Ich hasse Streptokokken

Karin467

Neues Mitglied
Bei mir wurde vor noch nicht allzu langer Zeit Post-Streptokokken-Arthritis festgestellt. Zuvor war ich beim Orthopäden, der dachte es täte mir gut, wenn er mir bei der Gelegenheit zwei Wirbel einrenken würde - ich dachte echt, dass ich gleich bewußtlos werden würde vor Schmerzen. Ich hab mir geschworen, dass ich nie wieder zu einem Orthopäden gehen werde, wenn er mir nicht gleich vor der Begrüßung verspricht, dass er nicht den kleinsten Versuch machen wird, irgendwo was einzurenken.
Die Schmerzen wandern durch den Körper scheinen sich aber besonders im Illeosakralgelenk wohl zu fühlen, was zu nicht allzu erhohlsamen Nächten führt. Ich habe im Krankenhaus recht starke Schmerztropfen bekommen, da ich Ibuprofen und auch Voltaren und die anderen üblichen Medikamente nicht richtig vertragen habe. (Bzw. dachte der Arzt, dass ich sie nicht richtig vertrage, weil ich ach Schmerzen rechts unterhalb des Brustbeins habe - ich weiß nicht aber ich glaube deshalb dachte er, dass sie mir auf den Magen schlagen.)
Jedenfalls gehe ich nicht mehr ins Bett, ohne diese Tropfen (Tilidin) griffbereit besser noch in der Hand zu haben. Denn schlägt der Schmerz zu, ist es mir nicht mehr möglich mich auf die andere Seite zu drehen. Es ist alles noch sehr neu für mich - ich verbringe sehr viel Zeit damit mich im Internet zu informieren. Die Fülle der Informationen ist überwältigend - ebenso eure Erfahrungsberichte. Ich muß morgen das erste mal nach Entlassung aus der Klinik zum Hausarzt und weiß aber selbst gar nicht mehr was ich mir erhoffen kann. Mir hat diese ganze Situation echt den Boden unter den Füßen weg gezogen. Ich bin 35 und war immer gesund. Ich habe echt Angst, dass das so weitergeht und ich diese Schmerzen nie wieder los werde. Weiß jemand wie die Prognose steht, - ob diese sogenannte Post-Streptokokken-Raktive-Arthritis auch wieder verschwindet? Muß man mit Rückfällen rechnen? Weiß jemand bescheid, ob ob eine antibiotische Langzeit Prophylaxe angezeigt ist?
Ich fühle mich wie ein Pflegefall. Ich kann meinen Alltag nicht mehr alleine bewältigen. Autofahren ist auch nicht drin.
Bitte, wenn jemand etwas weiß - bitte, bitte schreibe mir. Ich bin mit den Nerven am ende
Karin
 
hallo karin,

herzlich willkommen auf r.o.

Daten aus einer finnischen Studie deuten indes darauf hin, daß ganz allgemein bei infektreaktiven Arthritiden, unabhängig von der Art der auslösenden Erreger, die Langzeitprognose besser ist, wenn anfangs eine längerdauernde antibiotische Therapie erfolgt. Dabei zeigten sich die positiven Effekte allerdings erst nach Jahren. So sah man in dieser Studie nach einem Jahr zunächst noch keinen Unterschied zwischen der Gruppe der Patienten mit einer infektreaktiven Arthritis, die für 3 Monate mit Ciprofloxacin behandelt worden waren, gegenüber der Gruppe der nicht antibiotisch therapierten Patienten.
Bei einer Nachuntersuchung 4-7 Jahr später hatten sich zwischenzeitlich entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie ankylosierende Spondylitiden, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (vgl. M. Crohn), Oligoarthritiden, Entzündungen von Sehnenansätzen (Enthesitis) sowie Regenbogenhautentzündungen (anteriore Uveitis) nur in Gruppe der nicht antibiotisch behandelten Patienten entwickelt, nicht jedoch in der Gruppe der Patienten, die anfangs für 3 Monate antibiotisch behandelt worden waren.
Diese Ergebnisse sprechen dafür, Patienten mit einer infektreaktiven Arthritis so früh wie möglich und für einen längeren Zeitraum, wahrscheinlich mindestens für 3 Monate, mit einem wirksamen Antibiotikum zu behandeln. Eine offene Frage ist, ob man in diesem Zeitraum bereits parallel eine langwirksame antirheumatische, krankheitsmodifizierende Therapie einleiten sollte („Basistherapie“).

quelle: http://www.rheuma-online.de/a-z/i/infektreaktive-arthritis.html

die chancen stehen gut, dass du wieder ganz gesund wirst :) [FONT=Arial,Bold]
[/FONT]
 
