Diagnose, Medis, Arzt - Fragen über Fragen

Kitty

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

bin ja noch ganz neu hier und habe eine Menge Fragen :confused: (Fragen sind in grün). Also bei mir liegen folgende Symptome vor:
  • reißende Muskelschmerzen in Armen und Beinen
  • Gelenkschmerzen Arme u. Beine
  • LWS, HWS-Schmerzen
  • Steife Gelenke vor allen Dingen morgens und nach längerem sitzen oder liegen
  • geschwollene Hände und Füße
Sofort gewirkt hat bei mir Cortison. Rheumafaktor, HLAB27, Borreliose, Yersinien, Muskelenzym alles negativ. CRP (und noch einige andere Werte)seit Wochen über 200.

Mein HA sagt, es ist Polymyalgia rheumatica. Er hat auch direkt die entspr. Punkte hierfür abgetastet. Er sagt in so einem Fall ist MTX+Cortison erforderlich.
Habe auch schon einiges, auch hier im Forum nachgelesen, das passt genau.

Der Rheumatologe (war jetzt bei zwei verschiedenen) sagt, die Laborwerte sprechen gegen ein Rheuma. Es muß abgewartet werden. Da ich jedoch Rheumabeschwerden habe bekomme ich jetzt

  • Sulfasalazin
  • Cortison (soll ausgeschlichen werden)
  • Calcicare wegen Cortison
  • Doxycyclin wegen dem CRP
  • IBU600 + Metamizol
Wegen der Diagnose bin ich jetzt etwas verwirrt. Was stimmt den jetzt? Der Rheumatologe muß es doch wissen??:confused:

Braucht man bei Sulfasalazin nicht auch ein Folsäure-Präparat?

Grüße von der ratlosen Kitty :( :o :confused:
 
Hallo!

Kann Dir leider nur bei der zweiten Frage helfen:
habe ein Infoheft zu Rheuma hier und da steht bei Sulfasalazin, dass es nur in 10% der Fälle zu einem Folsäuremangel kommt. Ich nehme auch Sulfasalazin, und ebenfalls keine Folsäure dazu.

lg, Katy.
 
Hallo Kitty,

Braucht man bei Sulfasalazin nicht auch ein Folsäure-Präparat?

Sulfasalazin vermindert die Folsäureabsorption (Folsäure ist ein Vitamin). Wenn es zu zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen wird, die in den Folsäure-Stoffwechsel eingreifen (wie z.B. Methotrexat), muß besonders auf entsprechende Mangelerscheinungen geachtet werden. Oft erkennt man erste Veränderungen im Blutbild an der sogenannten Erythrozytenmorphologie und dem Hämoglobin-Gehalt der Erythrozyten (MCV-Werte und MCH-Werte im Blutbild). Sulfasalazin kann außerdem die Wirkung von Methotrexat verstärken. Diesen Effekt macht man sich u.a. bei der Kombinationstherapie von Sulfasalazin mit Methotrexat zunutze.

http://209.85.135.104/search?q=cach...ulfasalazin+Folsäure&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de


Es wird nach 48 Std. genommen damit man das MTX ausschwämmt.
Man sollte auch dann mind. 2 Liter trinken.

http://www.razyboard.com/system/mor...und-lupus-schub-marsden-795942-4992327-0.html

LG Gisi
 
hallo kitty,

und herzlich willkommen im forum :) .

Sofort gewirkt hat bei mir Cortison. Rheumafaktor, HLAB27, Borreliose, Yersinien, Muskelenzym alles negativ. CRP (und noch einige andere Werte)seit Wochen über 200.

das cortison bei dir so gute wirkung erzielte, zeigt an, dass es sich bei dir um entzündliche prozesse handelt.

crp ist ein entzündungsparameter und wird in mg/l oder mg/dl angegeben.
wie hoch war es bei dir? 200 mg/dl oder mg/l sind aber unmöglich, diesen wert überlebt keiner :) .

Er hat auch direkt die entspr. Punkte hierfür abgetastet.

welche punkte hat dein ha da abgetastet?- an den oberarmen?

