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Hilfe wäre möglich - wird aber nicht aktiviert

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von susschen, 28. April 2008.

  1. susschen

    susschen Neues Mitglied

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    Meine Mutter (74) ist seit letzten Herbst an Rheuma erkrankt – Diagnose Polymyalgia rheumatica. Es ging ihr wirklich miserabel um nicht zu sagen oberbesch…. , nun ist sie bei einem Rheumatologen in Behandlung und nimmt seit ca. 1 Monat Cortison, derzeit 7,5 mg täglich. Die Schmerzen sind deutlich zurückgegangen, die Schwellungen ebenfalls, aber es ist natürlich alles noch da, klar.

    Sie hat früher schon unter Depressionen gelitten; ich war einmal kurz davor, sie in eine Klinik zu bringen, es war wirklich ganz, ganz schlimm. Das hat sich mit einer Zeitlang Fluoxetin (Antidepressivum) und Gesprächstherapie deutlich lindern lassen und es ging ihr zwei Jahre richtig gut. Nun sind die schwarzen Wolken wieder da, z. T. als Teil der Rheumaerkrankung, z. T. vielleicht auch als Nebenwirkung des Cortison. Nicht so dunkelschwarz wie damals, aber übel genug: sie kann tagelang nichts essen, hängt total durch, ist völlig perspektivlos, freut sich an nix (kann aber noch zusammenhängend sprechen und ist auch ansonsten orientiert – das war alles schon mal anders).

    Meine Schwester und ich wohnen beide viele hundert Kilometer entfernt und können berufsbedingt nicht oft bei ihr sein, wir telefonieren aber viel und lang.

    Das Hauptproblem ist jetzt so ein bißchen die Beratungsresistenz der Frau Mama. Ich hatte mir, auch hier im Forum, schon Ratschläge geholt: über den erneuten Einsatz von Antidepressiva nachdenken, Schmerz-/Krisenbewältigung mit psychotherapeutischer Hilfe angehen, evtl. autogenes Training (o. Jacobsohn?) anfangen, Besprechen der Depressionsvorgeschichte mit dem Rheumatologen.

    Das habe ich alles an meine Mutter weitergegeben, aber sie will NICHTS! Nicht zum Rheumatologen (nicht mal anrufen) vor dem nächsten planmäßigen Termin, nicht zur Rheumaliga, nicht zu Neurologe oder Psychotherapeut/in. Keine Physiotherapie, obwohl eine Praxis mit sehr gutem Leumund keine 5 Minuten – ach was sag ich: 2 Minuten! – von ihr entfernt liegt. Haushaltshilfe suchen, im Sanitätshaus nach geeigneten Hilfsmitteln (Dosenöffner etc.) fragen: Denkste. Obwohl sie Freundinnen vor Ort hat, die auch gerne mitgehen oder sich selbst im weiteren Umkreis erkundigen würden, z. B. nach einer Putzhilfe (Geld ist gottseidank kein Problem, wofür ich unglaublich dankbar bin: mal Physiotherapie selber zu zahlen also oder einmal die Woche jemanden zu haben, der putzt und die Wäsche erledigt, das geht alles).
    Eh jemand fragt: daß ich einen Dosenöffner kaufe und ihr schicke, hatte ich überlegt - aber sie muß das Ding ja schließlich bedienen und die Gefahr, daß es dann genau der falsche ist, ist groß ... das hatten wir schon mit anderen Kleingeräten.

    Mittlerweile bin ich mit meinem Latein und vor allem auch mit meiner Geduld am Ende. Ich bin zornig – das dauert lang bis dahin, aber dann bin ich SEHR! zornig und werde ungerecht. Dazu kommt meine Angst, daß sie wieder in einen schlimmen depressiven Schub rutscht. Das gestrige Krisentelefonat hat mir den letzten Nerv geraubt und ich war kurz davor zu sagen, sie solle sich dann eben in ihrem Elend suhlen, wenn ihr das so gut gefällt. Keine gute Taktik … Hilfe! Was tun??? Mir ist völlig bewußt, daß sie wirklich sehr krank ist, daß sie Schmerzen hat, daß das alles absolut besch… ist. Aber man muß sich doch auch helfen lassen!

    Gibt es ähnliche Erfahrungen hier in der Runde? Tips zur Krisenbewältigung, für mich diesmal?

    Entnervt
    susschen
     
  2. KatzeS

    KatzeS Neues Mitglied

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    Hallo,

    es tut mir leid, dass ihr in so einer schwierigen Situation seid.
    Ich finde es toll, dass du dich so kümmerst und dir so viele Gedanken machst. Eigentlich sieht es so aus, als hättest du bisher alles richtig gemacht und alles getan, was in deiner Macht steht.

