Die Liste der Diagnosen findet man in der Anlage 2 der Heilmittelrichtlinien - aber verdammt nochmal das muß ein Arzt doch wissen !
Ich kenne Ärzte, die lieber ihre Praxis geschlossen haben als sich mit diesem Bürokratiemüll zu belasten. Und manche Ärzte verordnen von vornherein gar keine Heilmittel, weil sie von diesem Regelwerk die Schnauze voll haben, pardon...
Fakt ist, dass unbesehen der Gesetzeslage jede Krankenkasse andere Regelungen einfordert. Während alle Krankenkassen eine Verordnung ausserhalb des Regelfalles anstandslos bezahlen, so lange irgendeine Begründung dafür vorliegt, verlangt die AOK Hamburg-Rheinland seit 1.7. wieder einen schriftlichen Genehmigungsantrag - für jedes verdammte Rezept in der zigsten Wiederholung. Und wehe, der ICD-Schlüssel stimmt nicht mit dem Indikationsschlüssel überein sowie mit der Leitsymptomatik - dann wird aus formellen Gründen rigoros abgelehnt.
Die DAK erlaubt wiederum seit dem gleichen Zeitpunkt nur noch eine Therapieunterbrechung von maxmal 4 Wochen, egal aus welchem Grund. Bei allen anderen Kassen muss ein Rezept spätestens nach 3 Monaten abgerechnet werden.
Und so reitet jede Krankenkasse ihren eigenen Stiefel, treibt Ärzte und Therapeuten zu wachselnder Verzweiflung und auch Wut. Die Praxis sieht leider etwas anders aus als das Papier, auf dem sie verordnet wurde. Ich kann die Ärzte bestens verstehen, die hier kapitulieren angesichts der Blüten, die unser Gesundheitswesen betreibt. Und auch nicht jeder Arzt mag sich dann vor einem Ausschuss wegen seiner Ausgaben verantworten, wenn es denn mit Privatpatienten und Selbstzahlern einfacher abgeht.
tja, die KK schiebts auf den arzt, der auf die KK
die KK meint, der arzt muss das beantragen. macht ers nicht, dann brauch ich es wohl nicht.
der arzt meint, das die KK das "ausserhalb des regelfalls" nicht genehmigt und alles von seinem budget weg geht... da kannste reden wie ein pferd...
So isse, die graue Realität, genau so, und nicht nur bei dir. Das geschieht tagtäglich, wobei jeder entsprechende Arzt dann auf seine Facharztkollegen verweist, deren Budget auch nicht anders aussieht. Es ist auch müßig dagegen anzurennen. Arzt wechseln, Eigeninitiative ergreifen, Arrangements treffen, was auch immer - es gilt Wege zu finden, die Belastungen aufzusplitten.
Medikamente, Kompressionsstrümpfe, Überweisungen - das verteile ich schon lange auf mehrere Ärzte, damit Jeder möglichst mit seinem Budget klarkommt. Volkswirtschaftlich betrachtet ist das blanker Unsinn, weil man zig Ärzte honoriert für Leistungen, die ein Einzelner wesentlich preiswerter abgeben könnte. Aber das System will es so, also machen wir diesen Unsinn weiter.
Gruß Roxana