Odyssee
Hallo Nachtigall, zuerst einmal vielen dank für deine Anteilnahme! Alles was du schreibst, ist genau auch meine Meinung.
Hier meine Geschichte:
Als mein Rheuma begann war ich verzweifelt, doch ich hatte Glück. Die Odyssee, die viele Rheumatiker durchleben müssen, bis sie die richtige Diagnose und die richtigen Medikamente haben, blieb mir erspart.
Warum: ein Rheumatologe stellte vor ca. 6 Jahren die richtige Diagnose und sah, dass ich trotz normaler CRP Werte eine aktive RA habe. (CCP und Rheumafaktor hoch) In der Charité Berlin begann gerade in dieser Zeit eine Studie mit Humira und MTX, die er mir empfahl. Nach den Injektionen waren nach kurzer Zeit fast alle Beschwerden weg und ich konnte wieder normal leben. Nach einem Jahr war die Studie beendet und ich suchte mir einen neuen Rheumatologen. Nahm nur MTX was ich später wegen großer Übelkeit mit Leflunomid austauschte. Mit nur wenigen Beschwerden und immer niedrigen CRP Werten ging es mir die letzten 5 Jahre relativ gut. Seit Anfang diesen Jahres begannen trotz 10 bzw. 20 mg Leflunomid Entzündungen (zuerst nur in den Füßen später überall) das sagte ich meinen Rheumatologen und stellte leider die „unverschämte“ Frage, ob es Sinn machen könnte, auf ein anderes Medikament zu wechseln. Er wurde ziemlich ungehalten, sagte: meine Werte sind gut und ich solle das Leflunomid sofort absetzen und nur mit NSAR auskommen. Verschrieb mir eine große Packung Ibuprofen und sagte: ich brauche auch keinen neuen Termin! Das wars!
Ich suchte mir also neuen Rheumatologen. Zur Vorsicht machte ich gleich mehrere Termine bei verschiedenen Rheumatologen. Seither komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Ich sitze vor ihnen mit geschwollenen und steifen Händen, hinke in das Behandlungszimmer, doch alle beziehen sich nur auf den einen Wert (CRP), der bei mir eben immer normal ist. Der eine meinte: ich hätte gar kein Rheuma und verschrieb mir Psychopharmaka. Der andere machte den Vorschlag, ich solle jetzt so lange nichts nehmen, bis man in meinen CRP Wert sehen kann, dass ich Entzündungen habe. So, was nun? Noch einen anderen Rheumatologen suchen, wieder Monate warten? Ich kann es kaum glauben, dass was ich früher in vielen Beiträgen vieler Rheumatiker gelesen habe, nun auch mir passiert....
einen schönen und schmerzfreien Tag für alle wünscht essentia