Hallo Gertrud,
natürlich gibt es auch leichtere Verläufe unter den PSA-Erkrankungen. Ich hatte im Herbst 2004 die ersten Gelenkprobleme, die dann später erst als seronegative Oligoarthritis und nach dem Tod meines Papas aufgrund der Familienanamnese in eine PSA gewandelt wurde. Die Diagnose habe ich so seit Mai 2006. Heute (2010) lebe ich bereits seit über einem Jahr ohne dauerhafte Medikamente. Klar bei Bedarf habe ich natürlich auch ein Schmerzmittel zur Hand, aber ich habe keine Basis, nehme kein Cortison mehr und kann trotzdem unbeschwert leben. Ich konnte für mich feststellen, dass wenn es mir psychisch top geht, ich grundsätzlich weniger Probleme mit den Gelenken habe. Allerdings meine meine Gelenke manches Mal auf das Wetter reagieren zu müssen. Vor allem jetzt, wo es so nass ist, merke ich sie schon eher.
Psychisch geht es mir super - bin seit Juli 2010 verheiratet, habe damit 3 Kinder angenommen, weil sie zu meinem Schatz gehören, aber auch ich mit ihnen super klar komme. Das Verhältnis mit seiner Exfrau ist im letzten halben Jahr auch super geworden - war anfangs oft etwas arg anstrengend, aber das war einmal. Wohne nun auch wieder näher an meiner Familie und da ich ein arger Familienmensch bin, ist das für mein seelisches Gleichgewicht natürlich auch positiv.
Aber nun noch einmal kurz zu meiner PSA: Bei mir sind "nur" 3 Gelenke betroffen. Da sind beide Knie und der linke Ringfinger mit von der Partie, wobei der Ringfinger die wenigsten Probleme beschert. Die Knie sind da schon schlimmer dran. Am Anfang bekam ich Sulfasalazin, was wegen fehlender Wirkung ein halbes Jahr später abgesetzt wurde. War dann zur Reha, allerdings in einem orthopädischen Haus. Die Ärzte hatten sich direkt mit dem Versicherungsträger in Verbindung gesetzt und erhielten die Rückmeldung, ich habe vor Ort zu bleiben. Die Ärzte mühten sich dann entsprechend, um mir den Aufenthalt auch so angenehm wie möglich zu machen. Allerdings habe ich das Wasser in Aachen überhaupt nicht vertragen und kroch auf allen Vieren aus dem Schwimmbecken raus. Es ging gar nix mehr. Bekam dann stattdessen Quarkumschläge für beide Knie, was dann etwas Linderung brachte. Nach der Reha entschied ich mit meinem Rheumatologen, dass wir beide Knie operativ behandeln werden, in der Hoffnung, die gewünschte Ruhe zu bekommen. Nach der zweiten Op sollte Cortison reduziert werden, was jedoch zu Problemen mit dem linken Ringfinger führte. Daraufhin wurde im März '06 mit MTX angefangen. Dieses habe ich anfangs vertragen, musste aber im Januar '07 wegen beginnender allergischer Reaktion abgesetzt werden. Da nun meine Leberwerte jedoch so durcheinander waren, wurde vorerst von einer neuen Basis abgesehen. So nahm ich dann erst einmal nur Cortison 7,5mg und Schmerzmittel. Im Mai '08 war dann der Umzug und ab Herbst konnte ich tatsächlich beginnen Cortison zu reduzieren. Im Sommer '09 hatte ich es geschafft. Ich war cortisonfrei und Schmerzmittel nahm ich auch nur noch, wenn es wirklich arg zwickte.
Morgens brauchen meine Knie nen Augenblick zum "Warmlaufen", aber dann ist alles super. Arbeiten, die auf den Knien erledigt werden müssten, unterlasse ich, da ich das definitiv nicht kann. Da merke ich halt immer wieder, dass in mir etwas schlummert, und ich möchte diesen kleinen Teufel

durch diese Tätigkeiten nicht erst wieder aufwecken. Spiele heute wieder Fussball (aktiv und auch noch passiv) mit unseren Zwillingen und meinem Mann. Gehe regelmäßig ins Fitnessstudio und erfreue mich eines ausgeglichenen Lebens.
Es ist jedoch tatsächlich so, dass Personen, die weniger oder kaum Probleme haben, selten im Internet unterwegs sind. Hilfe suchen sich doch meist die, die es schlimmer getroffen hat. Also Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist.

Es geht auch in einem günstigen Verlauf - man darf auch nicht immer alles nur schwarz sehen.
LG
stoppel