Hilfe! Schwangerschaftstest positiv unter MTX Behandlung

Bumblebee

Neues Mitglied
Hallo,

heute nachmittag hatte ich nen positiven SS Test in der Hand und bin nun total geschockt. Ich nehme seit Sept. 07 Mtx (15mg) und habe jetzt total bammel. Ich weiß jetzt gar nicht wie ich vorgehen soll.
Habe hier auch schon nen bisschen Infos darüber gesammelt, aber bin auch nicht wirklich weit gekommen.
Klar weiß ich das das unter der MTX Therapie nicht passieren darf, aber nun ist es halt so gekommen.
Habe direkt beim Rheumadoc angerufen. Der konnte mir aber auch nicht so auf meine Fragen antworten, da es wohl nicht so viele Fälle gibt.
Ich habe keine Ahnung was für Fehlbildungen passieren können und
auch nicht wie hoch die Chance ist für eine Fehlbildung.
Da ich jetzt noch am Anfang bin setzte ich das Medi ja sofort ab und nehme jetzt auch fleißig Folsäure....
Aber was ich genau tun soll weiß ich auch nicht.
Einfach vorsichtshalber abtreiben ist auch ein schlimmer Gedanke.
Gibt es jemanden da draußen der mir dazu genauer Infos geben kann?
Ist jemanden es so ergangen wie mir?

HILFE! Ich fühl mich so allein gelassen mit diesem Thema.
Sicherlich werde ich Mo. den Gyn anrufen. Aber jetzt noch das ganze Wochenende überstehen fällt mir echt schwer.

Bumblebee
 
Hallo Bumblebee!

Ohje, ich hoffe sehr für dich, dass alles gut geht. Die Möglichkeit besteht allerdings durchaus, dass du ein gesundes Kind zur Welt bringst.
Ich habe folgenden Artikel von Priv. Doz. Dr. med. H.E. Langer gefunden:
(...)Spezielle Aspekte zur Methotrexat-Therapie und Schwangerschaft

Bei Methotrexat werden als Sicherheitsabstand zwischen Empfängnis und der letzten Einnahme von Mtx Zeiten von 3 bis 6 Monaten angegeben. Da es keinen rationalen Grund für einen Zeitraum von 6 Monaten gibt, berate ich selber meine Patientinnen dahingehend, dass die Empfängnisverhütung 3 Monate nach Beendigung der Methotrexat-Therapie beendet werden und entsprechend die Planung einer Schwangerschaft 3 Monate nach Ende der Mtx-Therapie begonnen werden kann.

Da Methotrexat ein Folsäure-Antagonist ist, d.h. ein Gegenspieler des Vitamins Folsäure, und da ein möglicher Mechanismus für die Schädigung des ungeborenen Kindes unter einer laufenden Methotrexat-Therapie ein Folsäuremangel sein könnte, empfehle ich auf jeden Fall vor einer geplanten Schwangerschaft eine ausreichende Versorgung mit Folsäure. Praktisch sieht das so aus, dass ich meinen Patientinnen zeitgleich mit dem Absetzen der Mtx-Therapie die tägliche Einnahme von Folsäure empfehle. Dies ist im Hinblick auf die geplante Schwangerschaft auch unabhängig von einer Mtx-Behandlung eine sinnvolle Maßnahme, da ein ausreichendes Folsäuredepot im Körper ohnehin für eine anstehende Schwangerschaft gut ist.

Auch wenn es unter einer laufenden Methotrexat-Therapie oder unmittelbar im Anschluß an das Absetzen von Methotrexat auf keinen Fall zu einer Schwangerschaft kommen sollte, ist die Gefahr von möglichen kindlichen Missbildungen in einem solchen Fall offenbar niedriger als bislang angenommen.

