Gefühlvolle Gedichte

alteschachtel

Gabriele
nun haben wir schon Natürgedichte und alles mögliche gemacht.
Nun wer von euch hat gefühlvolle Gedichte? Also Liebesgedichte, Schmerzgedichte, Hass und was da da alles noch so gibt......

Ich fang einfach mal an:

Gedankengänge

Jeder sendete einen Gedanken

sie schwebten frei
schwirrten durch den Raum
trafen sich
tanzten miteinander
umarmten sich zärtlich
küssten sich innig
versanken in Liebesspiele
verschmelzen ineinander

trennten sich
und gingen ihren Weg
zurück zum Ausgangspunkt

dann taten wir das, was die Gedanken taten


Sonnenaufgang

Jeden Tag sehe ich ihn
diesen unglaublichen Sonnenaufgang

Jeden Tag wache ich auf
und kann es kaum erwarten das er mich anstrahlt

Jeden Tag kann ich sie spüren
diese Wärme die ich geschenkt bekomme

Jeden Tag werde ich geblendet
von dieser absoluten Helligkeit die mich umgibt

Jeden Tag dieses gleiche Gefühl
wenn meine Seele Purzelbäume schlägt

Es ist so wunderschön

Jeden Tag auf ein neues in DEINE Augen schauen zu dürfen



Kinderaugen

Kinderaugen sind so klein und doch so groß
sie schauen dich an und fragen:
kann ich das verstehen?

Kinderaugen freuen sich über jede Kleinigkeit
und sie schauen dich an und fragen:
bitte erkläre mir das

Kinderaugen schauen dich so niedlich an
und sagen ich mag dich
doch auch fragen sie
kann ich das auch?

Kinderaugen schauen sich alles sehr genau an
sind sie ängstlich sind sie groß
sind sie traurig sind sie nass
und wenn sie glücklich sind
strahlen sie heller als ein Stern am Himmel

Kinderaugen brauchen keine Stimme
sagen alles mit einen Blick
drücke dir die Gefühle aus
und sagen ich hab dich lieb

Kinderaugen darf man nie bestrafen
sie sind von Natur neugierig
möchten alles wissen
man sollte ihnen alles sagen



Mein Baby
Kleine Ãugelein schauen mich an
Kleiner Schmollmund zeigt sich trotzig
Kleine Fäuste ballen sich

Ja du mein kleiner Liebling bis gemeint
So klein und doch so Ausdrucksstark
Weiß ganz genau was du willst

Kein Tag möchte ich dich missen
Keine Woche darf ohne dich vergehen
[FONT=&quot]Du bist der Mittelpunkt meines Lebens[/FONT]
 
Hallo Alteschachtel,

da mach ich natürlich gerne mit!



Ich liebe dich, so wie du mich,
Am Abend und am Morgen,
Noch war kein Tag, wo du und ich
Nicht teilten unsre Sorgen.

Auch waren sie für dich und mich
Geteilt leicht zu ertragen;
Du tröstetest im Kummer mich,
Ich weint in deine Klagen.

Drum Gottes Segen über dir,
Du, meines Lebens Freude.
Gott schütze dich, erhalt dich mir,
Schütz und erhalt uns beide.


Karl Friedrich Wilhelm Herrosee (1764-1821)



 
ist sehr schön Nelli

hier ein Gedicht für eine Frau die wir alle haben
Mutter

Jahre warst du immer für uns da
bei Sorgen und Probleme konnten wir mit dir reden
hast immer versucht zu helfen
wolltest stark sein und hast nicht erkannt
das dich das krank gemacht hat

hast uns gelernt wie wir durchs Leben kommen
hast uns gelernt wie wir stark werden
damit wir nicht untergehen
hast uns gelernt zu Lieben

heute bist du ein Mensch
gezeichnet von Leben
gezeichnet von den Sorgen
gezeichnet von Alltag
heute wissen wir wie sehr du uns brauchst
heute helfen wir dir

helfen dir durch Leben zu gehen
helfen dir die Sorgen zu tragen
helfen dir den Alltag zu meistern

Mutter
Wir lieben dich
 
Sachliche Romanze



[FONT=Times New Roman, Times, serif]Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schliesslich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagt, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend sassen sie immer noch dort.
Sie sassen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.

