sailormars
Neues Mitglied
Ich lese schon lange "still" im Forum mit, ohne mich allerdings anzumelden. aber jetzt habe ich eine konkrete Frage, eigentlich will ich eher Meinungen - also:
Kurz zu meiner Krankheit - Frühjahr 2001 erstmals Beschwerden, nach der üblichen Odyssee die "Diagnose" Spondarthritis, HLA-B27 neg., ausgeprägte Sakroiliitis beidseits und der linken Schulter (manchmal) - auch die üblichen Medikamente und Maßnahmen, dann Cortison-Schübe, 1 1/2 Jahre Humira (mit den üblichen Schmerzmitteln) zwar mit Besserung im Röntgenbild, aber dann nicht mehr in der Schmerzbekämpfung - jetzt ab Januar Enbrel und "beschwerdefrei" (Jipie!).
was hat das jetzt mit Indien zu tun... mein Freund hat die Chance beruflich zwischen Juni und September für vier Wochen nach Indien zu gehen (Hyderabad) und ich will (natürlich!) mit. Einen günstigeren Zeitpunkt wird es nicht geben - meine Examensprüfungen sind erst im September und mir geht es gesundheitlich gerade mal gut - ich hätte sogar die Möglichkeit dort ein Praktikum am Goethe-Institut zu machen. Bis vor zwei Tagen war noch alles super - bis zum Impfgespräch beim Arzt... Mein Freund bekam die lange Liste der empfohlenen Impfungen präsentiert (Diphterie, Tetanus, Polio - Hep A und B, Typhus) und bei mir bekam er eine sorgenvolle Stirn. Typhus ist ein Lebend-Impfstoff, den darf ich also wg. des Enbrels nicht nehmen. Gut, der Arzt meinte - mit strengen Hygiene-Vorschriften könne man das Risiko wohl eingehen.
Dieses Risiko würde ich auch eingehen. Selbst wenn etwas passieren sollte (was Gott verhüten möge) ist Hyderabad die fünft-größte Stadt Indiens und auch an ihr ist die Zivilisation nicht vollkommen vorbeigezogen. Indiens medizinischer Standard ist wohl gar nicht so schlecht, wenn man genug Geld hat.
Hep A und B sind tote Impfstoffe - die gehen. 2006 hatte ich (noch unter Humira) eine Auffrischung von Polio, etc - und dann sagte der Onkel Doktor, dass mir aber bewusst sein müsse (ich fragte nochmal, hatte ich es doch schon gelesen), dass die Auffrischung und auch die Hep.-Impfungen nicht so sicher sind, wie bei Nicht-Humria/Enbrel Patienten. Ich quetschte mir ein "No risk, no fun" heraus, auch um zu sehen, wie er reagiert. Er lächelte und meinte, sehe er auch so - aber so richtig überzeugt hat er mich nicht.
Ich meinte, dass man dies doch anhand einer Serum-Untersuchung prüfen könne. Da stimmte er zu, nur die Erkenntnis würde wenig nützen, denn ein Nachimpfen würde dann nix mehr bringen, dann würde es am Enbrel liegen und auch mit dem Nachimpfen würde kein solcher Schutz entstehen wie bei Anderen. Mir wurde ein wenig mulmig, als er meinem vor Gesundheit strotzenden Freund die Liste der Impfungen präsentierte und bei mir immer nur: Hm, geht bei Ihnen nicht und das auch nicht...
Nun wollen wir nicht durch Indien trampen und im Zelt schlafen - wir bekämen eine Unterkunft gestellt (wie auch immer die aussehen wird) und ich wäre auch bereit in der Stadt zu bleiben. Inwieweit wir Kontakt zur ärmeren, vor Keimen und Viren strotzenden Bevölkerung haben (das soll jetzt nicht so gemein klingen, wie ich es geschrieben habe...) - kann ich nicht sagen, ich war ja noch nie da...
Nur - Indien ist eben ein Herd lauter Krankheiten und auch Polio ist verbreitet. Und wenn ich Polio habe, dann habe ich das mit allen Schäden. Typhus kann man behandeln, auch ohne Spätschäden, Polio nicht - gegen dieses Virus habe ich dann vielleicht nur unzureichenden Impfschutz - oder vielleicht reicht er aus - oder ich werde nicht einen Menschen treffen mit Polio - oder, oder, oder ...
- und darin liegt mein Dilemma. Ich kenne die meisten Impf-Threads hier im Forum, ich habe auch einiges auf der TNF-alpha-Infoseite dazu gelesen - nur die haben meine hin-und-her-Gerissenheit nicht lösen können. Und ausgerechnet in diesem Monat ist NATÜRLICH mein Rheumatologe im Urlaub...
Warum präsentiert der Arzt meinem Freund eine lange Liste mit Impfmaßnahmen - und bei mir nur: "geht nicht." - sollte er mir dann nicht abraten? Festlegen wird er sich nicht, ich könnte ja nachher sagen, dass er Schuld ist und die in Deutschland phänomenal hohen Entschädigungsgelder kassieren... Ich würde gerne eure Meinungen dazu hören - würdet ihr das Risiko eingehen? Ich will verflucht nochmal nach Indien! Aber nicht mit Polio nach Deutschland zurückkehren... Menno!
