Hallo zusammen,
alles fing damit an, dass ich vor 10 Jahren wegen Schlaflosigkeit einen Arzt aufsuchte. In der Zeit von November bis März (ungefähr) war es mir nicht möglich nachts länger als 2 Std. zu schlafen. Ich habe es mit Tees und pflanzlichen Mitteln ohne Erfolg versucht. In meiner Verzweiflung sogar mit einem im Filmriss endenden Vollrausch, das Ergebnis war, dass ich nach 2 Std. wieder wach war und den Vollrausch im wachen Zustand ausnüchtern musste.
Was mich quälte: Nachtschweiss, Kopfschmerzen, Müdigkeit im Laufe des Tages, Kopfschmerzen, Überreiztheit. Wenn ich nach 2 Std. Schlaf aufwachte, war ich ausgeruht und hellwach.
Also besuchte ich meinen Hausarzt. Das übliche: kleines Blutbild, Untersuchung, Schlafmittel (Diazepam). Ich sollte eine halbe Tablette nehmen, das Ergebnis war: gar nichts. Also wieder zum Arzt, der empfahl dann eine Tablette, Ergebnis: gar nichts. Also wieder zum Arzt, der jetzt 2 Tabletten erlaubte, Ergebnis: nach 2 Std. wach und dicken Kopf.
Der Befund: unauffällig, die Leukos waren leicht erhöht bei 17000, aber das ist bei einem Raucher wohl normal.
Ich gab auf, und im März war alles wieder in normalen Bahnen, und ich konnte wieder schlafen und jetzt nicht mehr genug Schlaf bekommen.
Um es kurz zu machen, ich habe in den letzten 10 Jahren nur noch 2 mal versucht einen Arzt mit diesem Problem zu belasten, denn das Ergebnis war immer das gleiche: Nichts zu finden.
2005 wurde die Praxis von einem jungen Arzt übernommen, und ich blieb bei ihm. In diesem Jahr war es mal wieder heftig für mich, ich hatte geschäftlich Probleme, und meine Schlaflosigkeit war diesmal unerträglich. Also versuchte ich es nochmals mit einem Arztbesuch.
Ich wurde auf den Kopf gestellt, 24 Std. Urin kleines Blutbild, grosses Blutbild, Differential Blutbild, CT.
Der Befund: Vergrösserung beider Nebennierenrinden, ausgelöst durch Stress, zu hoher Blutdruck, erhöhte Entzündungswerte (weiss aber keine Werte, da ich damals nichts damit anzufangen wusste).
Therapie: Blutdrucktabletten, leichte Antidepressiva, Besuch bei einem Psycho Therapeuten.
Ergebnis: Ich konnte tatsächlich nach 2 Tagen wieder schlafen. Der Psycho Therapeut hat von sich aus nach 4 Sitzungen vorgeschlagen die Sitzungen abzubrechen. Der Blutdruck spielte verrückt, wurde aber dann in den nächsten Tagen eingestellt. 2mal tgl. 100 mg Metoprolol, 1mal 10 mg Amlodipin, 1mal 5 mg Ramiplus.
Nach ca. einem 3/4 Jahr hatte ich 15 kg zugenommen, und meine Leistungsfähigkeit war gleich Null. Die kleinste Anstrengung trieb mir kalten Schweiss auf die Stirn und führte zu kurzatmigkeit. Also besuchte ich mal wieder meinen Hausarzt Der hat das Antidepressiva abgesetzt, Blutbild gemacht, mit dem Ergebnis: erhöhte Entzündungswerte, aber Körperlich nichts zu finden.
Anfang Mai 2006 passierte es dann. Ich bekam heftige Schmerzen im Unterkiefer, und die Einnahme von handelsüblichen Schmerzmitten brachte keine Linderung. Ich hätte mir am liebsten jeden Zahn einzeln aus dem Kiefer gerissen, dazu kamen heftige Kopfschmerzen im Schläfenbereich, es war nicht auszuhalten. Nach ca 3 Std. war der Schmerz plötzlich weg.
