Was ist Hämochromatose?
Was ist Hämochromatose?
Die Hämochromatose ist eine genetisch bedingte Eisenspeicherkrankheit, die eine fortschreitende Schädigung wichtiger Organe zur Folge haben kann. "Eisenspeicherkrankheit" bedeutet, dass der Körper zuviel Eisen einlagert. Die hereditäre, also vererbliche Form der Hämochromatose stellt in unseren Breiten die mit Abstand häufigste Erbkrankheit dar. Immerhin jede 10. Person ist Träger eines veränderten Gens und jeder 200. - 400. hat ein hohes Erkrankungsrisiko.
Im Normalfall ist die Eisenbilanz des Körpers exakt ausgeglichen, d.h. es wird soviel Eisen aus der Nahrung aufgenommen (ca. 1 - 2 mg), wie durch Ausscheidung verloren gehen. Bei der hereditären (erblich bedingten) Hämochromatose liegt eine chronisch positive Eisenbilanz vor, da der Körper trotz gefüllter Eisenspeicher ständig überhöhte Mengen Eisens (4 -5 mg) aufnimmt. Dieses überschüssige Eisen kann weder verwendet noch ausgeschieden werden und muss deshalb in verschiedenen Geweben (Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse, Hirnanhangsdrüse, Gelenke) ablagert werden. Auf die Dauer kommt es so zu schweren Zellschäden, was im höheren Lebensalter schließlich zu Leberzirrhose, Diabetes, Gelenkbeschwerden und Bronzefärbung der Haut führen kann.