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tigerfisch
Guest
Hallo Ihr da draußen!
Ich will mich für heute mal vorstellen: Ich werde nächste Woche 43 Jahre und kämpfe seit ich 18 bin mit dem Thema Rheuma.
Hatte bereits als Kind immer Schmerzen im Bewegungsapparat, was meine Eltern mir als Faulheit unterstellten und nie beachteten. Erst in den letzten Wochen ist mir das wieder in den Sinn gekommen.
Aber das ist typisch für meinen Umgang mit dem Thema. Ich traue mich eigentlich nicht, es wirklich als Krankheit zu sehen und es zu akzeptieren, weil ich seit Jahren von allen Seiten höre, meine Schmerzen sind nur psychosomatisch und ich würde mein Rheuma brauchen, um mir "Sonderrechte" zu nehmen. Bin irgendwie darauf geeicht mit Schmerzen zu leben und sie zu ignorieren.
Was seit 3,5 Monaten nicht mehr geht, da ich in dieser Zeit keinen Tag mehr schmerzfrei bin. Mal mehr und mal weniger - sicher - aber immer da, so lange war ein akuter Schub bei mir noch nie... es macht mir Angst.
und auch ganz schön wütend.
Natürlich laufe ich seit Jahren zu den verschiedensten Ärzten, mit Wasser in den Gelenken, Sehnensscheidenentzündungen, einem kaputten rechten Knie, das sie mir schon als Menikusschaden öffnen wollten und immer wieder diffuse Schmerzen in allen Körperteilen, die sich anfühlen als wären sie 'ne Mischung aus Grippe und Muskelkater und komischerweise nie Fieber.
Als ich 18 (1980) war, hatte ich eine Eileiter-Entzündung bei deren Diagnose der damalige Arzt auch feststellte, "dass Sie leider einen erhöhten Rheuma-Faktor haben! Ist zwar ein bisschen früh, aber mit der richtigen Ernährung und ausreichend Schmerzmitteln können Sie damit 100 Jahre alt werden!" Dieser Arzt praktizierte dann nicht mehr, ich zog fort und seit dem gab es keinen Arzt mehr, der mich bei dem Thema ernst nahm. Man fand keinen erhöhten Rheumafaktor mehr, also simulierte ich.
Im Dezember kam ich dann zu einem Orthopäden, von dem ich wußte, dass er viele Rheuma-Patienten betreut. Er hatte zwar die erfreuliche Mitteilung, dass an meinem Skelett alles in Ordnung sei, stellte allerdings die Diagnose Fibromyalgie-Syndrom und überwies mich weiter an eine Rheumatologin. Und warnte mich davor, dass seine Kollegen diese Krankheit evtl. auch gesehen haben, aber allgemein die Tendenz bestehe, sie nicht zu behandeln, weil die Behandlung zu langwierig sei und dem Arzt nach Kassensatz nichts einbrächte. Ich sollte mir überlegen, ob ich es mir leisten könne Privatpatientin zu werden.
Die Rheumatologin bei der ich vorletzte Woche war, war dann wieder ein Schock. Man lies mich einen Patientenbogen ausfüllen, eine Viertelstunde in Unterhose im kühlen Untersuchungsraum warten, dann untersuchte sie mich, lachte als ich vor Schmerz aufschrie, entschuldigte sich zwar, machte eine Ultraschalluntersuchung meines linken Arms, beschied mich zu schweigen, schickte mich im Anschluss zum angeschlossenen Labor verabschiedete sich mit den Worten: "Sie bekommen einen Telefontermin in 2 Wochen!" Auf meine verdutzte Nachfrage, dass ich seit 3 Monaten Schmerzen habe, zwar nicht auf Tabletten stehe, aber ob sie mir was empfehlen könne, mumelte sie nur was von: "Na, da muss ich Sie wohl gleich zur Schmerztherapie schicken, aber das müssen Sie bis zur letztendlichen Diagnose noch aushalten."
DIE FRAU HAT NOCH NICHT MAL MIT MIR GESPROCHEN!!!
Das macht mich wahnsinnig, diese allgemeine Ignoranz! Ich habe durch diese Krankheit als Freiberuflerin massive Probleme finanziell, arbeitstechnisch, muss dauernd Arbeitstermine absagen und muss mich von gutdotierten Ärzten behandeln lassen, als würde ich Ihnen Ihre wertvolle Zeit für besserbezahlenden Privatpatienten stehlen. Kann man da nichts dagegen machen? Seid Ihr auch alle gegen solche Mauern gerannt? Gibt es irgendwo vielleicht schon rechtliche Mittel gegen solche Ärzte? Das ist für mich eigentlich schon Körperverletzung!
Am Mittwoch habe ich diesen ominösen Telefontermin, mir ist schon ganz schlecht, weil ich mir nach diesem Erlebnis und allen meinen Erfahrungen nicht vorstellen kann, dass außer einer lapidaren Bemerkung: "Ihre Blutwerte sind o.k., ich kann leider nichts für Sie tun" irgendetwas zu erwarten ist.
Weiss vielleicht jemand von Euch , wo ich dann im Rhein-Main-Gebiet Hilfe finden kann?
So viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, scheint sich doch viel angesammelt zu haben... Aber gut, dass man hier mal jammern kann!
