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Cortison vs. NSAR (z.B. Arcoxia)

Dieses Thema im Forum "Sonstige Medikamente und Schmerztherapie" wurde erstellt von Katharina B, 12. April 2014.

  1. Katharina B

    Katharina B Mitglied

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    Hallo!
    Ich lese hier immer wieder, dass z.B. Arcoxia dabei helfen konnte, kein Prednisolon mehr zu nehmen. Bei mir ist das ja nun auch ganz aktuell der Fall. Aber was mir überhaupt nicht klar ist, wo der Vorteil liegt. Ich dachte immer, die dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln wäre auch nicht gut. Meinen Rheuma Doc. kann ich ja nicht mehr fragen, da ich ja nicht mehr hingehe (s. anderer Thread).

    Falls jemand eine Erklärung hat, würde ich mich sehr freuen!
     
  2. Hamo

    Hamo Mitglied

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    Hallo Katharina,

    ich nehme nun seit 3 Monaten Arcoxia 90mg und es macht mich beschwerdefrei. Ich habe den Arzt auch gefragt, wie lange man das nehmen kann. Er meinte, wenn man es gut verträgt kann man es auch mehrere Jahre nehmen. Wichtig ist, dass der Blutdruck nicht steigt und man keine Magenprobleme oder andere Nebenwirkungen bekommt. Er hat viele Patienten, die mit Arcoxia keine Nebenwirkungen haben.

    Bei Cortison scheint es ähnlich zu sein. Wenn man also mit Cortison Nebenwirkungen hat oder eine Dosis benötigt, die Langzeitschäden verursachen kann - ist vielleicht ein Versuch mit Arcoxia sinnvoll.

    Momentan bekomme ich Gallenprobleme und frage mich, ob das Arcoxia da mitspielt. Ich hatte allerdings vor einem Jahr schon einmal Gallenschmerzen und da nahm ich noch kein Arcoxia. Es ist immer ein individuelles Abwägen von Wirkung und Nebenwirkung.

    lg hamo
     
  3. Katharina B

    Katharina B Mitglied

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    Hallo Hamo,
    danke für die ausführlich Erklärung!

    Dann gehen die Ärzte wohl grundsätzlich davon aus, dass Cortison auf die Dauer schädlicher ist, als Arcoxia. Wäre nur noch mal interessant, zu erfahren, ob es als unverträglich gilt, wenn es nur in Kombination mit Omeprazol (also für den Magen) verträglich ist. Darauf werde ich meine Hausärztin mal ansprechen.

    Und seltsam finde ich auch, dass einem zuerst Cortison verschrieben wird, was ja meistens schnell hilft, um dann wieder davon wegzukommen und etwas anderes zu nehmen. Dann könnte man doch gleich mit den anderen Medikamenten beginnen. Für mich ergibt das keinen Sinn.
     
  4. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Cortison ist der stärkste Entzündungshemmer und wird zuerst bei starker Krankheitsaktivitöt eingesetzt, um diese erst mal schnell zu bremsen, um Folgeschäden zu vermeiden. Da muss es dann schnell gehen, bevor Gelenke und Organe zerstört werden.
     
  5. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Wie Lagune sagt, wird Cortison gern eingesetzt, um der Entzündung schnell Einhalt zu gebieten. Es ist das, was am schnellsten hilft, dafür hat es aber auch die meisten Nebenwirkungen. Eine Nebenwirkung ist z. B. auch, dass bei OPs davon die Wundheilung stark gestört werden kann und es leichter zu Infektionen kommen kann. Das hab ich kürzlich erst erfahren vor meiner OP, als ich Humira aus diesem Grund aussetzen musste, dass dieses Risiko 5x höher ist als bei Humira und es deshalb auch ausgesetzt werden muss, bis die Wunde zu ist.
     
  6. Ducky

    Ducky Aktives Mitglied

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    ich bekomme sowohl corti als auch nsar.

    das corti nur mit 5mg, weil die ärztin die nebenwirkugen bei höherer dosierung nciht so mag ;) deswegen zusätzlich nsar, die sich nochmal antientzündlich auswirken sollen

    ich musste übrigens bei noch keiner op, obowhl letztes jahr ne große wunde dabei war, die mehrfach operiert wurde, je corti absetzen.
    die wundheilung verlief völlig normal.

    also vieles kann nichts muss. wie immer ;)
     
  7. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Na, dann weiß ich nicht, warum meine Ärztin das so (oder so ähnlich) gesagt hat. :confused:
     
  8. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    liebe nachtigall,

    es wird in der entsprechenden literatur beschrieben, dass cortison vor einer op in unterschiedlichen dosierungen zugeführt wird, um den stressfaktor op zu reduzieren. der dgrh-kongress 2011 zum beispiel hat für geringe, moderate und eingriffe bei hoher belastung jeweils unterschiedliche cortisongaben erwähnt, die bei hoher belastung auch bei 100-200 mg/tag liegen können. der faktor wundheilung zum beispiel ist natürlich problematisch, das absetzen von cortison kann es auch sein, deshalb vermute ich, dass das wohl immer auch mit vom jeweiligen patienten abhängig gemacht wird.
     