Am nächsten morgen, ca 1 Std nach dem Aufstehen ging es wieder los, der gesamte Unterkiefer tat weh, heftige Kopfschmerzen, nur alles noch viel schlimmer. Das hielt ca. 5 Minuten an, und plötzlich war alles weg, als wenn einer einen Schalter gedreht hätte und den Schmerz ausgeschaltet hätte. Nach weiteren 5 Min. das gleiche Spiel. Nach dem 3. Anfall habe ich dann den Notarzt gerufen, denn es war Wochenende. Der gab mir eine Schmerzspritze und verschrieb mir Tilidin (starke Schmerztropfen). Also am Montag wieder zum Hausarzt und meine Symptome beschrieben. Das muss ganz schön wirr für ihn geklungen haben, denn ich wusste ja nicht was zu den Symptomen gehört, und was nicht. So habe ich ihm z.B. nichts von meinem Kauschmerz erzählt, weil ich den schon einige Wochen hatte, und diesen nicht ursächlich mit dem akuten Problem in Verbindung
gebracht habe, genausowenig von meinen Schmerzen im Gürtelbereich, weil ich das schon vor längerer Zeit bei ihm beklagt hatte, und er das auf eine überstandene Gürtelrose schob, und er mir gegen die Schmerzen ein TENS- Gerät verschrieben hatte. Auch die Schmerzen im Schulterbreich erwähnte ich nicht, weil sie in diesem akuten Fall ja nicht beteiligt war.
Ich schilderte also nur das was tatsächlich akut an diesem Anfall beteiligt war, der Kieferschmerz und die heftigen Kopfschmerzen. Dann kam das übliche, grosses Blutbild, zus. Borreliose.
Ergebnis: Leukos bei 21000, aber kein körperlicher Befund. Fand ich schon wieder klasse,
Therapie: Tilidin abgesetzt, weil mir davon schlecht wurde, dafür Novaminsulfon 4mal tgl. 40 Tropfen gegen die Schmerzen und ein Breitbandantibiotikum, da er nicht wusste wo die hohen Leukos herkamen. Ich total unglücklich.
Ich bin dann von mir aus zum Zahnarzt, um Kiefer und Zähne auszuschliessen. Dem war auch so, beides ohne Befund, wobei mir ein entzündeter Zahn als Ursache lieb gewesen wäre.
Der nächste war für mich der Augenarzt, da ich in letzter Zeit nach 5 min. lesen alles verschwommen gesehen habe. Hier auch wieder: ohne Befund, aber eine künstliche Tränenflüssigkeit, was mein Problem mit dem verschwommen sehen lösen sollte.
Wieder zum Hausarzt, Blutbild.
Ergebnis: Leukos runter auf 14000, aber die Blutsenkung bei 61 und CRP bei 8,2
Therapie: Keine, Ratlosigkeit. Und bei mir machte sich mehr als Ratlosigkeit breit. Einweisung ins Krankenhaus zur Untersuchung Kiefer, Augen und Neurologie. Das Krankenhaus konnte aber mit dieser Einweisung nichts anfangen, untersuchte ambulant meinen Kiefer und schickte mich wieder nach Hause, denn für die beiden anderen Untersuchungen bräuchte ich eine neue Überweisung. Ich konnte den Ärzten nicht klar machen, dass dies keine Überweisung, sondern eine Einweisung sei, und ging wieder nach Hause.
Nach einigen Tagen des Tropfens der Tränenflüssigkeit, bemerkte ich, dass die Tropfen eigentlich überhaupt nichts halfen. Also beschloss ich mir von einem anderen Augenarzt Rat zu holen. Die Augen sind mir sehr wichtig, da ich auf dem rechten Auge von Geburt an sowieso nur 8 % Sehkraft habe (mit Brille 20%).
Diese Augenärztin hat mich dann nach Untersuchung, Schilderung der Symptome und Gesichtsfedmessung imt starken Ausfällen direkt als Notfall in das Knappschafts Krankenhaus in Bochum eingewiesen.
Nach Untersuchung wurde ich sofort an den Kortison Tropf gehängt.
Diagnose: Verdacht auf Morbus Horton und ein frisches Glaukom
Es wurde eine Biopsie der Schläfenschlagader gemacht, die aber negativ war. Der Professor meinte aber, das dies nicht aussagekräftig sei, denn nur in einem Drittel aller Fälle würde etwas gefunden, ausserdem wäre bei mir die rechte Seite betroffen, die Biopsie aber linksseitig gemacht worden, und damit die Chancen auf eine pos. Biopsie noch weiter sinke.