    Was mir noch einfallen würde: Wenn sie Cortison bekommt, geht sie ja scheinbar immerhin zu ihrem Hausarzt. Kann der sie nicht überzeugen, zu einem Facharzt zu gehen? Vielleicht hilft es, wenn er ihr seine Meinung dazu sagt.

    Oder aber du musst dir freinehmen und mit ihr zu einem Arzt gehen, wenn es gar nicht anders geht. Wäre das eine Möglichkeit?

    Ich drücke die Daumen, dass deiner Mutter bald geholfen werden kann.
     
  3. Mupfeline

    Mupfeline Neues Mitglied

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    Wäre es möglich

    Das Deine Mama einsam ist und nun auf stur schaltet? Lebt sie
    allein? WEnn sie allein ist dann wäre dies eine logische Erklärung,
    ihre Freundinnen können nicht ihre "Kinder" ersetzen? Ich weiss
    ja nicht wie es familienmässig bei Dir aussieht. Aber wenn sie
    allein lebt dann ist es wahrschlich dass sie sich alleingelassen
    und etwas abgechoben fühlt.

    Was meinst Du? Mir ist schon klar dass ihr nicht unziehen
    könnt aber vielleicht wäre es machbar dass die Mama in
    eure Nähe zieht? Glaub mir, ich habe jahrlang in einem
    Pflegeheim gearbeitet, ich habe allerhand erlebt und weiss
    wozu alte Leutchen fähig sind wenn sie einsam sind und sie
    mit den Verhältnissen nicht mehr klarkommen. Es kann sich ja
    auch noch verschlechtern mit ihr. Und dann?

    Dass Du die Nerven verloren hast ist nachvollziehbar. Aber nun
    stell Dir die umgekehrte Situation vor. Du wärest alt, Du hättest
    Schmerzen, die einzige Verbindung zu Deinen Kindern wäre ein
    schwarzer Kasten (Telefon)

    Meine Mam hatte sich angewöhnt nach dem Tod von Papa dass
    sie ihre Stulle abends mit auf den Friedhof nehmen wollte und
    dort neben dem Grab von Papa gegessen hat. Sie hat sich auf-
    hängen wollen - ich vermute dass war mehr ein bisschen Er-
    pressung - so nach dem Motto: "Wenn Du nicht mehr für mich
    da bist dann hänge ich mich auf." Und so weiter und so fort.

    Wir konnten meine Mama da rausholen in dem ich mit ihr allein
    in Urlaub gefahren bin. Im Winter an die See, dort fand ihre
    Seele ein wenig Ruhe, sie kehrte als anderer Mensch zurück und
    schöpfte wieder Hoffnung.

    Und dann ist sie in ein Motorrad gelaufen ... und dabei war sie
    gerade dabei ihr Leben neu zu ordnen.

    Wie gesagt, auch wenn Du dich ärgerst - versuche, Dich in
    ihre Lage zu versetzen.

    LG Mupfeline
     
  4. susschen

    susschen Neues Mitglied

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    Hallo KatzeS und Mupfeline (bist Du ein Urmel-Fan :)?),

    vielen Dank für das Echo auf mein Frust-Posting!

    Ja, meine Mutter lebt alleine, seit mein Vater vor fast 15 Jahren verstorben ist. Als bei ihr vor zwei Jahren aus verschiedenen Gründen sowieso ein Umzug anstand, hatten wir überlegt, ob sie in die Nähe meiner Schwester zieht (mein Mann und ich sind berufsbedingt noch nicht ortsfest). Aber letzten Endes hat meine Mutter sich selbst dagegen entschieden, weil ihr ihr gewohntes Umfeld wichtiger war und sie ein bißchen Angst vor der Großstadt hatte, wo sie außer meiner Schwester keine Menschenseele gekannt hätte. So hat sie doch ihre Geburtsstadt, ihre alten Freunde und Bekannten in der Nähe. Allerdings war das natürlich vor der Rheuma-Geschichte und insofern werden wir die Diskussion bestimmt noch einmal anfangen müssen - genau wie Du es ansprichst, Mupfeline: was wäre wenn es noch schlimmer würde?

    Der Hausarzt ist ein ganz Lieber, aber nicht wirklich hilfreich ... anthroposophisch angehaucht, nicht mehr der Jüngste, ein bißl altmodisch und fachlich nicht mehr ganz auf dem Laufenden. Die vom Facharzt verordneten Medikamente verschreibt er, für die Alltagszipperlein ist er auch goldrichtig, weil vertraut und sehr nett.

