Hallo Kati,
ich kann mich noch sehr gut an den Stress bei meiner Diplomarbeit erinnern. Es ist eine Frage des Erarbeitens, ob man sich gleich die Quelle notiert oder ob man einfach so irgendwelche Texte hinschreibt. Schludriges Arbeiten sollte nicht honoriert werden. Auch zeugt es von wenig Respekt gegenüber dem geistigen Werk eines anderen. Verzeihlich ist wohl, dass einem mal ein Gedanke kommt, den man irgendwo gelesen hat oder der durch die Überlegung eines anderen erst angestoßen wurde. Das passiert ein, zwei, dreimal. Damit ist es gut. Das mindert die Qualität einer Doktor- oder Diplomarbeit nur minimal. Auf so etwas machen einen die Kollegen mit einer leichten Gehässigkeit aufmerksam. Das nimmt man hin, weil man ihnen das bisschen Freude gönnt. Selber ist man nicht so kleinlich, obwohl man doch die gleichen Mängel beim anderen längst erkannt hat. Die Menge der Plagiate führen zum Aberkennen des Titels. Mehr als ein Titel ist der "Doktor" des Mediziners auch nicht. Inzwischen gibt es viele Ärzte die sich die Doktorarbeit sparen oder den "Dr." im allgemeinen Leben unter den Tisch fallen lassen. Brisant ist eine solche Anerkennung auch nur bei Menschen, von denen man besondere Ansprüche an Ehrlichkeit und Verantwortung stellt. Bei meinem Hausarzt wäre mir das sch...egal. Ich weiß doch was er leistet. Er hat weder eine maligne noch die für Politiker notwendige fördernde narzistische Neigung.
Über Hintergedanken in Keruskerfürsts Frage kann ich mir nach meiner Lebenserfahrung und meinen wissenschaftlichen Kenntnissen keine Meinung erlauben. Es ist Spekulation und kann ausgesprochen total mobbend und beleidigend sein. Deshalb spare ich es mir meine Nebengedanken zu äußern. Ganz nebenbei war ich, als der Titel von meiner durchaus nicht geliebten Frau von der Leyen hörte, auch hellhörig geworden. Könnte ich die Arbeit kostenlos im Internet beziehen, würde ich sie -obwohl nicht Medizinerin - lesen.
Liebe Grüße
Clara