  9. Adolina

    Adolina Mitglied

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    Hallo,:)

    ich habe auch Arcoxia und Cortison zusammen genommen. Von Anfang an nehme ich schon Cortison und ein Basismedikament. Es hat nicht funktioniert Cortison weg zu lassen.
    Mein HA sagte: bei Arcoxia muß man immer eine Pause machen. Ich habe es 3 Wochen genommen, und dann immer 2 Wochen Pause gemacht.
    Wegen OPs mußte ich immer das Basismedikament vorher absetzten, das Cortison konnte ich weiter nehmen.

    Lg. Adolina:)
     
  10. Katharina B

    Katharina B Mitglied

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    Ich mach jetzt auch seit 4 Tagen eine Pause, nachdem ich Arcoxia 10 Tage lang genomen habe. Es tauchten plötzlich andere Beschwerden auf, ich war mir aber nicht sicher, ob es Nebenwirkungen sind. Da sich diese jetzt in der Einnahmepause schlagartig verbessert haben, bin ich mir nun sicher, dass es welche waren. Herzrasen und Herzstolpern haben mir ordentliche Schrecken eingejagt. Meine Nase wurde immer trockener, plötzlich bekam ich Nasenbluten. Und eine starke Zwischenblutung (die Frauen werden verstehen, was ich meine ;)) Die extreme Müdigkeit, die Übelkeit und den Schwindel hatte ich dem Arcoxia direkt zugeordnet, weil beides mit Beginn der Einnahme einsetzte.
     
  11. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Hallo!

    Ich muß mal meine Erfahrung gegen einiges, was geschrieben wurde, anbringen.
    Habe einen COX-2 Hemmer vor Jahren genommen. Herzrasen kenne ich, und ganz hoher Blutdruck mit sehr unangenehmen Nebenwirkungen (Sehstörungen usw.).
    Ich werde nie wieder ein solchen COX-2 Hemmer nehmen. Die Möglichkeit eines Herzinfarkts gibt es nämlich….

    Meine Ärztin im KH - wo ich behandelt werde - meint besser Cortison als täglich einen Entzündungshemmer. Ich halte es so: wenn ich mehr als dreimal in der Woche ein stärkeres Schmerzmittel brauche (gegen die vom Rheuma verursachten Schmerzen, natürlich nicht, wegen anderem, z. B. Zahnarzt!) dann überlege ich eine Erhöhung des Cortisons, bzw. einen Cortisonstoss.
    Mir wurde gesagt langfristig sei Cortison weniger gefährlich. Aber NATÜRLICH geht es da um die Dosierung.
    Die auch vom Gewicht abhängig ist.
    Und es geht um die Krankheit. Bei mir steht nicht die Arthritis, sondern die Vaskulitis im Vordergrund.
    Und es geht um die persönliche Sensibilität. Ich bin z.B. überhaupt nicht wehleidig, und nehme Schmerzmittel gewöhlich erst wenn mir der Schmerz große Übelkeit verursacht...

    Es ist glaube ich so viel abzuwägen, dass man selbst überlegen muß, was einem besser tut.
    Und dies dann auch mit dem Arzt absprechen sollte.
    Auf jeden Fall: ich würde sagen, dass wovon man am wenigsten braucht, und zum besten Ergebnis kommt, das ist wohl auch die beste Therapie.

    Kati
    P.S. Manchmal frage ich mich ob das Cortison so "unmodern" ist, auch weil es so wenig kostet… und die Pharmaindustrie zu wenig daran verdient?! Ok, das war Böse, und ich unterstelle ganz bestimmt nicht allen Ärzten, dass sie sich von der Pharmaindustrie beeinflussen lassen, wenn es um das Wohl der Patienten geht.
     
  12. Katharina B

    Katharina B Mitglied

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    Ich habe gestern wieder mit Arcoxia angefangen, weil die Finger so weh tun und dick sind. Jetzt fühlt sich mein Hals zugeschwollen an. Dafür ist mir diesmal nicht schwindelig. Aber morgen nehm ich dann lieber keine. Hatte das jemand von Euch mal? Ich krieg ja noch Luft aber es fühlt sich eklig an.
     
  13. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Kati - etwas vom Thema abschweifend, sorry

    Ich kann nicht finden, dass Cortison "unmodern" ist - ich erlebe das im Gegenteil ganz anders.
    Cortison ist so gebräuchlich wie eh und je; es ist nur so, dass die Risiken nicht selten massiv unterschätzt werden (den Nutzen bestreite ich nicht, es ist definitiv der schnellst wirksame Entzündungsbremse - aber mit Vorbehalt, weil das längst nicht für alle Entzündungen gilt!). Früher waren die nicht so bewusst wahrgenommen worden, inzwischen ist man da weiter.

