So schlimm es sich anhört.... Aber ich habe den Eindruck, dass auch bei den Ärzten die Wirtschaftlichkeit großen Einfluss hat.... Gerade Hausärzte bekommen einen bestimmten Betrag pro Patient und Quartal, egal wie oft der Patient vorstellig wird (hat mir jedenfalls ein Arzt mal so erklärt). Da rechnen sich Alte und chronisch Kranke nicht, weil sie einen erhöhten Betreuungsbedarf haben.... Ich glaube, dass ist für die Patienten, aber auch für engagierte Ärzte frustrierend.
Das ganze System stimmt da irgendwie nicht mehr....
Viele Grüße
Die Abrechnung ist noch wesentlich komplexer. Es beruht auf einem Fall- bzw Kopfpauschale System und einem (zusätzlichen) Punktesystem, wobei ein Punkt guten 11 Cent entspricht. (Ein Belastungs EKG ist zB 198 Punkte wert - der Arzt bekommt also um die 22 Euro dafür).
Für chronische Patienten (wobei chronisch sehr eng definiert ist....in den letzten 4 Quartalen wegen einer/mehreren, schweren, langfristigen Erkrankung(en) fand mindestens ein Arzt Patienten Kontakt statt, dabei zählt zB nicht, wenn der Patient nur ein Rezept abholt) beträgt die Pauschale um die 30 Euro pro Quartal.
Zusätzlich kommt zur Berechnung hinzu, wie viel Patienten der Arzt behandelt und wie viele dies im Verhältnis zu anderen Ärzten seines Fachgebietes in der Region sind - auch da gibt es ab einer Überschreitung der Patienten um mehr als 150 Prozent bereits Abzüge beim Verdienst.
Außerdem gibt es dann noch Budgets für Laboruntersuchungen, wobei in Allgemeines und Spezielles Laborbudget aufgeteilt werden muss etc. (Auch hier gibt es Punkte pro Patient ), Heilmittel usw
Was allerdings schon beachtet wird: wenn sehr viele Rentner/ältere Menschen von der Praxis betreut werden. Dann gibt es Zuschläge - der sog Gewichtungsfaktor....
Alles echt kompliziert...
Trotzdem sind Wartezeiten über mehr als 3 Monate mMn nicht in Ordnung. Der momentan einzige Weg führt über die Terminvergabestellen der KK. Allerdings kann hierbei keine Wunschpraxis angegeben werden und auch bis zu 100km Anfahrtsweg sind zu akzeptieren.
Manchmal hilft es, ein persönliches Gespräch mit der Praxis zu suchen oder eine E-Mail, in der die Symptome beschrieben werden.
Der Hausarzt hatte noch die Möglichkeit mit einem Zahlencode die Dringlichkeit eines Termins zu unterstreichen.
(Auch bei uns hier wartet man Monate auf Termine, vor allem beim Dermatologen, Rheumatologen und Neurologen)
LG