    Mupfeline, ich habe die Nerven noch behalten am Telefon :rolleyes: ... Es tut mir wirklich leid zu hören, was Du mit Deiner Mama für eine traurige Geschichte erleben mußtest.
    Die Einsamkeit ist ein Problem, klar, und macht es im Moment dreifach schwierig. Aber deswegen geht es mir noch weniger in den Schädel, daß die eigentlich leicht erreichbaren Hilfen und Hoffnungsfitzelchen nicht einmal überdacht, sondern rundweg abgelehnt werden.

    So werde ich jetzt die nächsten Tage mal noch abwarten und dann eventuell hinfahren, um irgendwas ans Laufen zu bekommen. KG-Termine ausmachen, Rheumatologen kontaktieren etc. pp.

    Ich wünsche Euch einen schönen sonnigen Montagspätnachmittag!
    Gruß
    susschen
     
  5. ClaudiaC

    ClaudiaC Neues Mitglied

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    Hallo susschen,

    wir haben gerade ein ähnliches Problem mit meiner Schwiegermutter. Sie kam wegen zu hohen Blutdruck ins Krankenhaus. Diagnose Mitral- u. Aortenklappe defekt. Eine Arterie zu.

    Uns gegenüber hat sie behauptet, die Ärzte hätten ihr von einer OP abgeraten. Wir wissen inzwischen, das dem nicht so ist. Sie hat uns also bewusst angelogen.

    Ohne Op ist ihre Lebensdauer sehr begrenzt und weitere Notfalleinsätze absehbar.....

    Sie selbst bereitet sich derzeitig auf ihr Ableben vor. Bankvollmachten, wer nimmt den Hund, wer kümmert sich um die Beerdigung, usw.


    Mein Mann und ich haben lange diskutiert was wir machen sollen, mein Mann hat auch Rücksprache mit ihrer HÄ genommen.

    Nach tagelangen Diskussionen sind wir zu dem Schluß gekommen, das wir in der Situtaion nichts tun können. Sie will die OP nicht. Überreden lassen will sie sich auch nicht, sonst hätte sie nicht gelogen.
    Wir gehen davon aus, das die Ärzte ihr die Konsequenzen erläutert haben.

    Wie reagiert man da, wie fühlt man sich. Hilflos denke ich angesicht so einer Situation.
    Auf der anderen Seite hat meine Schwiegermutter ihre Entscheidung getroffen. Ihr Mann ist übrigens vor 8 Jahren gestorben.

    Wird Deine Mutter sich überreden lassen? Es gibt ja Menschen, die überredet werden müssen (meine Mutter).

    Das ist so schwierig... Ich denke wirklich gute Ratschläge kann man in solchen Momenten nicht erteilen. Dazu müßte man die betroffenen Personen näher kennen.

    Kannst Du Dich mit Deiner Schwester austauschen? Teilt sie Deine Meinung?

    Wie Du schreibst, hast du ja mit dem HA gesprochen, sicher hast Du auch die Depressionen angesprochen. Welche Meinung vertritt er?

    Also, leider keine wirklich hilfreichen Tipps. Aber Du siehst, Du bist nicht alleine, sicher gibt es noch viele, die wie wir in so einer Situation sind.

    Wir haben uns entschieden, was wir tun bzw. nicht tun. Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, aber inzwischen kann ich damit umgehen.
    Meine Schwiegermutter ist allerdings nicht depressiv, insofern gehe ich davon aus, das sie ihre Entscheidung bewußt so getroffen hat.

    Villeicht sollte der HA doch noch einmal Antidepressiva verschreiben. Wenn sie momentan in einem "schwarzen Loch" hängt, wirst Du vermutlich auch nicht wirklich zu ihr durchdringen.

    Wenn der psychische Zustand sich verbessert, könnt ihr ggf. gemeinsam überlegen, wie es weiter gehen soll.

    Wünsche dir ein gutes Nervenkostüm.

    Liebe Grüße claudia
     
  6. susschen

    susschen Neues Mitglied

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    Liebe Claudia,

    o weia, verglichen mit Eurer Situation ist unsere ja eitel Sonnenschein. Dazu kommt wahrscheinlich eine eigene Erkrankung, wenn Du hier im Forum aktiv bist?

    Mit meiner Schwester bin ich mir einig (und sie telefonseelsorgt auch eifrig bei unserer Mutter). Sie hat selbst eine chronische Erkrankung - nicht aus dem rheumat. Formenkreis - und hat ihr Lehrgeld gezahlt ... und daraus gelernt! Das hat - wirklich eine irre Situation - meine Mutter damals ja hautnah mitbekommen und selbst darunter gelitten, daß meine Schwester anfangs ebenso beratungsresistent war wie sie selber jetzt ist ...