Jetzt wurde die Diagnose durch Ausschluss anderer Ursachen gestellt. Neurologie, MRT, Oberbauchsono, Herzsono, Halsschlagadersono, Lunge, usw.
Für mich wurde die Sache immer verwirrender, denn alles war ohne Befund, und ich fühle mich auch so ein bisschen als eingebildeter Kranker. Nach 4 Tagen Cortison Tropf wurde ich auf 80 mg Tabletten umgestellt. Diese bekam ich 4 Tage, dann runter auf 70, da die Entzündungswerte wieder stiegen wieder rauf auf 80 für 2 Tage, dann wieder runter auf 70, was diesmal klappte. Nach 14 Tagen hatte man mich auf 50 mg runter, und ich wurde in die Obhut meiner Augenärztin und meines Hausarztes entlassen.
Meine neue Augenärztin verschrieb mir gleich COSOPT und XALATAN gegen das Glaukom.
Mein Hausarzt verschrieb mir die Cortisontabletten mit einem Plan 3 Tage 40 mg, 3 Tage 20 mg und danach 5 mg zus. 1mal wöch. Entzündungswerte. Als Magentabletten hat er mir aus welchem Grund auch immer andere verschrieben als im Krankenhaus, dort war es Nexium 40 mg und von ihm war Omeprazol 20 mg.
Ich war im Krankenhaus eigentlich Beschwerdefrei, und zwar direkt nach der 1. Infusion. Jetzt war ich 2 Tage zu Hause und die Symptome erschienen wieder, wenn auch abgeschwächt, aber merklich vorhanden. Es machten sich noch andere Dinge bemerkbar: ich kann kein Salz schmecken, Pfeffer schmeckt bitter und saures ist undefinierbar.
Also wieder zum Hausarzt und berichtet. Die Beeinträchtigung des Geschmacksnerves könne vom Copsopt kommen meinte er und da er nicht mit den Nebenwirkungen des CortisonPräparates aus dem Krankenhaus (Ultrlan oral) vertraut sei, verschrieb er mit Predni H Tablinen. Den Dosierungsplan liess er aber so bestehen.
Mit jeder Reduktion des Cortisons ging es mir schlechter, und ich brauchte wieder öfter die Novamin Tropfen, was ich aber gern vermieden hätte.
Also wieder hin zum Hausarzt und auf Blutabnahme bestanden, war aber leider Freitag, und ich musste bis Montag auf das Ergebnis warten. Am Montag rief mich dann mein Hausarzt an, und teilte mir mit, dass ich wieder auf 40 mg gehen müsse. Ich bedankte mich brav für das schmerzhafte Wochenende und ging wieder auf 40 mg, und war sehr schnell wieder einigermassen Beschwerdefrei. Der Einnahmeplan war wieder der gleiche 3 Tage 40 mg, dann 3 Tage 20 mg, dann weiter mit 5 mg. Das Spiel wiederholte sich und ich musste wieder bis Montag warten, bis ich die Dosis wieder erhöhen konnte, da die Entzündungswerte wieder gestiegen waren. Diesmal allerdings nur auf 25 mg und diesmal nach dem Plan 5 Tage 25 mg, 5Tage 20 mg, 5 Tage 15 mg usw. bis runter auf 5 mg. Hoffentlich klappt es diesmal, denn mein Hausarzt macht ab 17. 07.06 bis 04.08.06 Urlaub. Seit Dienstag nehme ich nun 25 mg und die Symptome sind zwar geschwächt, aber noch da.
Meine Symptome (diesmal unter der Berücksichtigung aller wehwehchen)
Kopfschmerz rechte Seite hauptsächlich im Schläfenbereich
Schmerzen der Gesichtsnerven (Kiefer vom Gefühl her)(ist aber untypisch für Morbus Horton)
Schmerzen im Schulterbereich
Schmerzen im Gürtelbereich
Schmerzende Knie- und Fussgelenke für ca 1 Std. nach dem Aufstehen
Das Gefühl Pudding in den Kniegelenken zu haben (Immer)
verschwommenes Sehen (wird im Laufe des Tages immer schlechter)
manchmal helle Punkte vor den Augen, als wenn man in die Sonne gesehen hätte
Nachtschweiss
Muskelschwäche
bei der kleinsten Anstrengung kalte Schweissausbrüche
Kauschmerz rechts
oft Drehschwindel
leichte geistige Verwirrtheit bei Wortfindung und mit Zahlen
Geschmacksprobleme, Salz schmeckt nach nichts, Pfeffer ist bitter, Sauer ist undefinierbar, Süss schmeckt normal.
