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Susi32
Guest
Hallo Ihr Lieben. Ihr kennt mich nicht. Ich Euch aber. Nach fast zwei Jahren schreibe ich Euch nun mal. Kurz zu mir. Ich bin 32 Jahre alt, verh. und habe eine 11-jährige Tochter. Jetzt ... nachdem ich das Forem seit ca. 2 Jahren regelmäßig lese, schreibe ich Euch meine Geschichte. Alles fing im Jahre 1999 an. Schmerzen, Fieber, schlechte Blutwerte usw. Mein Hausarzt stellte zunächst die Diagnose: Verdacht auf Borreliose. Hatte sich dann gott sei Dank nicht bestätigt. Meine Blutwerte im einzelnen kann ich nicht mehr sagen. Es waren wahnsinnig viele Untersuchungen. Da mein RF-Wert um das 10-fache höher war, ging man von einer Entzündung im Körper aus. Dann begann ein Weg, den ich nie wieder mehr gehen will. Ich hatte die nächste Zeit (ein Zeitraum von ca. 1/2 Jahr) täglich fast 39 Grad Fieber. Vor Schmerzen (die Gelenke) kam ich morgens kaum aus dem Bett und war doch den ganzen Tag berufstätig. Was ich gegessen habe, kam meist wieder raus und auch meine Haut brannte den ganzen Tag wie Feuer. Mein Arzt wusste nicht mehr weiter, er vermutete Rheuma und schickte mich ins Krankenhaus. Dort behandelte man mich, als wäre ich verrückt. Man machte die üblichen Blutuntersuchungen und kam zu dem Ergebnis, dass ich aufgrund der ständigen Kopfschmerzen wohl einen Gehintumor habe. Also Kernspind und CT.... ich wurde nach 12 Tagen mit der Empfehlung entlassen, mich in psychiatrische Behandlung zu begeben, da ich mir wohl alles nur einbilden würde. Das war dann die Zeit, in der ich auf dieses Forum stieß. Ich fand Ähnlichkeiten mit anderen Betroffenen, dann aber auch wieder nicht. Nach ca. 1 Jahr hatte ich wegen der ständigen Schmerzen resigniert und dachte wirklich, ich bilde mir das nur ein. Ich ging auch zu keinem Arzt mehr, nachdem ich in der Zwischenzeit vier weitere verschlissen hatte und jeder mir nur sagte, irgendwas wäre nicht in Ordnung... was konnte mir keiner sagen. Ich hatte mittlerweile 10 kg abgenommen und lief durch die Gegend wie Falschgeld. Mein Mann war verzweifelt, meine Tochter hilflos und ich ..... ein Wrack. Gegen das Fieber und die Schmerzen nahm ich anstelle eines Frühstücks zwei Schmerztabletten. Ich erschlich mir unter fadenscheinigen Gründen von meinem Hausarzt starke Antidepressiva, damit ich meinen Job und meine Familie bewältigen konnte. Das ging dann bis fast Ende 2000 so. Dann kam eine Nacht, in der es mir besonders schlecht ging. Ich erbrach ständig. Irgendwie hat mich das dann wachgerüttelt. Ich sprach mit meinem Hausarzt, der mir immer hefeln wolle, ich hatte diese Hilfe dann ja aber irgendwann abgelehnt. Er machte mir einen Termin in einer Uniklinik im Immunlabor. Das übliche Spiel. Blutuntersuchungen usw. Dann.... ich war das vierte Mal dort, kam der Arzt auf mich zu und lächelte. Er sagte mir, er habe durch Zufall herausgefunden, was mir fehlt. Die letzte Untersuchung habe er mal weiter getestet. ICH HATTE EINE MASSIVE LEBERENTZÜNDUNG. Das war es. Ich hatte mich irgendwie mit Hepatitis-B infiziert und die Infektion wütete in mir. Es mag blöd klingen aber ich war so glücklich. Er nahm mich ernst und sagte mir auch, dass die meine Beschwerden genau zutrafen, wenn die Infektion aktiv ist. Ich bekam Medis, auf die es mir bald besser ging. Aber ich wollte sie nicht ständig nehmen wegen der starken Nebenwirkungen. Ich machte mich kundig und verstand, dass ich selbst viel für mich tun kann. Ich stellte meine Ernährung strikt um, nahm keinerlei Medis mehr und verzichtete völlig auf Alkohol. Die Infektion kam zum Ruhen. Ich lebte wieder. Heute geht es mir blendend. Natürlich flammt die Infektion immer wieder auf .... wenn ich z.B. mal bei einem Fest zu tief ins Glas schaue. Aber damit kann ich jetzt prima umgehen. Ich weiss, jetzt kommt wieder ein Schub, der auch wieder vorbeigeht. Ich habe ein 80 %-iges Risiko, in 20 Jahren eine Leberzirrhose zu bekommen, aber ich denke jetzt nicht darüber nach. Es war eine schlimme Zeit, aber ich habe sie überstanden. Das Lesen in diesem Forum hat mir dabei sehr geholfen. Ich verfolgte, wie es Euch geht und ärgerte mich, dass ihr nicht das gleiche Glück habt, Euer Leiden zum Ruhen zu bekommen. Ich habe zwar hier nichts zu suchen aber es war mir einfach ein Bedürfnis, Euch meine Geschickte zu schreiben.Ich werde weiter bei Euch bleiben und an Euch denken. Unbewusst habe ich Euch allen viel zu verdanken. Ihr habt viel mehr Kraft, als ich sie damals hatte. Dafür bewundere ich Euch. Ich wünsche Euch alles Liebe und Gute.
Susi
Susi