Meine Mutter (74) ist seit letzten Herbst an Rheuma erkrankt – Diagnose Polymyalgia rheumatica. Es ging ihr wirklich miserabel um nicht zu sagen oberbesch…. , nun ist sie bei einem Rheumatologen in Behandlung und nimmt seit ca. 1 Monat Cortison, derzeit 7,5 mg täglich. Die Schmerzen sind deutlich zurückgegangen, die Schwellungen ebenfalls, aber es ist natürlich alles noch da, klar.
Sie hat früher schon unter Depressionen gelitten; ich war einmal kurz davor, sie in eine Klinik zu bringen, es war wirklich ganz, ganz schlimm. Das hat sich mit einer Zeitlang Fluoxetin (Antidepressivum) und Gesprächstherapie deutlich lindern lassen und es ging ihr zwei Jahre richtig gut. Nun sind die schwarzen Wolken wieder da, z. T. als Teil der Rheumaerkrankung, z. T. vielleicht auch als Nebenwirkung des Cortison. Nicht so dunkelschwarz wie damals, aber übel genug: sie kann tagelang nichts essen, hängt total durch, ist völlig perspektivlos, freut sich an nix (kann aber noch zusammenhängend sprechen und ist auch ansonsten orientiert – das war alles schon mal anders).
Meine Schwester und ich wohnen beide viele hundert Kilometer entfernt und können berufsbedingt nicht oft bei ihr sein, wir telefonieren aber viel und lang.
Das Hauptproblem ist jetzt so ein bißchen die Beratungsresistenz der Frau Mama. Ich hatte mir, auch hier im Forum, schon Ratschläge geholt: über den erneuten Einsatz von Antidepressiva nachdenken, Schmerz-/Krisenbewältigung mit psychotherapeutischer Hilfe angehen, evtl. autogenes Training (o. Jacobsohn?) anfangen, Besprechen der Depressionsvorgeschichte mit dem Rheumatologen.
Das habe ich alles an meine Mutter weitergegeben, aber sie will NICHTS! Nicht zum Rheumatologen (nicht mal anrufen) vor dem nächsten planmäßigen Termin, nicht zur Rheumaliga, nicht zu Neurologe oder Psychotherapeut/in. Keine Physiotherapie, obwohl eine Praxis mit sehr gutem Leumund keine 5 Minuten – ach was sag ich: 2 Minuten! – von ihr entfernt liegt. Haushaltshilfe suchen, im Sanitätshaus nach geeigneten Hilfsmitteln (Dosenöffner etc.) fragen: Denkste. Obwohl sie Freundinnen vor Ort hat, die auch gerne mitgehen oder sich selbst im weiteren Umkreis erkundigen würden, z. B. nach einer Putzhilfe (Geld ist gottseidank kein Problem, wofür ich unglaublich dankbar bin: mal Physiotherapie selber zu zahlen also oder einmal die Woche jemanden zu haben, der putzt und die Wäsche erledigt, das geht alles).
Eh jemand fragt: daß ich einen Dosenöffner kaufe und ihr schicke, hatte ich überlegt - aber sie muß das Ding ja schließlich bedienen und die Gefahr, daß es dann genau der falsche ist, ist groß ... das hatten wir schon mit anderen Kleingeräten.
Mittlerweile bin ich mit meinem Latein und vor allem auch mit meiner Geduld am Ende. Ich bin zornig – das dauert lang bis dahin, aber dann bin ich SEHR! zornig und werde ungerecht. Dazu kommt meine Angst, daß sie wieder in einen schlimmen depressiven Schub rutscht. Das gestrige Krisentelefonat hat mir den letzten Nerv geraubt und ich war kurz davor zu sagen, sie solle sich dann eben in ihrem Elend suhlen, wenn ihr das so gut gefällt. Keine gute Taktik … Hilfe! Was tun??? Mir ist völlig bewußt, daß sie wirklich sehr krank ist, daß sie Schmerzen hat, daß das alles absolut besch… ist. Aber man muß sich doch auch helfen lassen!
