oje, deine Tochter und du haben es gerade alles andere als leicht.
Es scheint, dass du eine gute und engagierte Kinderärztin hast. An die würde ich mich halten. Also immer wieder mit ihr beraten, welche Untersuchungen oder Fachärzte sinnvoll sind. Und von da aus Schritte gehen. Es gibt Rheumaarten, die sind leicht zu diagnostizieren, andere sind nur schwer zu genau zu definieren.
Der ANA Wert (kann eigentlich nicht so stimmen, wie du angibst 1 zu 358 ist sehr ungewöhnlich, steht das wirklich so da?), also der ANA Wert sagt nur, dass eine autoimmune Reaktion stattfindet. Er gibt keine spezifischen Angaben, was genau abläuft.
Der nächste Schritt - und das ist ja passiert - ist eine genaue Untersuchung der Gelenke. Und weitere Blutuntersuchungen. Es kann aber manchmal sehr lange dauern, bis das Blutbild tatsächlich aussagekräftig ist.
An Behandlungsmöglichkeiten gibt es zum einen die Schmerzbekämpfung. Das macht ihr ja jetzt mit Schmerztagebuch usw. Auch da seid ihr auf dem richtigen Weg. Vielleicht kannst du an den Tagen, an denen Turnen ist, wirklich schon vorbeugend was geben, denn Bewegung ist grundsätzlich gut bei Rheuma.
Und dann gibt es Medikamente, die entweder gegen Entzündungen wirken oder das Autoimmunsystem grundsätzlich herabsetzen. Da diese Medikamente aber keinen Bonbons sind und so manche Nebenwirkung haben können, gibt man die nur, wenn sie absolut nötig sind. Von daher verstehe ich die Ärzte, dass sie da noch nicht gleich loslegen damit.
Ich verstehe deine Verunsicherung, das geht den meisten so, wenn sie mit so einer diagnose bei ihrem Kind konfrontiert sind. Aber du machst schon sehr vieles richtig: Du bringst dein Kind zum Arzt, de kümmerst dich um die Schmerzen, du hast dich hier angemeldet und suchst Informationen.
Was du sonst noch tun kannst: Versuche, ruhig zu bleiben (ich weiß, leichter gesagt als getan). Dein Kind braucht dich als vernünftige Erwachsene, die es in seiner Krankheit begleitet. Man kann einem Kind z.B. sagen: ja, das tut gerade ganz gemein weh, aber es ist nicht gefährlich (im Gegensatz z.b. bei einer Blinddarmentzündung, bei der ein Durchbruch droht). Und dann das Kind etwas ablenken. Es wäre auch nicht gut, wenn dein Kind ständig mitanhören muss, dass du dir Sorgen machst. Dafür gibt es das Forum hier oder eine gute Freundin. Versuch, deinem Kind viel Lebensfreude zu ermöglichen, damit die Krankheit nicht das ganze Leben bestimmt.
Versuche alle Arzt- und Laborberichte zu bekommen und abzuheften. Und hab diesen Ordner bei allen Arztbesuchen dabei. Oder bring den Ärzten Kopien mit.
Ich bin sicher, es melden sich hier andere betroffene Mütter.
Ganz liebe Grüße
Lächeln