    Der Hausarzt ist uns leider keine große Hilfe. Von Antidepressiva hält er im Prinzip gar nichts. Er hat, als es meiner Mutter mal ganz, ganz schlecht ging (noch vor ihrem ersten Besuch bei einer Neurologin) ein hammerhartes, wissenschaftlich überholtes Medikament verabreicht, nachdem ich lange mit ihm telefoniert hatte.

    Ich wünsche Euch alles, alles Gute für die weitere Entwicklung mit der Schwiegermama - in welche Richtung sie auch immer gehen mag! Toi-toi-toi und viele Grüße
    susschen
     
  7. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Oh Geduld

    Hi,

    also, meine Eltern waren ja nun beide alt und nach Papas Tod war Mama, im Rolli sitzend, 84 Jahre jung, hell im Geiste - eine unglaublich selbstsüchtige, altersherrische, dickköpfige, uneinsichtige, bestimmende und ach so kranke alte Frau.

    Irgendwann ist mir der Kragen geplatzt und ich habe meiner Mutter klipp und klar meine Meinung gesagt. Sie sass da, heulend, jammernd. Ich ging, schlug die Tür zu und................ nach 2 Tagen rief sie an und bestätigte, wie Recht ich habe und das sie jetzt das und das und jenes tut.

    Danach kamen Notrufanlage, Caritas mit Hilfe, Pflegedienst und 1 x pro Woche Volltagespflege zur Unterhaltung bei einer guten Einrichtung. Die Arztbesuche waren geplant, gut und bis zu ihrem leider zu frühen Tod war sie nach meinem beherzten Schritt froh und munter und immer dankbar für meine Offenheit.

    Alte Menschen und kleine Kinder brauchen, weil man sie liebt, irgendwannn klare, harte, ehrliche Worte - sogenannte Richtlinien zum Erkennen, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt sind.

    Grüssle
    Pumpkin
     
  8. ClaudiaC

    ClaudiaC Neues Mitglied

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    Hallo susschen,

    schade, das der HA keine Unterstützung bietet. Ein Wechsel desselbigen schließe ich mal nach Deinen vorherigen Beiträgen aus. Damit wäre Deine Mutter sicher nicht einverstanden.

    Das ist schon bitter. Kann der Rheumadoc nicht etwas gegen Depressionen verschreiben? Vielleicht ist dieser ja etwas kooperativer.

    Vielleicht kommt Schwiegermutter ja noch zur "Vernunft". Der nächste Anfall könnte ggf. Auslöser zur OP werden. Warten wir es ab. Momentan scheint es ihr soweit gut zu gehen...... Zumindest kümmert sich die Hausärztin und bekommt es fertig, das sie nicht "versehentlich" ihre Medikamente nicht mehr einnimmt.

    Ich wünsche Dir und Deiner Schwester viel Erfolg und hoffe, ihr könnt dieses Problem lösen.
    Wenn ja, dann berichte doch bitte, mit welchen "Mitteln" Ihr das erreicht Habt.

    Liebe Grüße claudia
     
  9. susschen

    susschen Neues Mitglied

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    Hallo Uschi und Claudia,

    Uschi, die Geschichte merk' ich mir ... ähnliches habe ich bei einem früheren depressiven Schub erlebt. Wie immer Hunderte von Kilometern entfernt, wußte ich mir bei einem der Krisentelefonate keinen Rat mehr, Mutter hatte zwei Tage nichts gegessen, nur im Bett gelegen, geweint, sprach schleppend und ich hatte richtig arg Angst um sie. Also hab ich gesagt "ich ruf jetzt den Notarzt an, so geht das nicht mehr weiter". Sekundenlang Stille am anderen Ende - dann eine wesentlich wachere Stimme: "ich steh jetzt auf und zieh mich an". Das wirkliche Bekrabbeln hat zwar noch ein paar Tage gedauert, aber immerhin!
    Versteht mich nicht falsch: es ging ihr wirklich schlecht und die Depressionen waren nicht vorgetäuscht oder nur harmlose Durchhänger. Mit dem Antidepressivum und der Gesprächstherapie später ging es ihr dann echt viel besser. Aber so ein klitzekleines bißchen Erpressung war wohl doch dabei!

