Susanne L.
Mitglied
Dieser Gedanke setzt sich immer wieder in mir fest, und langsam weiß ich nicht mehr, was ich machen soll:
Mein Arbeitgeber sieht mich durch die Gegend humpeln, schweigt, fragt nicht und sagt auch nichts. Erst im vergangenen Jahr hat er seine "Chance" genutzt und mir nach langer Krankheits- und damit Ausfallzeit, waren mehrere Monate, die Arbeitszeit gekürzt. Er hatte in dieser Zeit Arbeiten, die eigentlich zu meinem Aufgabenbereich gehörten, an andere Mitarbeiter verteilt. Die dürfen sie heute noch machen. Noch soetwas kann ich mir nicht leisten, weil ich Hauptverdiener bin und unser Kind auch noch nicht auf eigenen Füßen steht.
Mein Mann, ein ganz lieber und hilfsbereiter Mensch und bisher immer treuer Wegbegleiter, hat mich sich selber zu kämpfen. Ihm geht's auch nicht so gut. Und er hat Angst, genau wie ich, dass mich mein Chef endgültig entlässt, falls ich wieder für längere Zeit ausfalle. Dabei weiß ich genau, dass ich die Hüft-OP nun bald machen lassen muss und nicht mehr herum komme. Sagt jetzt nicht, dass das nicht so ohne weiteres geht mit dem Entlassen; rechtlich beschlagene Leute lassen sich immer was einfallen!
Aber was mache ich nun? Bin schon bei uns im Haus die Treppen auf allen Vieren raufgekrochen, weil es anders nicht mehr ging; nachts wache ich mehrmals auf, weil die Hüfte schmerzt, außerdem (vor allem) die Fingergelenke, in den Unterarmen einen Brennschmerz und das Gefühl wie bei einer totalen Überanstrengung (evtl. Sehnenscheidenentzündung, aber müsste dann der Schmerz nicht ständig da sein?), und morgens auf Arbeit komme ich schon mal total erledigt an mit einem Gefühl, gleich heulen zu müssen, obwohl ich vom Auto bis zum Gebäude nur wenige Meter zu laufen habe. Es ist in erster Linie ein Belastungsschmerz. Nur Sitzen geht noch ohne Probleme, und das ist auch die einzige Möglichkeit, mich zwischenzeitlich mal noch erholen zu können - wie eben jetzt gerade vor dem Computer.
Der Garten ist auch zu bewirtschaften, was nur noch eingeschränkt und selbst dann mit großer Mühe zu bewerkstelligen ist. Man sieht es auch, am Garten und an mir. Erst heute bin ich auf eine Unebenheit getreten, die ich vorher nicht sehen konnte, und - peng! - schon lag ich der Länge nach da, weil ich auf dieser Seite in der Hüfte einfach nicht mehr den nötigen Halt habe.
Tja, und was mache ich nun? Mein Mann sagt, schiebe es raus, so lange es geht. Aber, selbst wenn? Um welchen Preis!? Ich fürchte, wenn ich noch immer zuwarte, vielleicht ein weiteres Jahr oder noch länger, stehe ich nach dieser Zeit vor den gleichen Problemen wie heute: Chef ist unberechenbar, Ehemann hat Angst - nicht nur wegen der Arbeitsstelle, sondern auch davor, wie die Zukunft DANN aussehen könnte für uns alle, und auch ein wenig Angst vor dem Ausgang einer solchen OP! Diese letzten Bedenken teile ich sogar. Es wird ja, so viel steht schon fest, eine schwere Operation (also ein größerer Eingriff) werden, auch wenn so etwas heutzutage Routine sein soll.
Also wie gesagt, eigentlich "darf" ich ja gar nicht krank sein, bin es aber trotzdem und fühle mich ziemlich bescheiden. Wie geht ihr mit solch einer Situation um? Hat jemand einen Rat für mich? Ich glaube es ist der ewige Konflikt bei Kranken zwischen Wollen und Nicht-Können, noch dazu bei Frauen. Man reibt sich auf zwischen Mann, Kind und Beruf - und selber bleibt man auf der Strecke.