Erich Kästner
[/FONT]
 
Ich denke Dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!



Johann Wolfgang von Goethe
 

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Ich sah dich weinen

Ich sah dich weinen,- hell und schwer
Die Trän` im tiefsten Blau;
Da däuchte mir, daß Auge wär`
Ein Veilchen, feucht von Tau.
Ich sah dich lächeln,- bleich und fahl
Erschien des Saphiers Glühn,
Besiegt von dem lebend`gem Strahl.
Den deine Blicke sprühn.

Wie das Gewölk den goldnen Saum
Von jener Sonn` empfängt,
Den selbst der Abendschatten kaum
Vom Himmelszelt verdrängt,
So strahlt dein Lächeln all sein Glück
Ins finstere Gemüt
Und läßt den Sonnenschein zurück,
Der hell das Herz durchglüht.

(Lord Byron)
 
Etwas bleibt...

In einer Zeit, in der es dem Schicksal gefällt,
dass kein schmerzfreier Tag unser Antlitz erhellt​

In einer Zeit, wo die Nacht den Tag besiegt
In der die Zahl der dunklen Stunden überwiegt​

In einer Zeit, in der ein Schatten die Seele berührt
In der man das Nachlassen der Kraft allzu deutlich spürt​

In einer Zeit, in der Zukunftsängste entstehen
In der es schwerfällt nach vorne zu sehen​

In einer Zeit, die oftmals die Träume vertreibt,
ist die Liebe das einzige, was uns noch bleibt.
.
.
.​
 
Alles fügt sich und erfüllt sich
musst es nur erwarten können
und dem Werden deines Glückes
Jahr und Felder reichlich gönnen.

Bis du eines Tages jenen
reifen Duft der Körner spürest
und dich aufmachst und die Ernte
in die tiefen Speicher führest


Christian Morgenstern
 

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Clown

Bitter ist die Erkenntnis,​
wenn ein Anderer Einen sieht​
und man selber in einen ​
blinden Spiegel schaut.​
Schmerzhaft, wenn man ihn mit einem​
Tuch freizurubbeln versucht​
und das alte Gesicht zum Vorschein kommt.
​
Bitter wieder für Andere zu tanzen und es nicht zu merken.​

Der Clown,
der Hoffnungslosigkeit,
der Tränen,der Belustigung.
​
Gefangen in seinem Kostüm.​
Alles sehen es und klatschen​
und blicken doch nicht weiter,​
als bis zu den bunten Stofffetzen,​
die ihn umgeben, fesseln.​

​
 
Spuren....

Spuren im Sand

Eines Nachts
hatte ich einen Traum;
Ich ging am Meer entlang
mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streifenlichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben....
...Und jedes Mal sah ich
zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.





Als das letzte Bild an meinen
Augen vorübergezogen war,
blickte ich zurück. Ich erschrak,
als ich entdeckte, dass an
vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die
schwersten Zeiten meines Lebens.





Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
dass in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur
im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“





Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht
in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.

(Margret Fishback Powers)
​
Damit verabschiede ich mich für die nächsten 14 Tage - am Donnerstag ist meine OP.

Euch ganz viele liebe Grüße

manu​

​
 
Mutter

Der schönste Nam' im Erdenrund,
Das schönste Wort im Menschenmund
Ist: Mutter!
Ja, keines ist so tief und weich,
So ungelehrt, gedankenreich
Als: Mutter!
Und hat es wohl die große Macht,
Weil es von Kinderlippen lacht:
O Mutter!
Weil es aus Kinderaugen winkt,
Weil es in Kinderherzen singt:
Die Mutter!
Ja, wem auch dieses Wort erklang,
Hat hohe Würde lebenslang
Als Mutter!
Und die's besessen und entbehrt,
Der ist das Erdenglück verwehrt
Der Mutter!

[SIZE=-2]Carmen Sylva . 1843 - 1916[/SIZE]


​
 
Abschied

Nun sind sie vorüber, jene Stunden,
Die der Himmel unsrer Liebe gab,
Schöne Kränze haben sie gebunden,
Manche Wonne floß mit ihnen ab.


Was der Augenblick geboren,
Schlang der Augenblick hinab,
Aber ewig bleibt es unverloren,
Was das Herz dem Herzen gab.
 
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