Hallo ihr Beiden,
ich glaube ihr habt mich da etwas missverstanden.
Ich weiß sehr wohl als Betroffene, hab Fibro seit fast 24 Jahren,
dass die Psysche und auch Stress, eine nicht unwesentliche Rolle bei der
Erkrankung spielen. Ich merke selbst, dass an den Tagen an denn
bei mir sozusagen die Hütte brennt oder es problematische Situationen
in der Familie oder auf der Arbeit gibt, sich der Schmerz verstärken kann.
Allerdings hatte ich bei Ausbruch der Krankheit eine extrem glückliche
Zeit und auch jetzt würde ich mich nicht als besonders psyschich überanstrengt
betrachten.
Als ich das mit diesem Vortrag gehört habe, dachte ich nur: oh je.
Wenn der nun Schule macht, ohne dass es wirklich durch verschiedene, voneinander
unabhängige Studien, wissentschaftlich hieb und
stichfest belegt ist, dann werden wieder viele Patienten in die
"Psychosomatische Ecke" gestellt.
Bei meinem Schmerzklinikaufenthalt hatte auch ich Gruppensitzungen bei
einem psychologischen Schmerztherapeuten und habe vieles über die Schmerzverarbeitung
im Gehirn gehört und gelernt.
Allerdings habe ich auch viele schlechte Erfahrungen machen müssen,
vor allem bei Ärzten, die die Fibro entweder als nicht existent oder aber
als traumatisch bedingte Folgeerkrankung von Unfällen und extremen
seelischen Erfahrungen im Leben sehen. So nach dem Motto:
gehe zum Psyschologen und du wirst geheilt. Das hat bei mir nur nicht wirklich
geholfen, zumal man mir bescheinigt, dass ich psyschich ziemlich stabil sind.
Als bei mir die Fibro ausbrach hat mir ein Internist und Sportmediziner das Krankheitsbild
ganz einfach und nüchtern beschrieben, ohne all das was heute noch dazu kommt, und ich habe es als
Erkrankung wahrgenommen wie man z.B. ne Erkältung hat, nur halt mit viel mehr Beschwerden.
Ich habe auch jahrelang "gut" damit gelebt, bis die Fibro quasi "Mode" wurde, nicht als
eine ganzheitliche Erkrankung sondern eher als psyschiche Erkrankung.
Vorher war die Erkrankung kein Thema für mich, es war eben so, ich hatte Medis, die mir halfen
und ich hab eigentlich nicht weiter drüber nachgedacht, bis ich die seel. Ecke gestellt wurde.
Ich finde es jetzt eigentlich traurig, dass all die, die Fibro haben
nun wieder, nachdem die Erkrankung endlich mal von den Ärzten ernsthaft wahrgenommen wurde,
unter Umständen wieder kämpfen müssen. Zumal ich schon lange bei Rheuma-Online dabei bin und
viele haarsträubende Geschichten gelesen habe.
Deshalb habe ich ja auch gefragt ob von euch jemand von diesen neueren Studien gehört hat.
Mein Kenntnisstand ist bis jetzt, dass man bei vielen einen Serotoninmangel festgestellt hat,
dass Dopamin eine Rolle spielen könnte, dass man sogar bei vielen Erkrankten ANAs gefunden hat,
die unter Umständen doch eine entsprechende rheumatische Komponenete mit einbringen würden und
das, ich glaube, Melatonin eine Rolle spielen könnte. Aber bei allem heißt es halt: KÖNNTE.
Liebe Grüße
Mummi