erst Chemotherapie und dann Blutwäsche - Informationen?

Muckel1986

Mitglied
Guten Morgen zusammen,

eine Bekannte hat mich neulich mal wieder auf diese Behandlungsmöglichkeit gebracht. Vor zwei Jahren glaube ich hatte ich mich schonmal informiert und da gab es das nur als Studie.

Habe jetzt zwar leider diesen Informationstext nicht zur hand, mich würde aber trotzdem interessieren, wie der stand ist, bei dieser Behandlungsform und bei welchen Rheumaarten es angewendet wird.

Gruß und vielen Dank
Muckel
 
So, nun hab ich den Text. er lautete:
Unser Abwehrsystem ist ständig gefordert. Beispielsweise muss es sich im Laufe unseres Lebens mit einer Vielzahl von Krankheitserregern auseinandersetzen. Damit Bakterien und Viren möglichst schnell bekämpft werden können, entwickelt es daher ein "Gedächtnis". Bei diesem handelt es sich um spezielle Zellen des Abwehrsystems, die einzelne Merkmale von Bakterien und Viren "speichern" und bei erneutem Kontakt mit dem jeweiligen Krankheitserreger schneller aktiv werden als "gewöhnliche" Immunzellen.

Geraten solche Gedächtniszellen außer Kontrolle, können Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder Lupus erythematodes entstehen. Ist das Abwehrsystem erst mal "durcheinander" geraten, greifen Abwehrzellen dann körpereigene Gewebe an, obwohl der ursprüngliche Feind (z. B. ein Infekt mit Bakterien oder Viren) bereits erfolgreich beseitigt wurde.

Gedächtniszellen sind auch ein wesentlicher Grund, weshalb bei vielen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nach dem Absetzen von Therapien neue Krankheitsschübe auftreten können. Denn in der Regel wirken die heute üblichen Therapien über eine mehr oder weniger gezielte Unterdrückung eines überaktiven Abwehr- bzw. Immunsystems. Fehlen die Medikamente, kurbeln manche Gedächtniszellen u.a. durch Bildung von Antikörpern gegen körpereigenes Gewebe oder durch Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen (Zytokine) das Immunsystem wieder an. Professor Andreas Radbruch vom Deutschen Rheumaforschungszentrum (DRFZ) in Berlin beschreibt diesen Prozess in wenigen Worten so: "Das Immunsystem erinnert sich an das Rheuma".

Funktion und mögliche Entgleisungen des "immunologischen Gedächtnisses" sind deshalb immer stärker in den Blickpunkt der Wissenschaftler geraten. Während es zur Funktionsweise von Gedächtniszellen mittlerweile recht gute Kenntnisse gibt, ist das bei möglichen Entgleisungen bzw. Fehlfunktionen dieser Zellen noch nicht der Fall. Die weitere Erforschung der Funktion von "fehlgeleiteten" Gedächtniszellen könnte daher zu neuen, noch wirksameren Therapien bei entzündlichem Rheuma führen.

Nach Angaben von Herrn Prof. Radbruch ist es in seltenen Fällen bereits heute möglich, das immunologische Gedächtnis für entzündlich-rheumatische Erkrankungen zu löschen. Dies erreicht man, indem das Immunsystem durch eine Chemotherapie zunächst völlig ausgelöscht wird. Nach der erfolgreichen Auslöschung des "alten" Abwehrsystems wird dann in einem zweiten Schritt durch Transplantation von Stammzellen ein "neues" Immunsystem aufgebaut. Gelingt dies, tritt die rheumatische Erkrankung meist nicht mehr auf. Der Patient ist also geheilt.
Es wäre super, wenn ich bis Donnerstag Abend Infos finde, da ich am Freitag bei meinem Rheumatologen bin. Wissen würde ich gerne

  • Name dieser Behandlung?
  • Studie oder nicht?
  • Genehmigungspflichtig oder kann sie direkt "verschrieben" werden?
  • Chancen der Behandlung?
  • Wo kann man das machen?
  • Ist es "nur" so etwas wie eine Behandlung mit z.B. MTX?
Oder einfach einen Begriff mit dem ich suchen kann... Hab währen meiner Ausbildung nur ISDN und in der Freizeit heute MRT und Arzttermine die kommenden Tage - von daher wär ich euch sehr dankbar, wenn ihr mir helfen könnt.

Gruß Muckel / Tobias
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Tobias!
Diese Art der Therapie wird meines Wissens nach nur in lebensbedrohlichen Fällen (z. B. beim Lupus) eingesetzt.
Da man durch die aggressive Chemo praktisch keine Abwehrkräfte mehr hat, ist diese Phase der sehr riskant.
Es ist wohl auch so, dass Patienten, die so behandelt wurden, eine Zeit lang beschwerdefrei waren, die Symptome aber nach einiger Zeit wieder anfingen. Bei den meisten zumindest.
 
Hi Muckel, das was du da suchst ist die sogenannte Stammzelltherapie. Das ist sozusagen der letzte Versuch, wenn alles ander unwirksam ist. ich glaube nicht, dass das bei dir infrage kommen wird. Und ehrlich - ich würde das wirklich nur machen wenn es gar keine Alternative mehr gibt.

