@Kati - etwas vom Thema abschweifend, sorry
Kati
P.S. Manchmal frage ich mich ob das Cortison so "unmodern" ist, auch weil es so wenig kostet… und die Pharmaindustrie zu wenig daran verdient?! Ok, das war Böse, und ich unterstelle ganz bestimmt nicht allen Ärzten, dass sie sich von der Pharmaindustrie beeinflussen lassen, wenn es um das Wohl der Patienten geht.
Ich kann nicht finden, dass Cortison "unmodern" ist - ich erlebe das im Gegenteil ganz anders.
Cortison ist so gebräuchlich wie eh und je; es ist nur so, dass die Risiken nicht selten massiv unterschätzt werden (den Nutzen bestreite ich nicht, es ist definitiv der schnellst wirksame Entzündungsbremse - aber mit Vorbehalt, weil das längst nicht für alle Entzündungen gilt!). Früher waren die nicht so bewusst wahrgenommen worden, inzwischen ist man da weiter.
Es gibt Erkenntnisse, dass Cortison (selbstredend je nach Dosis mehr) ein klarer Risikofaktor für Infektionen ist - und bei Rheumatikern oftmals der bedeutsamste....
Eine unbedenkliche Dosis gibt es nicht, auch wenn unter niedrigen Dosen das Risiko nicht sehr hoch ist.
Cortison ist für uns alle wichtig und für viele ein Segen, aber ein Bonbon ist es deshalb nicht.
Übrigens halte ich es für unwahrscheinlich, dass gerade die Kostenfrage GEGEN Cortison spricht - mit einem so preisgünstigen Medikament kann nämlich jeder Arzt sein Budget schonen!
An Medikamenten - egal, wie teuer sie sind - verdient er nämlich nix, sondern wird eher von der KV kontrolliert, wenn er (oder sie) zuviel und zu teuer verordnet.
Die Regressbescheide (deren Korrektur nach Widerspruch eine enorme Arbeitsbelastung für den Kontrollierten ist - 2-3 Jahre nach dem regressbehafteten Zeitraum kommt erst der Bescheid, dann muss alles akribisch belegt werden), also die vom Arzt persönlich zurückzuzahlende Summe, betragen oft hoch fünfstellige Beträge (30-40.000 Euro sind da keine Seltenheit, habe aber auch schon Beträge im sechsstelligen Bereich gesehen).
Um noch einmal auf Cortison zurückzukommen: ein Regress ist bei der Verordnung von Cortison nicht zu erwarten - das sind ausgabentechnisch gesehen echte peanuts!
Arcoxia (Celebrex etc.) hat natürlich auch Risiken - es gibt keine wirksamen Medikamente ohne Nebenwirkungen.
Das kardiovaskuläre Risiko ist aber unter ALLEN NSAR moderat erhöht, auch unter Ibu./Diclo./Napro./Indo. etc.
Insofern gibt es kein pauschales "richtig" oder "falsch", sondern eigentlich nur individuelle Bedingungen
Grüße, Frau Meier