Jazzlyn
Bekanntes Mitglied
Hallo zusammen,
nachdem ich so lange mitgelesen habe, möchte ich mich bei euch vorstellen.
2005/2006 bei mir ein Morbus Bechterew diagnostiziert. Obwohl die Symptome viele Jahre vorher anfingen, bin ich erst zu diesem Zeitpunkt zum Arzt gegangen als nicht mehr erträglich war.
Mit meinem damaligen Hausarzt (er war selbst an Bechterew erkannt) und Diclo kam ich damals einige Jahre so zurecht.
Vor 11 Jahren bin ich dann umgezogen.
Die ersten Jahre ohne einen Hausarzt kam ich ganz gut über die Runden, meine Beschwerden war nicht so riesig.
Als dann die Schübe zunahmen, begann die Odyssee nach der Suche nach einem neuen Hausarzt:
Bei dem ersten Ärztin war ich auf Anraten meiner Frauenärztin wegen meines zu hohen Blutdrucks. Die Schilddrüse sollte untersucht werden und ich fragte sie, ob das Jod welches ich nehme, Einfluss auf die Untersuchung hätte. Antwort: Nein, Jod hat keinen Einfluss auf die Schilddrüse.
Zweiter Versuch: ich war bei diesem Arzt noch einen verdammt langen Tag und vollkommen hin. Er erklärte mir, dass eine Sprechstundenhilfe wie bei der Frauenärztin, den Blutdruck nicht korrekt wie er messen könnte. Und oh Wunder, mein Blutdruck war zu niedrig. Auf mein Rheuma angesprochen, meinte er nur, das hat Zeit. Meist sind das ja Fehldiagnosen.
Nächster Versuch: Mir wurde gesagt, dass ich mich nicht so anstellen soll, Rückenschmerzen hat doch fast jeder.
Für eine gewisse Zeit war ich erstmal von Ärzten bedient.
Allerdings nahmen dann auch die Schübe an Intensität und Häufigkeit zu.
Da ich zu dem Zeitpunkt, 2019, keinen Plan hatte, wie ich an einem vernünftigen Hausarzt kommen sollte, vereinbarte ich einen Termin für 2020 bei einem orthopädischen Rheumatologen. Dies sollte dann alles noch mal toppen:
Bei der Symptombefragung gab er selbst die Antworten, wenn ich nicht schnell genug antwortete. Körperlich wurde ich nicht untersucht, wurde nach meiner beruflichen Tätigkeit befragt (ich arbeite nur mit Männern zusammen) und mit dem Satz entlassen, den dann bei offener Tür alle wartenden Patienten hören konnten: Wissen Sie, Sie müssen sich einfach nur ein bisschen entspannen, dann wird alles gut.
Nach diesem Desaster fasste ich den Gedanken, dass ich mich diesmal nicht unterkriegen lasse. Ich durchforstete das Internet nach Hausärzten mit der Fachrichtung Innere Medizin, sortierte diese nach vorhandenen Bewertungen, machte eine Rangliste auf und telefonierte diese ab. Etliche nahmen keine neuen Patienten auf oder hatten einen Termin für das nächste Jahr.
Und dann hatte ich endlich Glück: Eine super nette Sprechstundenhilfe, die sich meine Geschichte anhörte und mir einen Termin gab obwohl sie keine neuen Patienten aufnehmen.
Nach der Blutuntersuchung und einem MRT kam die Ernüchterung: In Ihrem Blut ist nichts zu sehen, Sie haben kein Rheuma. Ich wurde entlassen mit einem Rezept für einen Cox-2-hemmer.
Ich gab nicht auf, vereinbarte einen neuen Termin und war bewaffnet mit einem Fragebogen der Charité Berlin (habe ich möglicherweise Rheuma), Auszügen der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie für Spondyloarthriten ( BSG CRP nicht erhöht) und schlussendlich dem Auszug der Berufsordnung für Ärzte bezüglich meinem Recht auf Überweisungen von RO.
Letzteres benötigte ich zum Glück nicht, um eine Zusage für die Überweisung zu bekommen.
Die zehn Monate Wartezeit bis zum Termin bei der Rheumapraxis nutzte ich für einen Termin bei einer Hautärztin, die eine Psoriasis feststellte, sie aber nicht für schlimm genug hielt, um sie zu behandeln. Und ich erstellte ein persönliches Dokument mit Symptomen, Familienanamnese, genommenen Medikamenten, einer Zeitachse meines Verlaufes und dokumentierte meine Schmerzen und Symptome bis zu diesem Termin. Ich wollte mich auf alle Eventualitäten vorbereiten.
Im Februar dieses Jahres saß ich dann endlich einer jungen Rheumatologin in Weiterbildung gegenüber, die mich vollkommen ernst nahm, und die nicht komisch reagierte, dass ich mich mit den Leitlinien befasst hatte.
Nach ihrer Untersuchung holte sie ihren Chef dazu, der ihre Diagnose Psoriasis-Arthritis bestätigte.
Ich war so erleichtert und dankbar und verließ die Praxis mit einem Rezept für Prednisolon.
Nach dem Wirkverlust bei der ersten Reduktion des Prednisolons bekam ich MTX Spritzen.
Vor kurzem wurde im MRT eine Entzündung der Rippenknorpel festgestellt und ich bekomme jetzt zusätzlich seit 3 Wochen Benepali.
Für alle die es bis hierhin geschafft haben, sorry das ist so viel geworden ist... Ich wollte mich eigentlich nur kurz vorstellen und nicht so anonym mitlesen.