Die jetzige Medikation (seit Dienstag 04.07.2006)
morgens mittags abends
x....................... x ..........Metoprolol 100 mg
x................................... Ramiplus 10 mg
x................................... Predni H Tablinen 25 mg (alle 5 Tage um 5 mg verringern)
x................................... Nexium 40 mg
x....................... x......... Cosopt Augentropfen
..........................x......... Xalatan Augentropfen
x........... x.......... x......... Novaminsulfon 40 Tropfen (nehm ich selten)
Ich habe das Gefühl, dass mein Hausarzt mich nicht ernst nimmt, und das ganze in den Bereich Hypochonder schiebt. Aber für mich sind die Schmerzen vorhanden und real. Ich komme mir ja schon selbst bekloppt vor und habe auch schon mit dem Gedanken gespielt einfach alle Tabletten incl. Blutdruck abzusetzen, denn davor litt ich eigentlich nur unter Schlaflosigkeit, und das ist momentan auch wieder so. Ich schlafe nur 4 Std., dann ist die Nacht für mich vorbei.
Was kann sich also noch für mich verschlechtern, wenn ich alle Tabletten absetze?
Und um ehrlich zu sein, wenn ich mich sehen würde, und ich mir diese Story erzählen würde, ICH WÜRDE MICH AUCH FÜR BEKLOPPT HALTEN.
Ich komme mir wie ein Hypochonder vor, und ich glaube andere denken von mir das gleiche. Ich habe einfach nur die Nase voll.
Sorry für die langatmige Geschichte, aber es tut gut mal alles abzulassen, und wer weiss, vielleicht finden sich ja Leidensgenossen, mit denen ich Erfahrungen austauschen kann.
Gruss
Mani
alles fing damit an, dass ich vor 10 Jahren wegen Schlaflosigkeit einen Arzt aufsuchte. In der Zeit von November bis März (ungefähr) war es mir nicht möglich nachts länger als 2 Std. zu schlafen. Ich habe es mit Tees und pflanzlichen Mitteln ohne Erfolg versucht. In meiner Verzweiflung sogar mit einem im Filmriss endenden Vollrausch, das Ergebnis war, dass ich nach 2 Std. wieder wach war und den Vollrausch im wachen Zustand ausnüchtern musste.
Was mich quälte: Nachtschweiss, Kopfschmerzen, Müdigkeit im Laufe des Tages, Kopfschmerzen, Überreiztheit. Wenn ich nach 2 Std. Schlaf aufwachte, war ich ausgeruht und hellwach.
Also besuchte ich meinen Hausarzt. Das übliche: kleines Blutbild, Untersuchung, Schlafmittel (Diazepam). Ich sollte eine halbe Tablette nehmen, das Ergebnis war: gar nichts. Also wieder zum Arzt, der empfahl dann eine Tablette, Ergebnis: gar nichts. Also wieder zum Arzt, der jetzt 2 Tabletten erlaubte, Ergebnis: nach 2 Std. wach und dicken Kopf.
Der Befund: unauffällig, die Leukos waren leicht erhöht bei 17000, aber das ist bei einem Raucher wohl normal.
Ich gab auf, und im März war alles wieder in normalen Bahnen, und ich konnte wieder schlafen und jetzt nicht mehr genug Schlaf bekommen.
Um es kurz zu machen, ich habe in den letzten 10 Jahren nur noch 2 mal versucht einen Arzt mit diesem Problem zu belasten, denn das Ergebnis war immer das gleiche: Nichts zu finden.
2005 wurde die Praxis von einem jungen Arzt übernommen, und ich blieb bei ihm. In diesem Jahr war es mal wieder heftig für mich, ich hatte geschäftlich Probleme, und meine Schlaflosigkeit war diesmal unerträglich. Also versuchte ich es nochmals mit einem Arztbesuch.
