was ist mit der Angst
Hallo Carmi,
bei mir ging die Existenzangst nie weg. Sie kam aber auch erst vor ein paar Jahren, als es im Job richtig "heiß" wurde. Ich habe alle Ratschläge einen Job zu suchen wo ich verbeamtet bin ausgeschlagen. Ich hatte im Rathaus ein Praktikum gemacht und fand die "malochen" dort nicht richtig. Aber als Grundsicherung wäre das sicher vernünftig gewesen.
Das alles sind Probleme, die erst in einigen Jahren auf dich zukommen werden. Jetzt geht es darum deinem Sohn eine Therapie zu finden, damit ihr erst gar nicht in eine Situation kommt die ihm Schwierigkeiten bei der Ausbildungssuche und später im Job macht.
Als Kind hatte ich diese Ängste nicht vor einem neuen Schub. Es gab ein Jahr in dem bin ich praktisch von einem KH ins nächste getingelt bin. Damals wußten sie noch nicht was es war. Am Ende landete ich dann in Garmisch, später in Sendenhorst.
In diesem Jahr fühlte ich mich von meinen Eltern abgeschoben. Das erste und letzte Mal. Das Gefühl hatte ich obwohl meine Mutter praktisch jeden Tag von früh bis spät im KH bei mir war, solange ich in einer Klinik in der Nähe war. Die Mittagsruhe verbrachte sie in Cafés und Restaurants. In den 80gern durfte man halt noch nicht überall den ganzen Tag beim Kranken bleiben. Papa brachte sie vor der Arbeit hin und holte sie spät nach Feierabend ab. Beide hatten Vollzeitjobs. Meiner Mutter nahm zuerst ihren Jahresurlaub, dann Überstunden, dann unbezahlten Urlaub. Als sie dann wieder halbtags arbeiten ging sagte ihr ihr Chef, als sie mit der Klinik telefoniert hatte weil ich eine Szintigraphie bekommen hatte vor der die Angst gross gewesen war: " Gehen sie heim und hören auf zu Arbeiten, sie sind doch dem Druck gar nicht gewachsen."
Nur, darauf war das Leben meiner Eltern nicht eingestellt und die Kosten waren zu hoch und niemend verstand, warum Mama auch das Gefühl brauchte ein kleines bischen ein normales Leben zu haben. Sie wollte arbeiten. Sie wollte etwas schaffen, weil sie das Gefühl hatte sie schafft es micht ihrem Kind zu helfen.
Ich denke bei kleinen Kindern liegt die Schwierigkeit der Erkrankung eher bei den Eltern. Die Kinder nehmen vieles einfach hin, wie einen Armbruch.
Hier bei Didi und Trotzkopf habe ich schon ganz viel dazu geschrieben, wie es unsere Familie veränderte und zusammenschweißte.
http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=21469&highlight=wildhunde
http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=22014&highlight=trotzkopf
Angst vor den Schüben an sich habe ich nicht. Die Augen machen mir Sorgen, aber es ist nicht so das ich jedesmal völlig aus dem Häuschen bin.
Es gibt Tage an denen ich alles hinschmeissen möchte, aber meistens ist es eben wie es ist.
Viele Grüße
Kira