VG Jazzlyn
nachdem ich so lange mitgelesen habe, möchte ich mich bei euch vorstellen.
2005/2006 bei mir ein Morbus Bechterew diagnostiziert. Obwohl die Symptome viele Jahre vorher anfingen, bin ich erst zu diesem Zeitpunkt zum Arzt gegangen als nicht mehr erträglich war.
Mit meinem damaligen Hausarzt (er war selbst an Bechterew erkannt) und Diclo kam ich damals einige Jahre so zurecht.
Vor 11 Jahren bin ich dann umgezogen.
Die ersten Jahre ohne einen Hausarzt kam ich ganz gut über die Runden, meine Beschwerden war nicht so riesig.
Als dann die Schübe zunahmen, begann die Odyssee nach der Suche nach einem neuen Hausarzt:
Bei dem ersten Ärztin war ich auf Anraten meiner Frauenärztin wegen meines zu hohen Blutdrucks. Die Schilddrüse sollte untersucht werden und ich fragte sie, ob das Jod welches ich nehme, Einfluss auf die Untersuchung hätte. Antwort: Nein, Jod hat keinen Einfluss auf die Schilddrüse.
Zweiter Versuch: ich war bei diesem Arzt noch einen verdammt langen Tag und vollkommen hin. Er erklärte mir, dass eine Sprechstundenhilfe wie bei der Frauenärztin, den Blutdruck nicht korrekt wie er messen könnte. Und oh Wunder, mein Blutdruck war zu niedrig. Auf mein Rheuma angesprochen, meinte er nur, das hat Zeit. Meist sind das ja Fehldiagnosen.
Nächster Versuch: Mir wurde gesagt, dass ich mich nicht so anstellen soll, Rückenschmerzen hat doch fast jeder.
Für eine gewisse Zeit war ich erstmal von Ärzten bedient.
Allerdings nahmen dann auch die Schübe an Intensität und Häufigkeit zu.
Da ich zu dem Zeitpunkt, 2019, keinen Plan hatte, wie ich an einem vernünftigen Hausarzt kommen sollte, vereinbarte ich einen Termin für 2020 bei einem orthopädischen Rheumatologen. Dies sollte dann alles noch mal toppen:
Bei der Symptombefragung gab er selbst die Antworten, wenn ich nicht schnell genug antwortete. Körperlich wurde ich nicht untersucht, wurde nach meiner beruflichen Tätigkeit befragt (ich arbeite nur mit Männern zusammen) und mit dem Satz entlassen, den dann bei offener Tür alle wartenden Patienten hören konnten: Wissen Sie, Sie müssen sich einfach nur ein bisschen entspannen, dann wird alles gut.
Nach diesem Desaster fasste ich den Gedanken, dass ich mich diesmal nicht unterkriegen lasse. Ich durchforstete das Internet nach Hausärzten mit der Fachrichtung Innere Medizin, sortierte diese nach vorhandenen Bewertungen, machte eine Rangliste auf und telefonierte diese ab. Etliche nahmen keine neuen Patienten auf oder hatten einen Termin für das nächste Jahr.
Und dann hatte ich endlich Glück: Eine super nette Sprechstundenhilfe, die sich meine Geschichte anhörte und mir einen Termin gab obwohl sie keine neuen Patienten aufnehmen.
Nach der Blutuntersuchung und einem MRT kam die Ernüchterung: In Ihrem Blut ist nichts zu sehen, Sie haben kein Rheuma. Ich wurde entlassen mit einem Rezept für einen Cox-2-hemmer.
Ich gab nicht auf, vereinbarte einen neuen Termin und war bewaffnet mit einem Fragebogen der Charité Berlin (habe ich möglicherweise Rheuma), Auszügen der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie für Spondyloarthriten ( BSG CRP nicht erhöht) und schlussendlich dem Auszug der Berufsordnung für Ärzte bezüglich meinem Recht auf Überweisungen von RO.
Letzteres benötigte ich zum Glück nicht, um eine Zusage für die Überweisung zu bekommen.
Die zehn Monate Wartezeit bis zum Termin bei der Rheumapraxis nutzte ich für einen Termin bei einer Hautärztin, die eine Psoriasis feststellte, sie aber nicht für schlimm genug hielt, um sie zu behandeln. Und ich erstellte ein persönliches Dokument mit Symptomen, Familienanamnese, genommenen Medikamenten, einer Zeitachse meines Verlaufes und dokumentierte meine Schmerzen und Symptome bis zu diesem Termin. Ich wollte mich auf alle Eventualitäten vorbereiten.
Im Februar dieses Jahres saß ich dann endlich einer jungen Rheumatologin in Weiterbildung gegenüber, die mich vollkommen ernst nahm, und die nicht komisch reagierte, dass ich mich mit den Leitlinien befasst hatte.
Nach ihrer Untersuchung holte sie ihren Chef dazu, der ihre Diagnose Psoriasis-Arthritis bestätigte.
Ich war so erleichtert und dankbar und verließ die Praxis mit einem Rezept für Prednisolon.
Nach dem Wirkverlust bei der ersten Reduktion des Prednisolons bekam ich MTX Spritzen.
Vor kurzem wurde im MRT eine Entzündung der Rippenknorpel festgestellt und ich bekomme jetzt zusätzlich seit 3 Wochen Benepali.
Für alle die es bis hierhin geschafft haben, sorry das ist so viel geworden ist... Ich wollte mich eigentlich nur kurz vorstellen und nicht so anonym mitlesen.
VG Jazzlyn


da bekomme ich glatt Durst auf ein Bier.