Ich wurde auf den Kopf gestellt, 24 Std. Urin kleines Blutbild, grosses Blutbild, Differential Blutbild, CT.
Der Befund: Vergrösserung beider Nebennierenrinden, ausgelöst durch Stress, zu hoher Blutdruck, erhöhte Entzündungswerte (weiss aber keine Werte, da ich damals nichts damit anzufangen wusste).
Therapie: Blutdrucktabletten, leichte Antidepressiva, Besuch bei einem Psycho Therapeuten.
Ergebnis: Ich konnte tatsächlich nach 2 Tagen wieder schlafen. Der Psycho Therapeut hat von sich aus nach 4 Sitzungen vorgeschlagen die Sitzungen abzubrechen. Der Blutdruck spielte verrückt, wurde aber dann in den nächsten Tagen eingestellt. 2mal tgl. 100 mg Metoprolol, 1mal 10 mg Amlodipin, 1mal 5 mg Ramiplus.
Nach ca. einem 3/4 Jahr hatte ich 15 kg zugenommen, und meine Leistungsfähigkeit war gleich Null. Die kleinste Anstrengung trieb mir kalten Schweiss auf die Stirn und führte zu kurzatmigkeit. Also besuchte ich mal wieder meinen Hausarzt Der hat das Antidepressiva abgesetzt, Blutbild gemacht, mit dem Ergebnis: erhöhte Entzündungswerte, aber Körperlich nichts zu finden.
Anfang Mai 2006 passierte es dann. Ich bekam heftige Schmerzen im Unterkiefer, und die Einnahme von handelsüblichen Schmerzmitten brachte keine Linderung. Ich hätte mir am liebsten jeden Zahn einzeln aus dem Kiefer gerissen, dazu kamen heftige Kopfschmerzen im Schläfenbereich, es war nicht auszuhalten. Nach ca 3 Std. war der Schmerz plötzlich weg.
Am nächsten morgen, ca 1 Std nach dem Aufstehen ging es wieder los, der gesamte Unterkiefer tat weh, heftige Kopfschmerzen, nur alles noch viel schlimmer. Das hielt ca. 5 Minuten an, und plötzlich war alles weg, als wenn einer einen Schalter gedreht hätte und den Schmerz ausgeschaltet hätte. Nach weiteren 5 Min. das gleiche Spiel. Nach dem 3. Anfall habe ich dann den Notarzt gerufen, denn es war Wochenende. Der gab mir eine Schmerzspritze und verschrieb mir Tilidin (starke Schmerztropfen). Also am Montag wieder zum Hausarzt und meine Symptome beschrieben. Das muss ganz schön wirr für ihn geklungen haben, denn ich wusste ja nicht was zu den Symptomen gehört, und was nicht. So habe ich ihm z.B. nichts von meinem Kauschmerz erzählt, weil ich den schon einige Wochen hatte, und diesen nicht ursächlich mit dem akuten Problem in Verbindung
gebracht habe, genausowenig von meinen Schmerzen im Gürtelbereich, weil ich das schon vor längerer Zeit bei ihm beklagt hatte, und er das auf eine überstandene Gürtelrose schob, und er mir gegen die Schmerzen ein TENS- Gerät verschrieben hatte. Auch die Schmerzen im Schulterbreich erwähnte ich nicht, weil sie in diesem akuten Fall ja nicht beteiligt war.
Ich schilderte also nur das was tatsächlich akut an diesem Anfall beteiligt war, der Kieferschmerz und die heftigen Kopfschmerzen. Dann kam das übliche, grosses Blutbild, zus. Borreliose.
Ergebnis: Leukos bei 21000, aber kein körperlicher Befund. Fand ich schon wieder klasse,
Therapie: Tilidin abgesetzt, weil mir davon schlecht wurde, dafür Novaminsulfon 4mal tgl. 40 Tropfen gegen die Schmerzen und ein Breitbandantibiotikum, da er nicht wusste wo die hohen Leukos herkamen. Ich total unglücklich.
Ich bin dann von mir aus zum Zahnarzt, um Kiefer und Zähne auszuschliessen. Dem war auch so, beides ohne Befund, wobei mir ein entzündeter Zahn als Ursache lieb gewesen wäre.