Gruss Tigerfisch
Ich will mich für heute mal vorstellen: Ich werde nächste Woche 43 Jahre und kämpfe seit ich 18 bin mit dem Thema Rheuma.
Hatte bereits als Kind immer Schmerzen im Bewegungsapparat, was meine Eltern mir als Faulheit unterstellten und nie beachteten. Erst in den letzten Wochen ist mir das wieder in den Sinn gekommen.
Aber das ist typisch für meinen Umgang mit dem Thema. Ich traue mich eigentlich nicht, es wirklich als Krankheit zu sehen und es zu akzeptieren, weil ich seit Jahren von allen Seiten höre, meine Schmerzen sind nur psychosomatisch und ich würde mein Rheuma brauchen, um mir "Sonderrechte" zu nehmen. Bin irgendwie darauf geeicht mit Schmerzen zu leben und sie zu ignorieren.
Was seit 3,5 Monaten nicht mehr geht, da ich in dieser Zeit keinen Tag mehr schmerzfrei bin. Mal mehr und mal weniger - sicher - aber immer da, so lange war ein akuter Schub bei mir noch nie... es macht mir Angst.
und auch ganz schön wütend.Natürlich laufe ich seit Jahren zu den verschiedensten Ärzten, mit Wasser in den Gelenken, Sehnensscheidenentzündungen, einem kaputten rechten Knie, das sie mir schon als Menikusschaden öffnen wollten und immer wieder diffuse Schmerzen in allen Körperteilen, die sich anfühlen als wären sie 'ne Mischung aus Grippe und Muskelkater und komischerweise nie Fieber.
Als ich 18 (1980) war, hatte ich eine Eileiter-Entzündung bei deren Diagnose der damalige Arzt auch feststellte, "dass Sie leider einen erhöhten Rheuma-Faktor haben! Ist zwar ein bisschen früh, aber mit der richtigen Ernährung und ausreichend Schmerzmitteln können Sie damit 100 Jahre alt werden!" Dieser Arzt praktizierte dann nicht mehr, ich zog fort und seit dem gab es keinen Arzt mehr, der mich bei dem Thema ernst nahm. Man fand keinen erhöhten Rheumafaktor mehr, also simulierte ich.
Im Dezember kam ich dann zu einem Orthopäden, von dem ich wußte, dass er viele Rheuma-Patienten betreut. Er hatte zwar die erfreuliche Mitteilung, dass an meinem Skelett alles in Ordnung sei, stellte allerdings die Diagnose Fibromyalgie-Syndrom und überwies mich weiter an eine Rheumatologin. Und warnte mich davor, dass seine Kollegen diese Krankheit evtl. auch gesehen haben, aber allgemein die Tendenz bestehe, sie nicht zu behandeln, weil die Behandlung zu langwierig sei und dem Arzt nach Kassensatz nichts einbrächte. Ich sollte mir überlegen, ob ich es mir leisten könne Privatpatientin zu werden.
Die Rheumatologin bei der ich vorletzte Woche war, war dann wieder ein Schock. Man lies mich einen Patientenbogen ausfüllen, eine Viertelstunde in Unterhose im kühlen Untersuchungsraum warten, dann untersuchte sie mich, lachte als ich vor Schmerz aufschrie, entschuldigte sich zwar, machte eine Ultraschalluntersuchung meines linken Arms, beschied mich zu schweigen, schickte mich im Anschluss zum angeschlossenen Labor verabschiedete sich mit den Worten: "Sie bekommen einen Telefontermin in 2 Wochen!" Auf meine verdutzte Nachfrage, dass ich seit 3 Monaten Schmerzen habe, zwar nicht auf Tabletten stehe, aber ob sie mir was empfehlen könne, mumelte sie nur was von: "Na, da muss ich Sie wohl gleich zur Schmerztherapie schicken, aber das müssen Sie bis zur letztendlichen Diagnose noch aushalten."
DIE FRAU HAT NOCH NICHT MAL MIT MIR GESPROCHEN!!!
Das macht mich wahnsinnig, diese allgemeine Ignoranz! Ich habe durch diese Krankheit als Freiberuflerin massive Probleme finanziell, arbeitstechnisch, muss dauernd Arbeitstermine absagen und muss mich von gutdotierten Ärzten behandeln lassen, als würde ich Ihnen Ihre wertvolle Zeit für besserbezahlenden Privatpatienten stehlen. Kann man da nichts dagegen machen? Seid Ihr auch alle gegen solche Mauern gerannt? Gibt es irgendwo vielleicht schon rechtliche Mittel gegen solche Ärzte? Das ist für mich eigentlich schon Körperverletzung!
Am Mittwoch habe ich diesen ominösen Telefontermin, mir ist schon ganz schlecht, weil ich mir nach diesem Erlebnis und allen meinen Erfahrungen nicht vorstellen kann, dass außer einer lapidaren Bemerkung: "Ihre Blutwerte sind o.k., ich kann leider nichts für Sie tun" irgendetwas zu erwarten ist.
Weiss vielleicht jemand von Euch , wo ich dann im Rhein-Main-Gebiet Hilfe finden kann?
So viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, scheint sich doch viel angesammelt zu haben... Aber gut, dass man hier mal jammern kann!
Gruss Tigerfisch