Der Rheumatologe (war jetzt bei zwei verschiedenen) sagt, die Laborwerte sprechen gegen ein Rheuma.

bei pmr gibt es keine spezifischen laborwerte. hier zählt nur das hohe crp und blutsenkung und die zum krankheitsbild passenden beschwerden.
die diagnose wird nach den diagnosekriterien gestellt:

Klassifikationskriterien der Polymyalgia rheumatica (PMR)

(englische Studie, 1979)
  1. Beidseitige Schulterschmerzen und/oder beidseitige Steifigkeit, alternativ auch Schmerzen in folgenden Regionen: Nacken, Oberarme, Gesäß, Oberschenkel
  2. Akuter Krankheitsbeginn, innerhalb von 2 Wochen
  3. Initiale BSG-Beschleunigung von über 40 mm in der ersten Stunde
  4. Morgendliche Steifigkeit von mehr als einer Stunde
  5. Alter über 65 Jahre
  6. Depression und / oder Gewichtsverlust
  7. Beidseitiger Oberarmdruckschmerz
PMR wahrscheinlich:

3 Kriterien erfüllt oder: 1 Kriterium zusammen mit einer Temporalarteriitis

quelle

die rheumatologen könnten seropos. rheuma meinen (da ist der rheumafaktor= rf,- pos.- nachweisbar)
aber es gibt auch seroneg. rheumaformen ( rf- neg.- nicht nachweisbar) die aber ebenfalls zu den entzündl. rheumatischen erkrankungen zählen.

bei der pmr gibt es keinen rf- nachweis. wäre der rf pos. würde es sich dann um ein anderes krankheitsbild handeln....

pmr zählt zu den entzündl. rheumatischen erkrankungen. dass deine ärzte auch davon ausgehen, zeigt der umstand, dass du mit basismedikamenten behandelt wirst (sulfasalazin und cortison). diese medikamente werden nicht nur auf verdacht gegeben :) .

meinten die ärzte vielleicht die chron. polyarthritis? dies wäre die häufigste, schwerwiegenste entzündl. rheumatische erkrankung.
 
hallo kitty,

HERZLICH WILLKOMMEN bei RO

zu deiner Frage -Folsäure

gehe mal auf die Startseite von RO
unter der Rubrik Medikamente
kanst du alles über Sulfasalazin lesen.

alles Gute und gruß
von Gucki
 
Hallo,

ich versteh nicht, wieso du Doxycyclin bekommst - ist das nicht ein Antibiotikum?
Hast du irgendeine Infektion?

lg
Sonja
 
Hi Amulan,

Ja,Doxycyclin ist ein Antibiotikum
wird gegen bakterielle Infektionen eingesetzt.

lg gucki
 
Guten Abend,

erst einmal vielen Dank an Euch für Eure Antworten :)

Habe mir hier im Forum auch mal die Themen zu Sulfasalzin und Folsäure durchgelesen.
Das Doxycyclin soll ich wegen meiner Infektion nehmen.

@ Lilly:
Habe den Namen der Tastpunkte vergessen. Sie sind am Nacken, Oberarme, Ellbogen, Knie.
CRP mg/L, Ref. <8, bei mir 196, 216, 23, 70, 66. BSG ist 32/50.

Zu PMR kann ich jedenfalls Fragen 1,2,4,7 mit 'ja' beantworten...Temporalarteritis habe ich nicht.

Also in meinem Entlassungsbericht aus dem Krankenhaus steht "seronegative Arthritis unklarer Ätiologie, dd rheumatoide Arthritis"

Die beiden Rheumatologen, sagten lediglich, dass die Laborwerte gegen ein Rheuma sprechen - welches hat keiner gesagt :( Hatte ich so verstanden, dass die meinen ich habe wahrscheinlich überhaupt kein Rheuma:confused:

Mein aktueller Rheumatologe sagt, er kann jetzt noch keine genaue Diagnose stellen. Da ich Rheumabeschwerden habe, soll ich Sulfasalazin nehmen.

