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Frau Meier
Guest
@Heike68
Oje, wenn Du das knicken kannst: aua
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90-jähriges Paar beim Sex.
Er stöhnt und verdreht die Augen.
"Was ist denn, Alfred?"
"Weiß nicht, entweder ich komme oder ich gehe."

Reportage aus der Arztpraxis 2050
Dienstagmorgen, 8 Uhr. Im übervollen Empfangsbereich der Gemeinschaftspraxis Dres. Bakshi, Singh, Prakash und Bruchmann werden die ersten Wartemarken vergeben.
Patient Wolfgang B. (88) ist unzufrieden: „Schöne Scheiße! Ich hab die Nummer 426. Damit bin ich erst morgen Mittag dran! Dabei stand ich heute Nacht schon um 3 Uhr hier bei denen vor der Tür!“
Doch Wolfgang B. hat noch Glück. Denn er ist nur wegen eines eingewachsenen Zehennagels beim Arzt. Eine Lappalie gegen die offene Schienbeinfraktur, mit der sich Isolde S. (86) bereits gestern in die Praxis geschleppt hat. Die Frührentnerin ist trotzdem guter Dinge:
„Ich bin ja gleich dran. Und ich bin froh, dass ich überhaupt einen Arzt in der Nähe habe. Wenn ich was hab, setz ich mich einfach in den Bus und bin in vier Stunden hier. Meine Mutter ist da deutlich länger unterwegs, wenn die zu ihrer Chemo fährt.“
Die Gemeinschaftspraxis ist eine von fünf Praxen, die einen Teil der Schwäbischen Alb versorgt.
Dr. Singh: „Für eine Fläche von 6.000 Quadratkilometern mit einer Einwohnerzahl von ca. 100.000 Menschen sind fünf Praxen schon weit über dem Durchschnitt. In der Stadt ist das natürlich total anders. Da haben Sie in den Luxusvierteln auf einer Fläche von fünf Quadratkilometern 6.000 Menschen, um die sich 100.000 Ärzte kümmern. Ist ja auch klar. Seitdem wir die Einheitskrankenkasse haben, will erst recht kein Arzt mehr aufs Land. Da verdient man ja nix mehr.“
Die Einheitskrankenkasse EFA (Eine Für Alle) – eingeführt 2038 von der großen Koalition Piraten/Linke – sollte das Gesundheitssystem gerechter machen. Ein Vorhaben, das durchaus gelungen ist, wie Wolfgang B. meint: „Ich find´s ja irgendwie gut, dass man die privaten Versicherungen abgeschafft hat. Das war ja nichts mit dem Zweiklassensystem. Jetzt haben wir eben nur eine Klasse, und in der geht es allen gleich schlecht, denn die EFA bezahlt ja so gut wie nichts mehr.“
Geht es wirklich allen gleich schlecht? Dr. Bakshi sieht das anders: „Sehen Sie, wer in der Stadt für ein 400-Quadratmeter-Loft 8.000 Euro Miete zahlen kann, der kann sich auch eine Zusatzversicherung leisten. Oder direkt mehrere. Für die Zähne, die Augen, die Ohren, die Milz, den Darm, den Blinddarm, Herz-Lunge, für die Behandlung von Masern, einer Erkältung und so weiter…..Das lohnt sich dann wieder für den Arzt. Aber irgendjemand muss sich ja um die Leute hier auf dem Land kümmern.“
Dr. Bakshi lächelt Isolde S. an und bittet sie in das Behandlungszimmer. Isolde S. hat wie alle Patienten, die heute in der Praxis sind, keine Zusatzversicherung. Für die Erstversorgung der offenen Schienbeinfraktur erhält Dr. Bakshi von der EFA 2 Euro 49 plus 2 Cent Blutspritzer-Schmutzzulage. Kein Wunder also, dass sich die vier Ärzte zu einer Gemeinschaftspraxis zusammengeschlossen haben, um sich die Praxiseinrichtung zu teilen. Dr. Prakash: „Mit den Praxisräumen hatten wir echt Glück. Das sind fast 180 Quadratmeter. Davon entfallen rund 30 Quadratmeter auf den Empfang und 135 auf den Wartebereich. Den restlichen Platz nutzen wir komplett für unseren Behandlungsraum.“
Dr. Prakash wird von einem lauten Schrei unterbrochen. Während das Schienbein von Isolde S. an einem Tisch nebenan mit ein paar beherzten Hammerschlägen wieder in Form gebracht wird, findet auf der Liege gegenüber gerade eine Entbindung statt. Es ist ein Mädchen.
