cP/RA-Ursache wahrscheinlich Proteus-Harnwegsinfekt (Alan Ebringer/London)
Uschi schrieb:
Leutles,
bin ich zum Doc als Vertretung von meinem - super toller Arzt !
Ich rede mit ihm so über cP, Cortison und Antibios und sage ihm, daß ich gerne Antibiotikas nehmen, weil ich dann vollkommen beschwerdefrei bin.
Er meinte, ob man mich schon mal auf eine bakterielle Infektion als Basis für die cP untersucht hat ?? Ich antworte: nun ja, habe seit 30 Jahren einen stehenden Toxoplasmose-Titer und Pass dazu - hat aber bis heute keinen interessiert: weder Rheumatologen, noch Krankenhaus und schon garnicht meinen Hausarzt.
Toll, sagt er. Dann kommen sie mal her nach Pfingsten und ich lass das für sie untersuchen.
Irgendwie kommt man sich immer wieder verarscht vor, gelle ?
Pumpkin,
die grad 500 mg x 3 Tage vor sich hat ( ohne Corti
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Liebe Uschi,
habe ich übersehen, von was Du 500 mg einnimmst? Ein Antibiotikum?
Wie dem auch sei: ich habe mich hier neu registriert, weil ich bei der Google-Suche nach o'dell doxycyclin auf rheuma-online.de gestoßen bin. O'Dell ist Rheumatologe in Nebraska und macht seit Jahren wahnsinnig interessante klin. Studien mit Mino- bzw. Doxycyclin bei RA (=cP), und zwar im frühen Stadium.
Obwohl die Erfolgsraten höchst beeindruckend sind, scheinen sie in Deutschland schlicht ignoriert zu werden! Er hat mit Minocyclin 200mg/d angefangen; nach Remission und Einnahmepause kam es wohl nach unterschiedlicher Zeitdauer zu erneuten Schüben, es war also wohl keine Dauerheilung eingetreten. (Andere Möglichkeit: Neuinfektion - wo und wie auch immer...)
O'Dell weigert sich (wie die allermeisten Rheumatologen), an eine bakterielle Ursache der RA zu glauben - schwafelt von Metalloproteasen-Hemmung... -- Ich habe ihn vor Jahren auf die Forschungsergebnisse der AG von Prof. Alan Ebringer, King's College/London (keine "schlechte Adresse"!) hingewiesen - aber er scheint davon nichts wissen zu wollen.
Wer sich für die Ebringer-Forschung interessiert und Englisch kann, möge bei PubMed ebringer-a (und evtl. zusätzlich proteus) eingeben: Es wird sofort klar, daß diese Arbeitsgruppe seit mittlerweile 21 Jahren bis in alle Einzelheiten nachgewiesen hat, daß die RA wohl auf einem Harnwegsinfekt/HWI mit Proteus mirabilis beruht - womit endlich erklärt wäre, warum Frauen so viel häufiger betroffen sind (auch das Alter ab +/- ca. 20 Jahre "paßt" einigermaßen), denn sie haben sehr viel mehr HWI als Männer.
Minocyclin hat ein etwas höheres Risiko unerwünschter Wirkungen, etwa Leberstörungen bei Langzeiteinnahme (etwa bei der Akne-Therapie über viele Monate, evtl. sogar Jahre). Deshalb kam sehr schnell die Idee auf, es mit Doxycyclin zu versuchen, welches nur SEHR selten Probleme macht (NICHT geeignet für Kinder) und dazu noch das billigste Antibiotikum/AB ist, im Prinzip auch nur 1x täglich eingenommen werden muß.
Im Februar 2006 hat O'Dell veröffentlicht, daß die Kombination MTX + Doxy erheblich besser wirksam ist als MTX allein. Weil das gleichgut mit 200 wie mit 2x 20 = 40 mg/d ging, meint O'Dell, es könne sich nicht um eine antibiotische Wirkung handeln. Das ist kompletter Unsinn, denn bei Akne ist eine Standard-Dosis 50 mg/d - und da ist m.W. noch keiner auf die Idee gekommen, es handele sich NICHT um eine antibiotische Wirkung (gegen einen Keim in den Talgdrüsen).
Wenn Ebringer Recht hat und der RA ein Proteus-HWI zugrundeliegt, muß sich ein denkender Mensch fragen, in welcher Konzentration das Doxy denn im Urin "ankommt". Ich habe das recherchiert: ca. 10x höher als im Blut - so daß Doxy durchaus als HWI-AB geeignet ist gegen Doxy-empfindliche Keime (wurde früher - nach der Einführung vor mehreren Jahrzehnten auch nicht ganz selten gegen HWI eingesetzt).