Gruß Kuki

PS: bisher alles noch nicht ausgereift als Therapie!

Eine Gentechnik-Firma in den USA hat nach eigenen Angaben die weltweit erste Genehmigung für Versuche einer Stammzell-Therapie am Menschen bekommen 2009!

Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre neue Methode dazu verhelfen kann, Gewebe zu reparieren und zu regenerieren, beispielsweise nach einem Herzanfall oder einem Sportunfall. Außerdem wollen sie damit Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis behandeln, indem sie die mesenchymalen Stammzellen anregen. Diese können das Abwehrsystem unterdrücken, das sich im Fall Rheumakranker gegen den eigenen Körper richtet.2009 noch gibts dazu keine Ergebnisse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Tag,

gut zu wissen - doch trotzdem würde mich genauer interessieren, was die machen. Denn auch wenn es Gen-Versuche sind, bin ich allmählich an einem Punkt wo ich fast alles machen würde, damit die Schmerzen weg sind :sniff:

Habe nur folgendes gefunden, wo bei ich da noch nicht weiß, in wie fern es etwas damit zu tun hat:

Zu mehr hat's noch nicht gereicht, da ich ausgerechnet heute was "handwerkliches" in der Ausbildung tun musste.

Gruß und Danke
Muckel/Tobias
 
Huhu!

Ich finde das echt fazinierend, was heute schon möglich ist und was vielleicht in zehn Jahren eine normale Therapie sein wird. Sicherlich ist das noch nicht ausgereift, aber es wird immer mehr daran gearbeitet. Es ist heutzutage möglich, aus jeder Körperzelle des Menschen wieder adulte Stammzellen zu produzieren, welche solche Aufgaben, von denen hier gesprochen wird, dann erfüllen sollen.
Das mag einem erstmal suspekt erscheinen, aber wenn wir z.B. an die Biologicals denken, die heute für viele Leute eine große Hilfe sind. Wäre nicht entdeckt worden, wofür die entsprechenden Gene, die für TNFalpha und die anderen Entzündungsfaktoren kodieren, da sind, dann gäbe es diese Medis heute nicht.

Wie die anderen schon sagen, ist das aber leider noch Zukunftsmusik, da die Methode noch viel zu unausgereift ist und das vermutlich nur wenige Male durchgeführt wurde (wenn überhaupt), mit Personen, die ohne diese Therapie wohl verstorben wären.

lg, Kachingl
 
Hallo Muckel

ich hoffe der link funktioniert bei dir, hier wird kurz und super vernitlicht
dargestellt was bei einer stammzellentherapie passiert. die therapie dauert monate und die sterblichkeitsrate ist sehr hoch. wird bei rheuma so weit
mir bekannt nur bei fast aussichtslosen verläufen gemacht sprich organversagen durch rh.

wenn der link nicht funktioniert gib bei googel einfach lupus und stammzellentherapie ein , kamm auf zdf volle kanne

mondschein22

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/592414?inPopup=true
 
Hallo Muckel,

ich habe inzwischen alle für mich in Frage kommenden Basics und Studien durch, inklusive der Immunapharese ( Blutwäsche ).
Leider hat alles bisher nichts gebracht, ausser das durch die Behandlung mit Leflunomid und Rituximab mein Magen so "sauer" wurde, da sich eine Barett-mucosa in der Speiseröhre gebildet hatte. Ein Glück war noch nichts karzinös entartet.
Nun ja ich wurde also operiert, und hoffe das nichts nachkommt, die Behandlung des Rheumas......... wieder gescheitert.
Aber auf die Stammzelltherapie würde ich mich nicht einlassen. Das ist mir zu gefährlich nach allem was ich hier so lese.
Ich hoffe immer noch das irgendetwas gibt das mir hilft, aber nicht das !!!
LG petra
 
Guten Abend,

da ich nun weiß, was dahinter steckt und das die Erfolgsaussichten auch nicht besonders gut sind, denke ich, dass es nichts bringt.

Gruß Muckel/Tobias
 
Eine Gentechnik-Firma in den USA hat nach eigenen Angaben die weltweit erste Genehmigung für Versuche einer Stammzell-Therapie am Menschen bekommen 2009!

hallo kuki,

das was du meinst betrifft die embrionale Stammzellentherapie, diese ist in deutschland nicht genehmigt.
stammzellentherapie wird angewandt bei leukämie. siehe google


hth barbara
 
Es ist das gleiche Verfahren wie bei der Leukämie. Es werden aber die eigenen Stammzellen transplantiert. Angewandt wurde dieses Verfahren in Deutschland in der Charite in Berlin. Mir sind aber nur Lupus und Sklerodermiepatienten bekannt. Eine Lupuspatienten hat über ihre Stammzellentransplantation ein Buch geschrieben. Es heißt "Im Schatten des Wolfes."
 
Chemo???

Hallo Leute!

Hab eine Frage hast Du jetzt die Chemo bekommen??? Denn bei mir heißt es i bin Austherapiert und nur Chemo kann eventuell helfen aber mein Arzt verweigert sie mir.DAher frag ich ob Du sie bekommst und wie es so am laufen ist.lg Nadine
 
Zurück
Oben