Dr. Prakash gratuliert und fährt fort:
„Trotzdem müssen wir natürlich sparen, bei dem, was die EFA bezahlt. Gerätemedizin ist da ein teurer Luxus. Das teuerste Gerät, das wir uns für unsere Praxis leisten können, ist ein Espressovollautomat von Siemens und Yang. Und den brauchen wir auch, damit uns die Patienten beim Warten nicht schlafend von den Stühlen fallen.“
Um überhaupt die laufenden Kosten (Kaffee, Dosenmilch, Doppelkorn zur Wunddesinfektion) decken zu können, muss die Praxis jeden Tag 400 Patienten durchschleusen.
Dr. Bruchmann: „Klar, das stresst. Und ich muss zugeben, meine indischen Kollegen stecken den Stress besser weg als ich.“ Das ist eine gute Nachricht, wird doch die deutsche Ärzteschaft zu 80 Prozent aus indischen Ärzten bestritten, die seit dem großen Fachkräfte- und Ärztemangel 2045 mit aus Steuergeldern subventionierten Mitteln nach Deutschland gelockt wurden.
Ortswechsel. München: Dienstagmorgen, 10 Uhr 30.
Im Empfangsbereich der Prokologischen Fachpraxis für Probleme am colon sigmoideum Dr. Manfred Gleitgel herrscht gähnende Leere. Das Streichquartett, das normalerweise zur Unterhaltung etwaiger wartender Patienten im eichenholzgetäfelten Wartezimmer aufspielt, pausiert.
Dr. Gleitgel ist unzufrieden: „Schöne Scheiße! Für heute hatte sich ein Patient angekündigt. Hat uns leider sitzen lassen, die Sau. Wissen Sie, was der hatte? Der hatte die Atlantik-Gold-Card Zusatzversicherung! Die bezahlen alles! Einmal ´n Finger in ´n Arsch und schon 10 Mille mehr auf´m Konto! So ein Patient kommt nicht jeden Tag! Gestern rief jemand an, der hatte was an der Prostata! Ich sag Prostata? Klar, sagt der. Was glaubt der denn, wer ich bin? Ich bin Spezialist für das Colon sigmoideum! Prostata kann ich nicht!“
Damit spricht Dr. Gleitgel ein weiteres Problem an: die zunehmende Spezialisierung.
Für die Entnahme einer Niere braucht man heute – neben dem üblichen Personal – mindestens sechs Ärzte. Einen, der die Narkose einleitet, einen, der aufschneidet, einen, der die Niere entnimmt, einen, der wieder zunäht, einen, der die Narkose wieder ausleitet und einen von der EFA bereitgestellten Vertrauensarzt, der die Niere anschließend meistbietend versteigert.
Ortswechsel.
Wieder in der Gemeinschaftspraxis Dres. Bakshi, Singh, Prakash und Bruchmann.
Ein Vertrauensarzt der EFA hat sich lange nicht in den Räumen der Praxis sehen lassen. Doch das wird sich ändern. Dr. Bakshi: „Wir haben bei der EFA Nägel zur Fixierung des Schienbeinbruchs bei Frau S. beantragt. Sie wollen jetzt einen Vertrauensarzt vorbeischicken, der nachschauen soll, ob eine Tube Pattex nicht reicht.“
Frau S., wir drücken Ihnen die Daumen!
sehr gut......2050 welch glück, dann bin ich fast 100jährig und liege bestimmt in einer einrichtung für alte....wahrscheinlich hochkant damit mehr reinpassen.......!!!!!![]()
Na, ich weiß auch nicht. Wir können nur versuchen, das kleinere Übel zu wählen.sondern.....?????