Danke

Danke Lilly - das hört sich ja gar nicht so schlecht an, jetzt muß ich mal sehn, wie so eine Langzeit Antibiotika Behandlung dann konkret aussehen soll. Ich hoffe mein Hausarzt kennt sich da vielleicht ein bischen aus.
Gute Nacht
Karin
 
hallo karin,
willkommen auf ro. ich wünsche dir, das dir mit antibiotika gut geholfen werden kann und es dir bald wieder viel besser geht.
 
hallo Karin, ich habe auch Streptos, seit über 1,5 Jahren.Starke Dauerschübe. Also jeden Tag ohne Ende Schmerzen.Ich habe 3 Monate verschiedene Antibiotika bekommen, ohne Wirkung,dann 3 Monate Doxi, wird auch in Rheumatherapie verwendet.Und seit Aug. 05 Tardocilin 1200 ,Penicillin Injektionen, erst 1x monatl. nun alle 2 Wochen. Ist schwer in den Griff zu bekommen. Der ASL ist bis Aug. gesunken auf 551 aber nun wieder steigend.
Mir geht es permanent mistig. habe auch CP und Polyarthrose. Bin auch etwas arg verzweifelt.

Ich wünsc he Dir viel Glück und vor allem Erfolg.
Gruß Anbar
 
Ich nehme auch Tilidin, hier jedoch die Retardtabletten und alle 6-8 Wochen steige ich eben wegen der Gefahr abhängig zu werden für gut eine bis 2 Wochen auf Novalgin um. Von Novalgin spinnen nach 8-10 Tagen meine Nieren, deshalb kann ich es nicht durchgehend nehmen und es hält von der Wirkung her nicht so lange an, wie Tilidin als Retardtabletten. Vorteilhaft an den Retardtabletten ist, dass der Drogenkick eher ausbleibt und dass ich wirklich keinerlei Probleme mit einer Abhängigkeit habe. Eben auch wegen der Unterbrechungen, die ich regelmäßig mache.

Von daher: Tilidin ist schon OK, aber man muss damit bewusst umgehen. (Achtung: Meine Meinung).

liebe Grüße,
Calendula
 
Achtung!

Hallo Calendula,

Von Novalgin spinnen nach 8-10 Tagen meine Nieren, deshalb kann ich es nicht durchgehend nehmen

Bei Nierenerkrankung darf man kein Novalgin nehmen das ist verboten!

Bitte frage Deinen Doc oder lese den Beipackzettel
Jane mit WHO 3a Nierenerkrankung ist es auch verboten worden.

LG Gisi
 
Hallo Gisi,

ich habe ja nicht wirklich eine Nierenerkrankung. Ich habe nur seit ewigen Zeiten eine ungeklärte Mikromämaturie, deren Ursache man noch nicht gefunden hat. Mein Doc geht davon aus, dass es die Blase ist. Ist sich aber auch nicht so sicher. Ich weiss nicht so Recht, was los ist, aber ich weiss, dass von Novalgin meine Nieren nach einiger Zeit zicken und das tut ganz nett weh.

Ich will halt nicht schon wieder zum Arzt. Rheumatologe und Hausarzt reicht mir schon. Eigentlich müsste ich nach meiner Schilddrüse schauen lassen, dann soll ich eigentlich noch zum Urologen und obendrauf natürlich auch zum Physiotherapeut .... und wann kann ich arbeiten gehen? Ich müsste ja auch noch nach meinem Darm schauen lassen, den ich eben nur durch die Nebenwirkungen des Tilidin halbwegs ruhiggestellt gekriegt habe :rolleyes:

Ich habe eigentlich so richtig die Schnuppe voll. Die bisherigen Versuche mit Basistherapie sind gründlich daneben gegangen. Meine Verdauung zickt, mein Magen flippt und ich kriege manchmal Krämpfe auf der Toilette, da wünsche ich mir ernsthaft auf der Stelle tot umzufallen. Manchmal drücke ich mich schon vor dem Toilettengang :rolleyes:

Sorry, wollte Dir nix vorjammern. Ich habe dann noch entzündete Schleimbeutel in Schulternähe beim Schlüsselbein und sooo die Nase voll von dem Geschmerze. Ich kann mal wieder nicht richtig die Arme bewegen, dazu bringt mich noch mein Steissbein (heftige Schmerzen seit dem Treppensturz an Weihnachten) fast um das letzte Bisschen Verstand. Ohne Schmerzmittel wäre für mich der Tag im Eimer.

Liebe Grüße,
Calendula
 
Zurück
Oben