Coopman et al. 1989
Liebe ROler,
die Klassifizierung von Coopman und Kollegen (Br. J Dermatol) bezieht sich NUR auf die Entstehung von Kontakt-Dermatiden bei der ÄUSSERLICHEN Anwendung von Kortison-Präparaten. Hier können in der Tat Nebenwirkungen auftreten.
Meist aber sind auch hier die Hilfsstoffe das Problem und nicht die Glukokortikoide selbst.
@Mondaufgang,
es gibt sehr seltene Reaktionen auf systemisches Cortison, die aber immer mit sehr hohen Werten an Gesamt-IgE verbunden sind. Das merkt man aber in der Kindheit, da es mit starken Allergien und auch schwerem Asthma und/oder Urtikaria (Nesselsucht) und so weiter verbunden ist. Sehr selten.
Systemisches Kortison kann natürlich in Kombination mit anderen Medikamenten, insbesondere Schmerzmitteln (nie im selben Moment einnehmen) zu starken Nebenwirkungen (Magen/Darm/Kreislauf) führen.
Man darf nicht vergessen, dass Kortison ein Stresshormon ist (nicht so doll wie Adrenalin, aber dennoch). Das heisst: Insulin wird verbraucht, der Metabolismus wird hochgefahren (man kann nicht schlafen und ist hell wach, daher nicht abends einnehmen), auf Dauer nimmt man an Gewicht zu...
Man wird zittrig (bei hohen Dosen), auch wackelig, sieht vielleicht auch Doppelbilder. Das Toleranz-Level sinkt.
Auf der Flucht oder in Gefahrensituationen schüttet der Körper auch viel Kortison aus (und Adrenalin), das macht uns erst bereit für diese Gefahren.
Die Folge ist: dünne Haut, wenig(er) Immunssystem (braucht man alles nicht bei Gefahr, da soll man ja rennen und hell wach sein).
Der Körper ist ein arachisches Ding, er reagiert wie vor vielen hunderttausenden von Jahren, auch wenn nun keine Gefahr drohnt und das Kortion von Aussen kommt, der Puls steigt, das Herz rasst, der Kreislauf spielt verrückt. Leider die Psyche auch.
@Mondi
In der Onkologie werden eine Fülle von Medikamenten gleichzeit dem Patienten verabreicht. Meist wird als Intro für fünf bis 10 Tage Cortison in für uns unvorstellbar hohen Dosierungen gegeben (Konditionierung). Dann beginnt die eigentliche Chemo, die aus einem oder mehreren sehr toxischen anti-Krebsmitteln und vielen Zusatzmedikamenten besteht (gegen Übelkeit, Magenschutz, Blasenschutz, etc.). All diese Medikamente vertragen sich nicht. Zudem werden ja Zellen im Körper zerstört und diese bilden Zellgifte. Der körper wehrt sich an allen Ecken und Enden, und das zeigt er (auch) durch Hautausschläge.
Onkologie und Rheumatologie sind sehr verschieden. Zum Glück.
Nehme übringens auch ab und an, und eigentlich ziemlich oft, Cortison (Decortin H), dann für 3-5 Tage, entweder 50mg oder 20 mg, je nach Situation, ohne Ausschleichen. Schlafe dann mit Schlaftabletten, wäre sonst UNERTRÄGLICH.
Beste Grüße,
Rosalind