kannte ich vorher. Hatte zwar immer schon leichte Probleme mit BWS und HWS, Verspannung und dergleichen, aber nichts dramatisches und ganz anderer Schmerz. Psoriasis habe ich übrigens eher nicht.
Im Rheumazentrum hat man mir gesagt, es köme vielleicht alles vom Klettern kommen (da ich das viel mache) - ich sollte abwarten wie es mit den Beschwerden weiter geht, Schmerzmittel ausprobieren, und mich ggf. wiedervorstellen, falls es schlimmer wird.
Ich weiß also einfach gar nichts... obwohl diese Befunde natürlich das Beste sind, worauf ich hoffen konnte. Aber ich mache mir schon Sorgen, dass es vielleicht doch eine frühe Form von ("alles-negativer") SPA sein könnte. Ist das möglich oder wahrscheinlich? So unteschiedliche Sachen können doch nicht plötzlich von Überlastung kommen? Hat jemand ähnliche Erfarhungen? Wo noch keiner bildgebend draufgeguckt hat, ist meine Hüfte... kann es damit was zu tun haben? Gerade weil die Linderungschancen ja umso höher sind, je früher die Behandlung beginnt, würde ich schon gerne wissen, ob es was Rheumatisches sein könnte. Ich bin zwar zugegebenermaßen etwas hypochondrisch veranlagt, aber bei diesen Schmerzen bin ich mir schon ziemlich sicher, dass sie vorhanden sind.
Danke für's Durchhalten bis hierher und vielen Dank im Voraus für jeden Vorschlag!
JohnnyDoe