Gibt es ähnliche Erfahrungen hier in der Runde? Tips zur Krisenbewältigung, für mich diesmal?
Entnervt
susschen
Sie hat früher schon unter Depressionen gelitten; ich war einmal kurz davor, sie in eine Klinik zu bringen, es war wirklich ganz, ganz schlimm. Das hat sich mit einer Zeitlang Fluoxetin (Antidepressivum) und Gesprächstherapie deutlich lindern lassen und es ging ihr zwei Jahre richtig gut. Nun sind die schwarzen Wolken wieder da, z. T. als Teil der Rheumaerkrankung, z. T. vielleicht auch als Nebenwirkung des Cortison. Nicht so dunkelschwarz wie damals, aber übel genug: sie kann tagelang nichts essen, hängt total durch, ist völlig perspektivlos, freut sich an nix (kann aber noch zusammenhängend sprechen und ist auch ansonsten orientiert – das war alles schon mal anders).
Meine Schwester und ich wohnen beide viele hundert Kilometer entfernt und können berufsbedingt nicht oft bei ihr sein, wir telefonieren aber viel und lang.
Das Hauptproblem ist jetzt so ein bißchen die Beratungsresistenz der Frau Mama. Ich hatte mir, auch hier im Forum, schon Ratschläge geholt: über den erneuten Einsatz von Antidepressiva nachdenken, Schmerz-/Krisenbewältigung mit psychotherapeutischer Hilfe angehen, evtl. autogenes Training (o. Jacobsohn?) anfangen, Besprechen der Depressionsvorgeschichte mit dem Rheumatologen.
Das habe ich alles an meine Mutter weitergegeben, aber sie will NICHTS! Nicht zum Rheumatologen (nicht mal anrufen) vor dem nächsten planmäßigen Termin, nicht zur Rheumaliga, nicht zu Neurologe oder Psychotherapeut/in. Keine Physiotherapie, obwohl eine Praxis mit sehr gutem Leumund keine 5 Minuten – ach was sag ich: 2 Minuten! – von ihr entfernt liegt. Haushaltshilfe suchen, im Sanitätshaus nach geeigneten Hilfsmitteln (Dosenöffner etc.) fragen: Denkste. Obwohl sie Freundinnen vor Ort hat, die auch gerne mitgehen oder sich selbst im weiteren Umkreis erkundigen würden, z. B. nach einer Putzhilfe (Geld ist gottseidank kein Problem, wofür ich unglaublich dankbar bin: mal Physiotherapie selber zu zahlen also oder einmal die Woche jemanden zu haben, der putzt und die Wäsche erledigt, das geht alles).
Eh jemand fragt: daß ich einen Dosenöffner kaufe und ihr schicke, hatte ich überlegt - aber sie muß das Ding ja schließlich bedienen und die Gefahr, daß es dann genau der falsche ist, ist groß ... das hatten wir schon mit anderen Kleingeräten.
Mittlerweile bin ich mit meinem Latein und vor allem auch mit meiner Geduld am Ende. Ich bin zornig – das dauert lang bis dahin, aber dann bin ich SEHR! zornig und werde ungerecht. Dazu kommt meine Angst, daß sie wieder in einen schlimmen depressiven Schub rutscht. Das gestrige Krisentelefonat hat mir den letzten Nerv geraubt und ich war kurz davor zu sagen, sie solle sich dann eben in ihrem Elend suhlen, wenn ihr das so gut gefällt. Keine gute Taktik … Hilfe! Was tun??? Mir ist völlig bewußt, daß sie wirklich sehr krank ist, daß sie Schmerzen hat, daß das alles absolut besch… ist. Aber man muß sich doch auch helfen lassen!
Gibt es ähnliche Erfahrungen hier in der Runde? Tips zur Krisenbewältigung, für mich diesmal?
Entnervt
susschen
... Es tut mir wirklich leid zu hören, was Du mit Deiner Mama für eine traurige Geschichte erleben mußtest.