So gibt es eine Mitteilung über vier versehentlich unter einer Methotrexat-Therapie eingetretenen Schwangerschaften (Ostensen et al. 2000). Die Patientinnen hatten im Durchschnitt über 4 Jahre vor Eintritt der Schwangerschaft Methotrexat in einer wöchentlichen Dosis zwischen 5 und 15 mg eingenommen und diese Therapie im ersten Trimester, d.h. innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate fortgesetzt (für eine Woche bis 6 Wochen). Eine Patientin erlitt in der 6. Woche ein Fehlgeburt, alle drei anderen Schwangerschaften verliefen unkompliziert. Alle drei Kinder waren gesund. Bei einem Kind wurde eine Chromosomenanalyse durchgeführt, die ein unauffälliges Ergebnis erbrachte. (...)
http://www.tiz-info.de/tnf-blocker/fua/antwort/frage/226.html

Sprich aber so schnell wie möglich mit deinen Docs!
Alles Gute für dich!

Liebe Grüße
Sassi
 
Guten Abend!


Zunächst zu den Fakten:



MTX ist ein Folsäureantagonist mit schädigender Wirkung auf die fetale Entwicklung. Unter MTX-Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel (kritische Phase 6.-8. SSW) sind multiple Missbildungen(Neuralrohrdefekte, Schädel- und Skelettanomalie) beschrieben. Zudem kommt es unter MTX gehäuft zu Fehlgeburten.

Die meisten Ergebnisse liegen bei Tumorpatientinnen (die weit höhere MTX-Dosen als Rheuma-Patientinnen erhalten) vor. Es gibt kleine Serien und Fallbeschreibungen zu niedrig dosierter MTX-Therapie (7,5-20 mg/Woche) und Exposition im 1. Trimenon, daraus schliesst man bei Gabe im 1. Trimenon etwa auf ein Missbildungsrisiko von 10 %.

Du solltest alles genau mit deinem Gyn und deinem Rheumatologen besprechen!


Viele Kraft und alles Gute,

Jana
 
hallo,
es ist logisch, dass du dich allein gelassen fühlst. es traut sich ja auch keiner an dieses thema.
wenn du dich mit deinen ärzten - sie kennen sich am besten aus - beraten hast, könnt ihr euch immer noch entscheiden.

ganz lieben gruß und herzliche umarmung
ioani
 
Ein schwieriges Thema, da unter MTx eine Schwangerschaft nach Möglichkeit nicht bestehen sollte. Aber es gibt auch Frauen, die nach sofortiger Absetzung des MTX ein Kind ausgetragen haben. Wie es da mit der Gesundheit des Kindes und einem nach der Entbindung einsetzendem Schub für die Mutter aussieht, darüber wird wenig geschrieben.

Lies dir mal den Beitrag von Frau Prof. Gromnica-Ihle durch zu diesem Thema wobei die Seiten zu den Medikamenten richtig wären, also ab Seite 52.


http://www.gromnica-ihle.de/pdf/Rheuma%20und%20Schwangerschaft.pdf

Alles Gute, Gruß Kuki
 
Es gibt doch auch noch die Möglichkeit, das Medikament auszuwaschen, weil es ja auch noch einige Zeit nach dem Absetzen im Körper bleibt. Das sind eigentlich ganz normale Kohletabletten aus der Apotheke u. müsste damit möglichst schnell begonnen werden.
Ruf deinen Rheumatologen nochmal an und befrage ihn dazu. Ist eigentlich Sache des Rheumatologen und nicht der Gyn.
 
Wir haben in Sendehorst ein junges Mädel getroffen/ gesehen, deren Kind wurde unter MTX gezeugt. Sie hat es ausgetragen und war mit dem Baby in der Klinik zur Neueinstellung mit einer Basistherapie.
Dem Baby zu dem Zeitpunkt, 3-6 Monate, konnte man schlecht einschätzen, ging es gut. Zu dem Zeitpunkt waren laut Oma des Baby´s noch keine Auffälligkeiten feststellbar.
Achja das Mädel hat es wohl ausgewaschen das MTX und dann bis zur Geburt Cortison bekommen.
Informier dich gut und lass es abchecken, auch per Ultraschal gibt ja diese besseren Untersuchungen, wo man mehr sehen kann.
Ich drücke euch die Daumen.
 