Für mich ist die jüngste O'Dell-Arbeit ein weiterer Hinweis darauf, daß Ebringer mit seiner Proteus-Hypothese Recht hat. Ich versuche seit vielen Jahren, (mindestens) eine Studie zur Prüfung dieser Hypothese anzuregen, aber die Rheumatologen wollen davon offensichtlich nichts wissen! Ich habe es u.a. beim Kompetenznetz Rheuma versucht, oder bei der Rheuma-Oberärztin des Uni-Klinikums Tübingen...
Derzeit versuche ich, PolitikerInnen bzw. auch das neu geschaffene IQWiG in Köln für das Thema zu interessieren, bisher allerdings ohne irgendeinen erkennbaren Effekt.
Vielleicht lassen sich über dieses Forum ja "MitstreiterInnen" finden?
Zur chronischen Borreliose: die macht nach einer epidemiologischen Untersuchung des forschenden Allgemeinarztes Dieter Hassler/Münzesheim rund die Hälfte aller Gelenkbeschwerden (DMW 1992), und diese Borreliose-Form ist nach Informationen des Top-Borreliose-Experten Stanek/Wien in Europa bestens mit Doxycyclin behandelbar (aus dem Gedächnis: antibiotika-monitor.at oder so ähnlich - es gibt davon wohl 2 Versionen von 1999 und 2000, wenn ich mich recht erinnere). Das Problem ist: Hassler arbeitet mit Hoechst/Aventis (jetzt wohl Sanofi...?) zusammen und macht für deren sehr teueres Antibiotikum Claforan (Cefotaxim) Reklame. Das muß ebenso wie das meist genannte Rocephin (Ceftriaxon) INFUNDIERT werden, was die Sache zusammen mit dem horrenden Preis schwierig macht.
Wenn Doxy für ca. 1€ pro Tag, als Tbl. oder Kps. einzunehmen, (mindestens) gleich gut wirkt - bei geringerem Risiko unerwünschter Wirkungen!!!! - dann hätten die Rheumatologen ein riesiges Problem: weit über die Hälfte ihrer Patienten müßten sehr gut auf Doxy ansprechen, manche evtl. sogar auf eine halbe (100mg-)Tbl. pro Tag - womit zahlreiche Rheumakliniken usw. "dicht machen" könnten.
Klar, daß das nicht sein DARF - oder?
"Dummerweise" forsche ich seit mehr als 12 Jahren über solche vernachlässigte Krankheitsursachen (quer durch die Medizin, keineswegs nur chron. Infektionen) und bin an einem Dutzend Themen gleichzeitig d'ran, so daß ich mich leider nicht auf die RA bzw. allgemeiner rheumatolog. Krankheitsbilder konzentrieren kann. Es sind SEHR dicke Bretter zu bohren, denn auch bei den anderen Krankheiten ist die Lösung verblüffend einfach. So schützt niedriger Eisenvorrat im Körper (am einfachsten zu erreichen durch Blutspenden, die mancherorts sogar bezahlt werden!) vor nahezu allen Alterskrankheiten der reichen Länder, wahrscheinlich sogar vor Alzheimer und Parkinson!
(Daß die "Autoimmun-Krankheit" MS höchstwahrscheinlich durch eine chronische Neuro-Borreliose verursacht wird, ist seit einem Dreivierteljahrhundert "bekannt" - als es noch keine Antibiotika gab, um die Hypothese klinisch zu prüfen: Nachzulesen in der Monographie "Die multiple Sklerose" von Gabriel Steiner, Springer Verlag 1962... Die MS-Herde im ZNS sind regellos assymmetrisch verteilt, ein klarer Hinweis darauf, daß die Erreger IN DEN KRANKHEITSHERDEN zu suchen sind, was Steiner erfolgreich getan hat. Bei der RA sind die betroffenen - v.a. kleinen - Gelenke SYMMETRISCH verteilt, was eine Immunreaktion nahelegt, die von einer Infektion AUSSERHALB der Gelenke angestoßen wird, also zB von einem Proteus-HWI, siehe oben. Die Zusammenhänge sind gar nicht so schwer zu verstehen, wenn man klar und ohne vorgefaßte Meinung darüber nachdenkt...)
Soviel vorerst: Heute Nachmittag steht ein wichtiges Schreiben an den SPD-Gesundheitspolitiker Dr.med. Lauterbach an - also bis auf weiteres Themenwechsel...
So long,
chen-men