Der nächste war für mich der Augenarzt, da ich in letzter Zeit nach 5 min. lesen alles verschwommen gesehen habe. Hier auch wieder: ohne Befund, aber eine künstliche Tränenflüssigkeit, was mein Problem mit dem verschwommen sehen lösen sollte.
Wieder zum Hausarzt, Blutbild.
Ergebnis: Leukos runter auf 14000, aber die Blutsenkung bei 61 und CRP bei 8,2
Therapie: Keine, Ratlosigkeit. Und bei mir machte sich mehr als Ratlosigkeit breit. Einweisung ins Krankenhaus zur Untersuchung Kiefer, Augen und Neurologie. Das Krankenhaus konnte aber mit dieser Einweisung nichts anfangen, untersuchte ambulant meinen Kiefer und schickte mich wieder nach Hause, denn für die beiden anderen Untersuchungen bräuchte ich eine neue Überweisung. Ich konnte den Ärzten nicht klar machen, dass dies keine Überweisung, sondern eine Einweisung sei, und ging wieder nach Hause.
Nach einigen Tagen des Tropfens der Tränenflüssigkeit, bemerkte ich, dass die Tropfen eigentlich überhaupt nichts halfen. Also beschloss ich mir von einem anderen Augenarzt Rat zu holen. Die Augen sind mir sehr wichtig, da ich auf dem rechten Auge von Geburt an sowieso nur 8 % Sehkraft habe (mit Brille 20%).
Diese Augenärztin hat mich dann nach Untersuchung, Schilderung der Symptome und Gesichtsfedmessung imt starken Ausfällen direkt als Notfall in das Knappschafts Krankenhaus in Bochum eingewiesen.
Nach Untersuchung wurde ich sofort an den Kortison Tropf gehängt.
Diagnose: Verdacht auf Morbus Horton und ein frisches Glaukom
Es wurde eine Biopsie der Schläfenschlagader gemacht, die aber negativ war. Der Professor meinte aber, das dies nicht aussagekräftig sei, denn nur in einem Drittel aller Fälle würde etwas gefunden, ausserdem wäre bei mir die rechte Seite betroffen, die Biopsie aber linksseitig gemacht worden, und damit die Chancen auf eine pos. Biopsie noch weiter sinke.
Jetzt wurde die Diagnose durch Ausschluss anderer Ursachen gestellt. Neurologie, MRT, Oberbauchsono, Herzsono, Halsschlagadersono, Lunge, usw.
Für mich wurde die Sache immer verwirrender, denn alles war ohne Befund, und ich fühle mich auch so ein bisschen als eingebildeter Kranker. Nach 4 Tagen Cortison Tropf wurde ich auf 80 mg Tabletten umgestellt. Diese bekam ich 4 Tage, dann runter auf 70, da die Entzündungswerte wieder stiegen wieder rauf auf 80 für 2 Tage, dann wieder runter auf 70, was diesmal klappte. Nach 14 Tagen hatte man mich auf 50 mg runter, und ich wurde in die Obhut meiner Augenärztin und meines Hausarztes entlassen.
Meine neue Augenärztin verschrieb mir gleich COSOPT und XALATAN gegen das Glaukom.
Mein Hausarzt verschrieb mir die Cortisontabletten mit einem Plan 3 Tage 40 mg, 3 Tage 20 mg und danach 5 mg zus. 1mal wöch. Entzündungswerte. Als Magentabletten hat er mir aus welchem Grund auch immer andere verschrieben als im Krankenhaus, dort war es Nexium 40 mg und von ihm war Omeprazol 20 mg.
Ich war im Krankenhaus eigentlich Beschwerdefrei, und zwar direkt nach der 1. Infusion. Jetzt war ich 2 Tage zu Hause und die Symptome erschienen wieder, wenn auch abgeschwächt, aber merklich vorhanden. Es machten sich noch andere Dinge bemerkbar: ich kann kein Salz schmecken, Pfeffer schmeckt bitter und saures ist undefinierbar.
Also wieder zum Hausarzt und berichtet. Die Beeinträchtigung des Geschmacksnerves könne vom Copsopt kommen meinte er und da er nicht mit den Nebenwirkungen des CortisonPräparates aus dem Krankenhaus (Ultrlan oral) vertraut sei, verschrieb er mit Predni H Tablinen. Den Dosierungsplan liess er aber so bestehen.