    Es gibt Erkenntnisse, dass Cortison (selbstredend je nach Dosis mehr) ein klarer Risikofaktor für Infektionen ist - und bei Rheumatikern oftmals der bedeutsamste....
    Eine unbedenkliche Dosis gibt es nicht, auch wenn unter niedrigen Dosen das Risiko nicht sehr hoch ist.
    Cortison ist für uns alle wichtig und für viele ein Segen, aber ein Bonbon ist es deshalb nicht.

    Übrigens halte ich es für unwahrscheinlich, dass gerade die Kostenfrage GEGEN Cortison spricht - mit einem so preisgünstigen Medikament kann nämlich jeder Arzt sein Budget schonen!
    An Medikamenten - egal, wie teuer sie sind - verdient er nämlich nix, sondern wird eher von der KV kontrolliert, wenn er (oder sie) zuviel und zu teuer verordnet.
    Die Regressbescheide (deren Korrektur nach Widerspruch eine enorme Arbeitsbelastung für den Kontrollierten ist - 2-3 Jahre nach dem regressbehafteten Zeitraum kommt erst der Bescheid, dann muss alles akribisch belegt werden), also die vom Arzt persönlich zurückzuzahlende Summe, betragen oft hoch fünfstellige Beträge (30-40.000 Euro sind da keine Seltenheit, habe aber auch schon Beträge im sechsstelligen Bereich gesehen).

    Um noch einmal auf Cortison zurückzukommen: ein Regress ist bei der Verordnung von Cortison nicht zu erwarten - das sind ausgabentechnisch gesehen echte peanuts!

    Arcoxia (Celebrex etc.) hat natürlich auch Risiken - es gibt keine wirksamen Medikamente ohne Nebenwirkungen.
    Das kardiovaskuläre Risiko ist aber unter ALLEN NSAR moderat erhöht, auch unter Ibu./Diclo./Napro./Indo. etc.

    Insofern gibt es kein pauschales "richtig" oder "falsch", sondern eigentlich nur individuelle Bedingungen ;)

    Grüße, Frau Meier
     
  14. PiRi

    PiRi IG-Mitglied

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    Hallo Frolleinsche,

    hab eine Frage: Mein Hausarzt verschreibt mir klaglos alle Medis, auch die, die andere Ärzte verschrieben haben, darunter auch Cortison, das mir der Rheumadok verschreibt. Nun bekomme ich Lodotra und das (Firlefanz) verschreibt er nicht. Wäre zu teuer...
    Ist Lodotra (Reimport) wirklich teurer als Prednisolon?

    Ich grüß Dich
     
  15. Judy_Tiger

    Judy_Tiger Mitglied

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    hey,

    lodotra ist wirklcih um einiges teurer als nicht retardiertes Prednisolon... Ich habe die genauen Zhalen nicht im Kopf, aber wenn du in einer Onlineapotheke schaust, wirst du erstaunst sein:o
     
  16. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Hallo PiRi,

    Lodotra ist tatsächlich deutlich teurer als Predni.
    Ersteres kostet um die 100 Euro für 100 Tabletten, Prednisolon dagegen ca. 15 (plus-minus, kann sich geringfügig ändern)
    Hinzu kommt, dass diese Kosten für Lodotra immer an die korrekte Einzeldosis angebunden sind (z. B. 3 mg = 2 + 1 = 2 Euro je Tag; Predni. 3 mg = 2 + 1 = 30 Cent je Tag) - das heißt, wenn jemand Lodotra steigert, schießen die Kosten rasch in die Höhe, bei Prednisolon wird das kaum bemerkbar.

    Wenn man dann bedenkt, dass ein Hausarzt (mit Vorbehalt, Aussage eines solchen anlässlich eines Vortrages, zu dem ich anwesend war) ein Medikamentenbudget von 200 Euro je Quartal hat, dann ist das angesichts der Fülle von Medikamenten, die mit zunehmendem Alter oft noch steigt, nicht wirklich ausreichend.
    Möglich ist eine adäquate Versorgung damit nur, wenn sehr restriktiv verordnet wird bzw. weil andere Patienten das Gesamtbudget durch Nullbedarf sozusagen kompensieren.
    Das dürfte einer der Gründe sein.
    Ein anderer ist die begrenzte Akzeptanz für Lodotra - nicht wenige Ärzte sind der Ansicht, dass das ein reiner Marketinggag sei (gleiche Substanz neu verpackt, dafür um ein Vielfaches teurer); sie haben vielleicht auch das Prinzip nicht verstanden und/oder können den (m. E. individuellen und sicher nicht bei jedem vorhandenen!) Nutzen nicht nachvollziehen.

    Grüße Dich aus Äppelwoiland :),
    Frau Meier