Lt. Beipackzettel ist Sulfasalzin gegen rheumatoide Arthritis. Falls es jetzt PMR ist passt das Medikament doch gar nicht?? Oder doch?:confused:
Bei einer Sonographie der Gelenke hat sich außerdem ergeben, dass die Gelenkhäute alle einwandfrei sind...
 
seronegative Arthritis unklarer Ätiologie, dd rheumatoide Arthritis"

Hallo Kitty,

Biologika zur Therapie der juvenilen idiopathischen Arthritis - Update 2007

Mit der Erstzulassung des TNF-α-Antagonisten Etanercept zur Behandlung der juvenilen polyartikulären Arthritis vor nunmehr 8 Jahren wurden die Behandlungsmöglichkeiten revolutionär erweitert. Die heute zur Verfügung stehenden drei TNF-Antagonisten Etanercept, Adalimumab und Infliximab erscheinen gleichwertig effektiv bei der Behandlung der Arthritis, wenngleich keine Studien zum Direktvergleich zur Verfügung stehen. Die profunde Entzündungshemmung bewirkt eine Verminderung subjektiver Beschwerden, Morgensteifigkeit, Gelenkschmerzen, Müdigkeit/Fatigue, Verhinderung von Knorpel- und Knochendestruktionen und Aufholwachstum bei der weit überwiegenden Mehrheit der Patienten bei überraschend guter Verträglichkeit. Extraartikuläre Manifestationen, wie z. B. die chronische Uveitis und die systemischen Manifestationen im Rahmen eines Still-Syndroms lassen sich nicht mit gleicher Zuverlässigkeit kontrollieren. Adalimumab scheint aber für den Einsatz bei der JIA-assoziierten Uveitis besonders geeignet. Aufgrund der Verschiedenheit der Zytokindysregulation beim Still-Syndrom ist die Blockade der proinflammatorischen Zytokine Interleukin-1β und Interleukin-6 mit dem Interleukin-1-Rezeptoranatonisten Anakinra oder dem Interleukin-1-Rezeptor Fusionsprotein Rilonacept bzw. mit Tocilizumab, einem Antikörper gegen den Interleukin-6-Rezeptor, bereits in klinischen Studien erfolgreich untersucht. Neben der Zytokinblockade ist die Ausschaltung der Aktivierung von T-Zellen durch Blockade kostimulatorischer Moleküle mit Abatacept, einem CTLA4-IgG-Fusionsprotein, erfolgreich. Die vorliegende Übersicht soll den aktuellen Stand dieser neuen Therapiestrategien der differenziellen Zytokinblockade und der Aktivierungsblockade bei der Therapie der juvenilen idiopathischen Arthritis darstellen
http://www.thieme-connect.com/ejour...ssionid=EE1FF6BC3014D688D6E04C6F81689290.jvm1


Medizinisches Labor Dresden

Immunologie
Wegen der meist unterschätzten Bedeutung der Autoimmundiagnostik (5-8% aller Erkrankungen haben eine autoimmune Genese, Tendenz steigend!) wird hier umfassender auf diese Problematik eingegangen, ohne jedoch alle Aspekte berücksichtigen zu können

Aussagekraft verschiedener Autoantikörper

Systemische Erkrankungen

Organspezifische Erkrankungen und Manifestationen bei Systemerkrankungen

@Hoxi hier hast du einige Laborwerte.

http://209.85.135.104/search?q=cach...+Arthritis"&hl=de&ct=clnk&cd=3&gl=de&ie=UTF-8

LG Gisi
 
hallo kitty,

ich fasse zusammen: :D

du bist nicht über 65 jahre alt.
hast sehnenansatzschmerzen (tenderpoinds)
nimmst antibiotika gegen einen infekt- welchen infekt?

dein alter passt nicht zu pmr.

in deinem entlassungsbefund steht das:

Also in meinem Entlassungsbericht aus dem Krankenhaus steht "seronegative Arthritis unklarer Ätiologie, dd rheumatoide Arthritis"

es wird davon ausgegangen dass es sich bei dir um gelenksentzündung handelt, die aber nicht durch einen rheumafaktor nachgewiesen werden kann. das kann wohl auch eine seroneg. rheumatoide arthritis sein...

das bedeutet aber nicht, dass du nicht an einer entzündl. rheumatischen erkrankung leidest.