Danke

Danke für die Antworten....werde gelich mal nen Gyn-Termin machen um schnellstmöglich mit ihm zu reden - bin ja mal gespannt ob der mir weiter helfen kann.....
Das schlimme ist nur, dass ich die Entscheidung muss ich selber treffen muss...oh je
 
Hallo Bumblebee,

ich verstehe, dass Du Dir große Sorgen machst.

Wie Dir einige User ja schon geschrieben haben gibt es nur wenige Fälle, in denen eine Schwangerschaft unter MTX-Einnahme eingetreten ist .. Deshalb gibt es keine klare Aussage zur Höhe des Risikos von Fehlbildungen beim Baby...

Besprich Dich mit Deinem Gynäkologen.
Leider wird er Dir im Moment - in so einem frühen Stadium der Schwangerschaft - (noch) nicht sagen können, ob Dein Kind Fehlbildungen hat oder nicht.
Und Prozentzahlen zur Risikoabshätzng sind so eine Sache ...

Vielleicht solltest Du Dir klarmachen, dass auch bei einer Schwangerschaft, bei der die werdende Mutter keinerlei Medikamente eingenommen hat, immer ein gewisses Risiko besteht, dass das Kind nicht gesund sein könnte (z.B: durch eine Infektion der Mutter in der Schwangerschft etc..)...


Man kann heute, wenn das kleine Lebewesen in Dir etwas größer ist, per Ultraschall ziemlich gut sagen, ob das Kind Fehlbildungen hat oder nicht ...
Deshalb würde ich auf keinen Fall "vorsichtshalber" abtreiben.
Diese Ultraschalluntersuchung würde ich abwarten ...

Ich halte Dir fest beide Daumen, dass das Kind gesund ist und dass es Dir und dem Kind gut geht.

Liebe Grüße waschbär
 
Hach.. Das ist ja doof :(
Ich kann Dich gut verstehen..Glücklicher Weise hatte ich das Problem noch nie, aber ich stelle es mir sehr sehr schlimm vor..
Vieles haben meine Vorschreiber ja schon gesagt, von daher kann ich mich dem nur anschließen..
Aber "vorsichtshalber" abtreiben würde ich auf gar keinen Fall.. Sollte das Kind wirklich extrem missgebildet werden, gibt es ja nach dem 3. Monat immernoch die Möglichkeit.
Da musst Du dann wohl die moralische Seite mal bei Seite lassen.
Einer Freundin von mir (nicht unter MTX-Behandlung)wurde gesagt, ihr Kind würde missgebildet auf die Welt kommen..Mit offenem Rücken etc.
Sie war in Unikliniken, alle rieten ihr abzutreiben.
Sie hat sich dagegen entschieden, der Junge ist heute 2 Jahre alt und kerngesund!!!

Ich drücke Dir die Daumen das die Ärzte Dir helfen können, dass Du die für Dich beste Entscheidung triffst und ganz ganz viel Kraft!
Halte uns auf dem Laufenden!

Liebe Grüße
Cindy
:cherries:
 
schnelles Danke!!!!!!

An alle lieben Antwort-Poser,

danke für eure lieben Tipps. Glücklicherweise hat sich mein Problem vor ein paar Tagen von selbst gelöst. Habe Blutungen bekommen. :rolleyes:

Jedenfalls bin ich erleichtert - wäre die Schwangerschaft nicht glücklich geworden!

Viele Grüße,
Bumblebee :):):)
 
Hallo Bumblebee,
habe gerade gelesen, dass Du Blutungen hattest. Das tut mir sehr leid, aber ich drücke Dir die Daumen, dass Du das Erlebte gut verkraftest. Ich weiß, es ist nicht einfach mit einer Fehlgeburt fertig zu werden, habe es selbst 2 x hinter mir und habe auch sehr gelitten und habe dann 2 Jahre später unsere Tochter bekommen, die kerngesund war und auch noch ist. Und es ist wirklich so, die Natur hilft sich oft allein. In Deinem Fall scheint es auch so gewesen zu sein. Also - ich drück Dir die Daumen, dass es Dir schnell wieder gut geht.

Ganz viele
.
 
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