Hallo Christi,
"Der Handchirurg hält Ihr Problem offentsichtlich für Arthrose" -
Dein Handgelenk kann arthrotisch verändert sein, obwohl Du eine RA hast. Eigentlich ist es logisch, da Du eine chronische entzündliche rheumatische Erkrankung hast und das Handgelenk sehr stark betroffen und verändert ist.
daher kann eine Verblockung der schmerzhaft aneinander reibenden Gelenkflächen im Handwurzelbereich sehr hilfreich sein (ist das das gleiche wie eine Arthrodese?)
m.E. ja.
Die Gelenkentzündung wird dadurch aber nicht beeinflußt und es kann trotz OP zu weiteren Funktionseinbußen kommen, wenn die Entzündung bestehen bleibt. Daher muß eine OP immer genau mit dem behandelnden Rheumatologen abgesprochen werden". --- Besprochen ? Soweit das in den 5 Minuten im Vierteljahr (habe das auch schon mal im Forum irgendwo gehört, so läufts bei mir auch immer ab) möglich war. Eine zweite effektive Meinung wollte ich. Werde daraus nicht ganz schlau.
Christi, die Ärztin hat Dich nicht gesehen, kann also den Zustand nicht individuell beurteilen. Solche Aussagen sind ein netter und guter Service seitens der Ärzte, wenn man weitere Meinungen haben möchte, ersetzen aber nicht den Arztbesuch.
Aber sie hat auch geschrieben, daß eine Nervendurchtrennung nicht zwangsläufig positiv endet.
Wenn Du nur 5 min beim Rheumatologen bist, musst Du Dir 10 min nehmen
Schreibe vorher alle Deine Fragen auf, formuliere sie kurz und knapp. Da es um einen umfassenden operativen Eingriff geht, solltest Du darauf beharren, deine Fragen mit dem Arzt zu besprechen, wie gesagt...kurz und knapp.
Was meine Finger anbelangt, weiß der Handchirurg ja noch nicht, daß sich die Beschwerden im Mittelfinger sich verschlechtert haben. Er hat den Zeigefinger ja nur als "nebensächlich" betrachtet, er schreibt: ......kann gleichzeitig eine Beugesehnensynovialektomie durchgeführt werden.
Im Verhältnis zu einer Nervendurchtrennung und Arthrodese ist die Beugesehnensynovektomie eher nebensächlich, das ist wohl wahr *g*
Habe doch nur die Wahl, entweder Neurotomie oder Arthrodese? Nur die Synovektomie ohne die Nervdurchtrennung und danach Biologicals kann ja den Schmerz nicht viel mindern. Was kaputt ist ist kaputt, da helfen auch keine Medis mehr. Sehe ich das falsch?
Christi, es liegen einige verschiedene Dinge vor, die einfach nicht "mal eben" und in einer Aktion erledigt werden können.
Wenn ich das richtig sehe, geht es derzeit um
- dickes Handgelenk, evt. Arthrodese / Nervendurchtrennung
- ein oder zwei Beugesehnen
- nicht ausreichend kontrollierte Erkrankung
Diese drei Tatsachen können nicht gleichzeitig behoben werden, sondern müssen Stück für Stück abgearbeitet werden.
Das dringenste Problem ist das Handgelenk, also fang doch damit an.
Wie nun schon mehrfach erwähnt, würde ich von einer Nerventrennung Abstand nehmen!
Eine Arthrodese (Gelenkversteifung) muß wohlüberlegt sein, es gibt auch die Teilversteifung, dann wird das Gelenk...richtig...teilversteift
Das Handgelenk ist verändert und angegriffen und wird auch durch eine Arthrodese nicht wieder gesund, nicht fit gemacht und auch nicht "saniert". Es wird versteift, damit die einzelnen Handwurzelknochen nicht aufeinanderreiben, damit werden die Beschwerden vermindert.
Also die Beschweden im HG werden vermindert, weil es ja "stillgelegt" ist. Das HG ist unbeweglich, somit musst Du die Drehungen aus dem Ellenbogen ausführen, damit wird u.U. der Ellenbogen überbelastet.
Meine Teilversteifung mit Ulnarköpfchenresektion ist 8-9 Jahre her, das Handgelenk ist wunderbar ruhig....aber seit ca. 2 Jahren sind die Probleme im Ellenbogen sehr schlimm. Das sind die Folgen, die danach auftreten können.
Mein linkes HG ist nicht teilversteift und der Ellenbogen nicht so arg überbelastet *freu*, dafür kann ich das HG auch kaum benutzen. Es entspricht dem Handgelenk einer Mitte 70jährigen und ich würde meine Hand inkl. Handgelenk an vielen Tagen an der Pforte abgeben, damit ich einfach mal Ruhe habe.....
Thema Beugesehne
Die Beugesehnensynovektomie wird häufig "nebenbei" gemacht, weil es im Verhältnis nicht so arg groß ist, vorausgesetzt die Sehnen sind natürlich noch ok.
Ob man das zeitgleich zu einer Arthrodese machen sollte, muß im Einzelfall entschieden werden.
Bei mir wurde die Beugesehnensynovektomie bei einer meiner Op´s mitgemacht, aber ich weiß nicht mehr bei welcher.
Wenn Du das nicht mitmachen lassen möchtest, kann auch mal Cortison in die Beugesehne gespritzt werden, um etwas Ruhe vor/nach der OP reinzubringen.
Biological:
Nein, die Biological sind keine Wundermittel, können bei fortgeschrittenen Verläufen nichts "reparieren" und nicht die Schmerzen der Gelenkzerstörungen mildern.
Aber sie wirken bei vielen Patienten so gut, damit eben solche Gelenkzerstörungen NICHT auftreten bzw. nicht so schnell auftreten.
Wenn Dir ein Biological in Aussicht gestellt wird, überlege ob Du Dich dafür entscheidest, damit eben solche Probleme wie mit Deinem HG nicht so schnell an anderen Gelenken auftreten.
Ich spritze seit fast 4 Jahren Enbrel und nehme seit 3 Jahren Arava.
Einige meiner Gelenke sind sehr schlimm zerstört, also irreparabel geschädigt. Ich habe viele Op´s, zahlreiche Krankenhausaufenthalte, viele Bewegungseinschränkungen und bin für jeden Tag dankbar, daß ich ein Biological spritzen kann, welches mir wieder Lebensqualität zurückgegeben hat.
Nein, ich bin nicht beschwerdefrei, ich bin bewegungseingeschränkt und mußte mein Leben sehr stark verändern.
Dank operativer Eingriffe und guter Medikation nehme ich wieder am Leben teil, nicht so wie früher, aber auf meine ganze eigene Weise.
LG
Sabinerin