Mit jeder Reduktion des Cortisons ging es mir schlechter, und ich brauchte wieder öfter die Novamin Tropfen, was ich aber gern vermieden hätte.
Also wieder hin zum Hausarzt und auf Blutabnahme bestanden, war aber leider Freitag, und ich musste bis Montag auf das Ergebnis warten. Am Montag rief mich dann mein Hausarzt an, und teilte mir mit, dass ich wieder auf 40 mg gehen müsse. Ich bedankte mich brav für das schmerzhafte Wochenende und ging wieder auf 40 mg, und war sehr schnell wieder einigermassen Beschwerdefrei. Der Einnahmeplan war wieder der gleiche 3 Tage 40 mg, dann 3 Tage 20 mg, dann weiter mit 5 mg. Das Spiel wiederholte sich und ich musste wieder bis Montag warten, bis ich die Dosis wieder erhöhen konnte, da die Entzündungswerte wieder gestiegen waren. Diesmal allerdings nur auf 25 mg und diesmal nach dem Plan 5 Tage 25 mg, 5Tage 20 mg, 5 Tage 15 mg usw. bis runter auf 5 mg. Hoffentlich klappt es diesmal, denn mein Hausarzt macht ab 17. 07.06 bis 04.08.06 Urlaub. Seit Dienstag nehme ich nun 25 mg und die Symptome sind zwar geschwächt, aber noch da.
Meine Symptome (diesmal unter der Berücksichtigung aller wehwehchen)
Kopfschmerz rechte Seite hauptsächlich im Schläfenbereich
Schmerzen der Gesichtsnerven (Kiefer vom Gefühl her)(ist aber untypisch für Morbus Horton)
Schmerzen im Schulterbereich
Schmerzen im Gürtelbereich
Schmerzende Knie- und Fussgelenke für ca 1 Std. nach dem Aufstehen
Das Gefühl Pudding in den Kniegelenken zu haben (Immer)
verschwommenes Sehen (wird im Laufe des Tages immer schlechter)
manchmal helle Punkte vor den Augen, als wenn man in die Sonne gesehen hätte
Nachtschweiss
Muskelschwäche
bei der kleinsten Anstrengung kalte Schweissausbrüche
Kauschmerz rechts
oft Drehschwindel
leichte geistige Verwirrtheit bei Wortfindung und mit Zahlen
Geschmacksprobleme, Salz schmeckt nach nichts, Pfeffer ist bitter, Sauer ist undefinierbar, Süss schmeckt normal.
Die jetzige Medikation (seit Dienstag 04.07.2006)
morgens mittags abends
x....................... x ..........Metoprolol 100 mg
x................................... Ramiplus 10 mg
x................................... Predni H Tablinen 25 mg (alle 5 Tage um 5 mg verringern)
x................................... Nexium 40 mg
x....................... x......... Cosopt Augentropfen
..........................x......... Xalatan Augentropfen
x........... x.......... x......... Novaminsulfon 40 Tropfen (nehm ich selten)
Ich habe das Gefühl, dass mein Hausarzt mich nicht ernst nimmt, und das ganze in den Bereich Hypochonder schiebt. Aber für mich sind die Schmerzen vorhanden und real. Ich komme mir ja schon selbst bekloppt vor und habe auch schon mit dem Gedanken gespielt einfach alle Tabletten incl. Blutdruck abzusetzen, denn davor litt ich eigentlich nur unter Schlaflosigkeit, und das ist momentan auch wieder so. Ich schlafe nur 4 Std., dann ist die Nacht für mich vorbei.
Was kann sich also noch für mich verschlechtern, wenn ich alle Tabletten absetze?
Und um ehrlich zu sein, wenn ich mich sehen würde, und ich mir diese Story erzählen würde, ICH WÜRDE MICH AUCH FÜR BEKLOPPT HALTEN.
Ich komme mir wie ein Hypochonder vor, und ich glaube andere denken von mir das gleiche. Ich habe einfach nur die Nase voll.
Sorry für die langatmige Geschichte, aber es tut gut mal alles abzulassen, und wer weiss, vielleicht finden sich ja Leidensgenossen, mit denen ich Erfahrungen austauschen kann.
Gruss
Mani
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