Danke für's Lesen.
lg
Susanne
Mein Arbeitgeber sieht mich durch die Gegend humpeln, schweigt, fragt nicht und sagt auch nichts. Erst im vergangenen Jahr hat er seine "Chance" genutzt und mir nach langer Krankheits- und damit Ausfallzeit, waren mehrere Monate, die Arbeitszeit gekürzt. Er hatte in dieser Zeit Arbeiten, die eigentlich zu meinem Aufgabenbereich gehörten, an andere Mitarbeiter verteilt. Die dürfen sie heute noch machen. Noch soetwas kann ich mir nicht leisten, weil ich Hauptverdiener bin und unser Kind auch noch nicht auf eigenen Füßen steht.
Mein Mann, ein ganz lieber und hilfsbereiter Mensch und bisher immer treuer Wegbegleiter, hat mich sich selber zu kämpfen. Ihm geht's auch nicht so gut. Und er hat Angst, genau wie ich, dass mich mein Chef endgültig entlässt, falls ich wieder für längere Zeit ausfalle. Dabei weiß ich genau, dass ich die Hüft-OP nun bald machen lassen muss und nicht mehr herum komme. Sagt jetzt nicht, dass das nicht so ohne weiteres geht mit dem Entlassen; rechtlich beschlagene Leute lassen sich immer was einfallen!
Aber was mache ich nun? Bin schon bei uns im Haus die Treppen auf allen Vieren raufgekrochen, weil es anders nicht mehr ging; nachts wache ich mehrmals auf, weil die Hüfte schmerzt, außerdem (vor allem) die Fingergelenke, in den Unterarmen einen Brennschmerz und das Gefühl wie bei einer totalen Überanstrengung (evtl. Sehnenscheidenentzündung, aber müsste dann der Schmerz nicht ständig da sein?), und morgens auf Arbeit komme ich schon mal total erledigt an mit einem Gefühl, gleich heulen zu müssen, obwohl ich vom Auto bis zum Gebäude nur wenige Meter zu laufen habe. Es ist in erster Linie ein Belastungsschmerz. Nur Sitzen geht noch ohne Probleme, und das ist auch die einzige Möglichkeit, mich zwischenzeitlich mal noch erholen zu können - wie eben jetzt gerade vor dem Computer.
Der Garten ist auch zu bewirtschaften, was nur noch eingeschränkt und selbst dann mit großer Mühe zu bewerkstelligen ist. Man sieht es auch, am Garten und an mir. Erst heute bin ich auf eine Unebenheit getreten, die ich vorher nicht sehen konnte, und - peng! - schon lag ich der Länge nach da, weil ich auf dieser Seite in der Hüfte einfach nicht mehr den nötigen Halt habe.
Tja, und was mache ich nun? Mein Mann sagt, schiebe es raus, so lange es geht. Aber, selbst wenn? Um welchen Preis!? Ich fürchte, wenn ich noch immer zuwarte, vielleicht ein weiteres Jahr oder noch länger, stehe ich nach dieser Zeit vor den gleichen Problemen wie heute: Chef ist unberechenbar, Ehemann hat Angst - nicht nur wegen der Arbeitsstelle, sondern auch davor, wie die Zukunft DANN aussehen könnte für uns alle, und auch ein wenig Angst vor dem Ausgang einer solchen OP! Diese letzten Bedenken teile ich sogar. Es wird ja, so viel steht schon fest, eine schwere Operation (also ein größerer Eingriff) werden, auch wenn so etwas heutzutage Routine sein soll.
Also wie gesagt, eigentlich "darf" ich ja gar nicht krank sein, bin es aber trotzdem und fühle mich ziemlich bescheiden. Wie geht ihr mit solch einer Situation um? Hat jemand einen Rat für mich? Ich glaube es ist der ewige Konflikt bei Kranken zwischen Wollen und Nicht-Können, noch dazu bei Frauen. Man reibt sich auf zwischen Mann, Kind und Beruf - und selber bleibt man auf der Strecke.
Danke für's Lesen.
lg
Susanne
Hallo Susanne!