Die beiden Rheumatologen, sagten lediglich, dass die Laborwerte gegen ein Rheuma sprechen - welches hat keiner gesagt :( Hatte ich so verstanden, dass die meinen ich habe wahrscheinlich überhaupt kein Rheuma:confused:

die erhöhte blutsenkung und das stark erhöhte crp sprechen für entzündl. rheuma.

was ich mir vorstellen kann ist, dass bei dir der rheumafaktor (rf) und das ccp nicht gefunden werden konnte. desshalb wurde seropos. rheuma ausgeschlossen.

es gibt aber auch seroneg. entzündl. rheumatische erkrankungen (keine rf- nachweis)

hier kannst du darüber nachlesen:

Infektreaktive Arthritis

Seronegative Spondarthritis
 
aahh so :rolleyes: !! Jetzt verstehe ich :o :rolleyes: !!

Wirklich, vielen Dank für Eure Infos. Jetzt kommt mal endlich Licht in das Dunkel :)
Kam mit nach dem Rheumatologen vor wie ein Simulant...hab mir gedacht wie jetz kein Rheuma:confused: , aber Rheumabeschwerden...:(
So hätte das mal der Arzt erklären sollen;)

@Lilly:
äh genau ich bin 29 Jahre alt :D
Also können nur Menschen über 65 bzw. 'Ältere' PMR bekommen?

Der Rheumatologe sagt, das Blutbild geht nach links (oder so) und der CRP sprechen für eine Infektion. Deswegen soll ich das Doxy nehmen.
 
hallo kitty,

äh genau ich bin 29 Jahre alt :D
Also können nur Menschen über 65 bzw. 'Ältere' PMR bekommen?

in der regel- ja :D :D

Der Rheumatologe sagt, das Blutbild geht nach links (oder so) und der CRP sprechen für eine Infektion. Deswegen soll ich das Doxy nehmen.

Unter einer Linksverschiebung des Blutbildes versteht man das relativ vermehrte Vorkommen unreifer weißer Blutzellen. Dies kann beispielsweise auf die vermehrte Blutzellproduktion bei Leukämie zurückzuführen sein oder auf eine gesteigerte Produktion im Rahmen einer Infektionskrankheit: Weil die weißen Blutzellen für die Infektabwehr verantwortlich sind, werden sie bei Infektionen vermehrt gebildet, um das Immunsystem zu stärken. Aber auch bei Vergiftungen und Tumorerkrankungen kann es im Rahmen der Immunreaktion des Körpers zu einer gesteigerten Produktion weißer Blutzellen und damit zu einer Linksverschiebung im Differenzialblutbild kommen.

quelle

es gibt mehrere ursachen für die linksverschiebung des blutbildes. wurde denn ein erreger festgestellt?

auch bei rheuma alleine ohne infektion kann es zu einer linksverschiebung kommen....
 
Hallo Lilly,

Du bist ja bestens über alles informiert :)

Es wurde kein spezieller Erreger festgestellt. Ich habe glaub ich sämtliche Bluttests gemacht...
Folgendes liegt schon 'mal nicht vor: Borrelliose, Yersinien, Chlamydien.

Da man also den Erreger nicht kennt soll ich ein Breitband-Antibiotikum nehmen um die Infektion wegzukriegen (nach dem Motto: alle in einen Sack und draufhauen, irgendwen werden wir schon treffen)

Hm... tja Rheuma alleine könnte ja dann auch passen... Ich soll wohl in drei Wochen noch einmal einen CCP-Test und Rheumafaktor-Test machen. Beides war ja negativ.
Kann es denn eventuell später dann auch positiv ausfallen?

viele Grüße

Kitty
 
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