    Hausarzt wechseln kommt wirklich nicht in Betracht, Claudia, ich hatte da vorgefühlt und die Reaktion war sehr eindeutig. Versteh ich auch, denn ein vertrauter Hausarzt ist schon sehr wichtig. Das scheint ja bei Deiner Schwiegermutter auch zu klappen. "Versehentlich" Medikamente nicht nehmen, oh prima. Gut, daß die Doktorin da ein Auge drauf hat!
    Ja, ich setze jetzt meine Hoffnungen auch auf den Rheumadoc. Hoffentlich "vergißt" sie dann nicht, mit ihm über die Depri-Vorgeschichte zu sprechen!
    Hattet Ihr mit Wissen Deiner Schwiegermutter mit der Ärztin gesprochen? Darf die Ärztin das, sozusagen hinter dem Rücken der Patientin? Ich überlege nämlich, dem Rheumadoc mal zu schreiben. Aber so "heimlich" hintenrum ist mir doch irgendwie komisch!

    Ich gebe Laut, wenn wir irgendeinen Erfolg zu vermelden haben und drücke ansonsten die Daumen für die Schwiegermama ... Uschi und Claudia, Euch beiden alles Gute und viele Grüße!
    susschen
     
  10. ClaudiaC

    ClaudiaC Neues Mitglied

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    Hallo susschen,

    dachte ich mir schon, da? HA-Wechseln nicht drin ist. Wer macht so etwas schon gerne und im fortgeschrittenen Alter fällt das noch schwerer.

    Ich bezweifle mal, das die HÄ bei meiner Schwiegermutter etwas bewirkt, was diese nicht will. Laut HÄ kommt Schwiegermutter auch nur zu ihr in die Praxis, wenn diese sie einbestellt.
    Neulich ging es Schwiegermutter nicht gut,, und mein Mann sagte zu ihr, sie solle doch zur HÄ gehen. Daraufhin Schwiegermutter: Sie hätte erst in zwei Wochen einen Termin. Mein Mann ist ausgerastet, aber zum Arzt ist sie trotzdem nicht.

    Meine Schwiegermutter wußte nicht, das wir bei der HÄ angerufen hatte. Über die Diagnose darf sie ja nichts sagen, wegen der Schweigepflicht.
    Mein Mann hat das Gespräch wohl mit der Aussage begonnen, das er der HÄ seinen Eindruck vom Gesundheitszustand der Mutter schildert und ihr Verhalten bezüglich der Diagnose aus dem Krankenhaus (welche Schwiegermutter uns ja erzählt hatte).

    Wir hatten uns auch gewundert, das bei Schwiegermutter eine 1,5 Monate alte Überweisung zum Kardiolgen lag. Die HÄ erzählte meinem Mann dann, das sie selbst beim Kardiologen anrufen wollte, wegen eines Termins, Schwiegermutter dies aber verweigerte und eine Überweisung wollte.
    Selbst einen Termin hat sie ja dann auch nicht ausgemacht.

    Also über solche Dinge kann man sich ja mit der Ärztin unterhalten, darüber darf sie auch reden.

    Die arme Ärztin ist selbst am verzweifeln, weil ihre Hilfe nicht angenommen wird und Schwiegermutter entweder boykottiert oder verweigert.

    Uschis Methode würde bei Schwiegermutter leider gänzlich versagen. Man kann mit ihr schon nicht über einfache "Dinge", wie den Gärtner bestellen um Unkraut entfernen zu lassen, oder die Hecke schneiden lassen usw.

    Das ist jedesmal ein wochenlanger werbaler Kampf, der nur dann irgendwann gewonnen wird, weil ja die Nachbarn sonstwas denken würden, wenn es bei ihr so gammelig aussieht.

    Also dann drücke ich Dir mal die Daumen und hoffe auf eine Erfolgsmeldung Deinerseits.

    Liebe Grüße Claudia
     
  11. susschen

    susschen Neues Mitglied

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    Hallo Claudia,

    jaja, die "Oldies"! (ich könnte auch seitenlange Geschichten von meinen Schwiegereltern erzählen .... aber dazu bräuchte man wohl einen "Oldies haben kein Rheuma, aber sonst alle möglichen Macken"-Thread ...)
    Wir haben jetzt eine Lösung gefunden, die zwar nicht sofort sein kann, aber sicher trotzdem helfen wird: meine Schwester besucht demnächst Frau Mama und wird beim nächsten Rheumatologen-Termin dann mit dabei sein. Zwei Münder fragen mehr als einer und vier Ohren hören mehr als zwei ... und dem "Vergessen" ist dann auch ein bißchen vorgebeugt ... ;)

    Lieber Gruß
    susschen
     
  12. ClaudiaC

    ClaudiaC Neues Mitglied

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    Hallo susschen,

    das hört sich ja gut an.

    Dann wünsche ich Euch viel Erfolg und das Eurer Mama damit auch gehofen werden kann.

    Liebe Grüße Claudia