Egal wie man das Kind beim Namen nennt.. PSA oder MB?

susigo

Mitglied
Hallo...
ich mache mir seit einiger Zeit Gedanken,wie genau eine Diagnose gestellt werden kann und wie sicher sich die Ärzte dabei wohl sind?
Meine Diagnose seit 2003 Psoriasis Arthritis...alles was darauf wirklich hinweist...ich habe Psoriasis(Schuppenflechte) und einen knubbligen verformten Zeigefinger.Alle anderen Beschwerden könnten genau so gut ein Bechterew sein.Ich habe starke ISG-Beschwerden mit Ausstrahlung in die Beine...bin HLA-B27 positiv...hatte mehrmals die typische Iritis(Regenbogenhautentzündung)...und habe zur Zeit wieder so starke Schmerzen in HWS und BWS mit starken Verspannungen und Kopfschmerzen,als ob sich mein Körper versteifen will.Bei Bewegung bessern sich die Schmerzen,im Ruhezustand sind sie sehr stark.Ist es egal,wie man das Kind beim Namen nennt?Die Medikamente sind wohl gleich.In der Kur sagte mir ein Arzt,das es auch ein MB sein könnte und man es erst im Verlaufe der Jahre sehen würde.Sind im Prinzip diese Symtome für beide Krankheitsbilder typisch?Steht die Diagnose dann nur wegen dem Hautbefall oder kann man beides haben?Was meint Ihr?

LG Susi
 
Hallo Susi,

mir geht es ähnlich wie dir. Meine erste Diagnose hieß seronegative Spondarthrits; später PSA mit Symptomen von Bechterew, inzwischen schreibt meine Rheumatologin mal PSA, mal Bechterew oder auch Beides. Mittlerweile gibt es bei mir auch zunehmend Anzeichen einer RA.

Mir ist letztendlich egal, wie das Kind heißt, Hauptsache die Medikamente wirken. Die Behandlung ist in allen Fällen im Grunde dieselbe.

Gruß, Elke
 
Hallo Ihr Beiden,
natürlich habt Ihr recht, wenn Ihr sagt, dass es egal ist, wie das Kind denn nun heißt - Hauptsache ist letztlich, dass einem geholfen wird und das eine Medikation greift.

Eine gesicherte Diagnose ist, wie Ihr sicherlich in sehr vielen Beiträgen gesehen und gelesen habt, sehr schwierig zu stellen. Vor allem, wenn die Symptome bei artverwandten Krankheiten des rheumatischen Formenkreis sich sehr gleichen. oft sogar übereinstimmen. Erschwerend kommt natürlich auch noch oft eine seronegative Beurteilung des Labors hinzu.

Vielleicht helfen Euch ja auch diese Hinweise zur PsA:

Bei einem Teil der Patienten geht die Psoriasis mit einer Beteiligung von Knochen und Gelenken und der Wirbelsäule einher. Diese Manifestation der Schuppenflechte am Bewegungssystem wird als Psoriasis-Arthritis (Arthritis = Gelenkentzündung) oder Psoriasis-Arthropathie bezeichnet. Wegen der Veränderungen am Knochen spricht man z.T. auch von einer Osteoarthropathia psoriatica (von griech. osteon = Knochen).
Sind die peripheren Gelenke betroffen, liegt eine Psoriasis-Arthritis im engeren Sinne vor. Im Fall einer Wirbelsäulenbeteiligung handelt es sich um eine Sonderform der Psoriasis-Arthropathie, die als Psoriasis-Spondarthritis bezeichnet wird.

Hauptsymptome der Psoriasis-Arthritis und der Psoriasis-Spondarthritis sind Schmerzen vom entzündlichen Typ, d.h. typische rheumatische Schmerzen, die vor allem in Ruhe und sogar in der Nacht auftreten oder sich zu diesen Zeiten verstärken. Oft sind sie von einer ausgeprägten Steifigkeit in den Gelenken oder im Rücken begleitet. Charakteristisch ist darüber hinaus eine Betonung der Schmerzen in den frühen Morgenstunden, eine Besserung unter Bewegung und eine ausgeprägte Morgensteifigkeit, die oft bis weit in den Tag hineinreicht.

Die Psoriasis-Arthritis geht allerdings im Vergleich zur rheumatoiden Arthritis (chronischen Polyarthritis) oder anderen verwandten Erkrankungen oft mit weniger Gewebsschwellung und sehr häufig ohne einen Gelenkerguß einher.

Bei etwa 20-30% der Patienten mit einer Psoriasis-Arthritis kommt es zu einer Beteiligung der Wirbelsäule (Psoriasis-Spondarthritis). Sie äußert sich in einer Entzündung der Wirbelkörper (Spondylitis), der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthritis) sowie der Kreuz-Darmbeingelenke (Sakroiliakalgelenke, Sakroileitis). Neuere Untersuchungen sprechen sogar von einer isolierten Beteiligung der Kreuz-Darmbeingelenke in bis zu 70% der Patienten mit Psoriasis-Arthritis. Wegen dieses Befallsmusters wird die Psoriasis-Arthritis auch der großen Gruppe der Spondylarthropathien zugerechnet, d.h. den Bechterew-verwandten Erkrankungen.

Quelle hierzu und weiter Infos findet Ihr hier

Mehr Infos zum Morbus Bechterew gibt es hier

Ich hoffe sehr, diese Infos helfen Euch weiter.

LG vom​
 
Hallo Garfield,

danke für die Mühe, die du dir gemacht hast.

Bei mir ist es so, daß die überwiegenden Symptome von Beginn an für die PSA sprechen (zuerst Beschwerden in der BWS, ISG, einem Knie, beiden Großzehen), in den letzten Jahren sind allerdings immer mehr Anzeichen einer RA dazugekommen. Da ich seronegativ bin, kann die Diagnose letztlich nur nach dem klinischen Bild gestellt werden.
Die Oberärztin bei meinem letzten KH-Aufenthalt sagte zu mir, daß ich mit den Beschwerden, die ich zu diesem Zeitpunkt hatte, bei einer Erstbefundung die Diagnose RA bekommen hätte. Sie meinte aber auch, daß es nicht selten ist, daß im Laufe der Jahre zusätzliche rheumatische Erkrankungen auftreten und ich nun sowohl PSA als auch RA habe.

Aber wie gesagt, entscheidend ist für mich das ich eine Behandlung habe, die meine Beschwerden verringert und hoffentlich das Fortschreiten hinauszögert.

Elke
 
Hallo,
danke für die lieben Antworten...besonders Garfield...hast dir so viel Mühe gemacht.Wenn ich das lese,trifft es mein Krankheitsbild schon sehr genau.Habe nur zur Zeit so starke Schmerzen in BWS/HWS und denke manchmal,meine Wirbelsäule will sich versteifen,wie es so typisch ist für Bechterew.Im Grunde muß ich mir keine Sorgen machen,ihr habt recht.Die Medikamente sind ja die gleichen.Ich warte zur Zeit leider noch auf die MTX-Wirkung.Das macht mich alles ganz schön verrückt.Heute kommt die 7.Spritze dran und ich hoffe von Woche zu Woche auf Besserung.

LG Susi
 
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