Für individuelle Meinungen bin ich wirklich dankbar. (Oh Gott - ist der Beitrag lang geworden...sorry!)
Kurz zu meiner Krankheit - Frühjahr 2001 erstmals Beschwerden, nach der üblichen Odyssee die "Diagnose" Spondarthritis, HLA-B27 neg., ausgeprägte Sakroiliitis beidseits und der linken Schulter (manchmal) - auch die üblichen Medikamente und Maßnahmen, dann Cortison-Schübe, 1 1/2 Jahre Humira (mit den üblichen Schmerzmitteln) zwar mit Besserung im Röntgenbild, aber dann nicht mehr in der Schmerzbekämpfung - jetzt ab Januar Enbrel und "beschwerdefrei" (Jipie!).
was hat das jetzt mit Indien zu tun... mein Freund hat die Chance beruflich zwischen Juni und September für vier Wochen nach Indien zu gehen (Hyderabad) und ich will (natürlich!) mit. Einen günstigeren Zeitpunkt wird es nicht geben - meine Examensprüfungen sind erst im September und mir geht es gesundheitlich gerade mal gut - ich hätte sogar die Möglichkeit dort ein Praktikum am Goethe-Institut zu machen. Bis vor zwei Tagen war noch alles super - bis zum Impfgespräch beim Arzt... Mein Freund bekam die lange Liste der empfohlenen Impfungen präsentiert (Diphterie, Tetanus, Polio - Hep A und B, Typhus) und bei mir bekam er eine sorgenvolle Stirn. Typhus ist ein Lebend-Impfstoff, den darf ich also wg. des Enbrels nicht nehmen. Gut, der Arzt meinte - mit strengen Hygiene-Vorschriften könne man das Risiko wohl eingehen.
Dieses Risiko würde ich auch eingehen. Selbst wenn etwas passieren sollte (was Gott verhüten möge) ist Hyderabad die fünft-größte Stadt Indiens und auch an ihr ist die Zivilisation nicht vollkommen vorbeigezogen. Indiens medizinischer Standard ist wohl gar nicht so schlecht, wenn man genug Geld hat.
Hep A und B sind tote Impfstoffe - die gehen. 2006 hatte ich (noch unter Humira) eine Auffrischung von Polio, etc - und dann sagte der Onkel Doktor, dass mir aber bewusst sein müsse (ich fragte nochmal, hatte ich es doch schon gelesen), dass die Auffrischung und auch die Hep.-Impfungen nicht so sicher sind, wie bei Nicht-Humria/Enbrel Patienten. Ich quetschte mir ein "No risk, no fun" heraus, auch um zu sehen, wie er reagiert. Er lächelte und meinte, sehe er auch so - aber so richtig überzeugt hat er mich nicht.
Ich meinte, dass man dies doch anhand einer Serum-Untersuchung prüfen könne. Da stimmte er zu, nur die Erkenntnis würde wenig nützen, denn ein Nachimpfen würde dann nix mehr bringen, dann würde es am Enbrel liegen und auch mit dem Nachimpfen würde kein solcher Schutz entstehen wie bei Anderen. Mir wurde ein wenig mulmig, als er meinem vor Gesundheit strotzenden Freund die Liste der Impfungen präsentierte und bei mir immer nur: Hm, geht bei Ihnen nicht und das auch nicht...
Nun wollen wir nicht durch Indien trampen und im Zelt schlafen - wir bekämen eine Unterkunft gestellt (wie auch immer die aussehen wird) und ich wäre auch bereit in der Stadt zu bleiben. Inwieweit wir Kontakt zur ärmeren, vor Keimen und Viren strotzenden Bevölkerung haben (das soll jetzt nicht so gemein klingen, wie ich es geschrieben habe...) - kann ich nicht sagen, ich war ja noch nie da...
Nur - Indien ist eben ein Herd lauter Krankheiten und auch Polio ist verbreitet. Und wenn ich Polio habe, dann habe ich das mit allen Schäden. Typhus kann man behandeln, auch ohne Spätschäden, Polio nicht - gegen dieses Virus habe ich dann vielleicht nur unzureichenden Impfschutz - oder vielleicht reicht er aus - oder ich werde nicht einen Menschen treffen mit Polio - oder, oder, oder ...
- und darin liegt mein Dilemma. Ich kenne die meisten Impf-Threads hier im Forum, ich habe auch einiges auf der TNF-alpha-Infoseite dazu gelesen - nur die haben meine hin-und-her-Gerissenheit nicht lösen können. Und ausgerechnet in diesem Monat ist NATÜRLICH mein Rheumatologe im Urlaub...
Warum präsentiert der Arzt meinem Freund eine lange Liste mit Impfmaßnahmen - und bei mir nur: "geht nicht." - sollte er mir dann nicht abraten? Festlegen wird er sich nicht, ich könnte ja nachher sagen, dass er Schuld ist und die in Deutschland phänomenal hohen Entschädigungsgelder kassieren... Ich würde gerne eure Meinungen dazu hören - würdet ihr das Risiko eingehen? Ich will verflucht nochmal nach Indien! Aber nicht mit Polio nach Deutschland zurückkehren... Menno!
Für individuelle Meinungen bin ich wirklich dankbar. (Oh Gott - ist der Beitrag lang geworden...sorry!)