Hallo noch mal!
Nachdem ich mich im (neu)-gierig-Thread ja schon mal kurz vorgestellt hab, will ich jetzt näher auf meine Probleme in Bezug auf Rheuma eingehen. Hoffe, das mir das helfen wird, n bisschen besser mit der Krankheit umgehen zu können, als mir momentan möglich ist....
Aaaalso, angefangen hats bei mir letzen November mit Schmerzen im linken Handgelenk. Ich hab mir da nicht weiter was gedacht, weil kann ja immer mal passieren, dass man sich irgendwie verstaucht, überansprucht oder einfach über Nacht verlegt hat. Ein paar Tage nachdem die Schmerzen begonnen hatten, war ich dann auch noch ein Wochenende lang auf nem Gitarren-Crash-Kurs – deshalb hab ich mich auch anfangs nicht gewundert, dass die Schmerzen nicht besser wurden, weil das Gitarrespielen beansprucht die Hände/Finger ja auch ganz schön, vor allem wenn man wie ich ein blutiger Anfänger ist
Als es dann immer noch nicht besser geworden ist, bin ich zu meinem Hausarzt, der mir aber auch nicht sagen konnte was genau das ist und mir dann erst mal Emulgel-Creme zur Schmerzlinderung verschrieben hat.
Soweit ich mich noch richtig zurückerinnern kann wurden die Schmerzen in den Handgelenken dann ein bisschen besser, aber dafür konnte ich bald meine Finger morgens nicht mehr bewegen weil sie total steif und nach innen "verkrüppelt" waren. Da ich nicht wusste was ich sonst machen soll, hab ich einfach weiterhin diese Emulgel-Creme draufgeschmiert – hat natürlich nicht geholfen.
Naja, weil das mit den Fingern halt gar nicht besser wurde bin ich dann noch mal zu meinem Hausarzt, der mich dann an nen Rheumatologen überwiesen hat. Das war im Winter. Und dann kam erst mal ne ewig lange Zeit, in der mir eigentlich niemand sagen konnte was ich hatte und ich nur immer vertröstet wurde...
- Besuch beim Rheumatologen: Alle Gelenke abgetastet, mich über meine genauen Beschwerden und allgemein über meine Lebenssituation ausgefragt (also was ich arbeite, wann ich morgens aufstehe, ob ich Sport mache etc.) Rausgekommen ist dann aber nur, dass ich ne leichte Neurodermitis hatte (die ich mit der verschriebenen Creme aber schnell weg brachte) und dass meine Finger geschwollen, warm und gerötet waren und meine Schultern sehr verspannt. Bekam Voltaren verschrieben und sollte nach vier Wochen noch mal kommen.
- Besuch: Die Beschwerden hatten sich auch mit den Schmerztabletten nicht verbessert. Mein Rheumatologe war ziemlich ratlos und hat erst mal Blut abgenommen.
- Besuch: Ich hatte keine Rheumafaktoren im Blut. Da mein Rheumatologe nicht mehr weiter wusste hat er mich an die Rheumaambulanz in München überwiesen.
Dort hatte ich dann letzen Freitag einen Termin (eher ging nicht, schon krass wie ausgebucht die sind....) Inzwischen sind die Beschwerden auch um einiges schlimmer geworden: Die Finger sind morgens extremst nach innen gebogen und teilweise dauert es bis zum Nachmittag bis ich sie wieder halbwegs gerade bekomme. In der Früh kann ich mir nicht mal richtig das Gesicht waschen oder mich anziehen, weil die Finger bei jeder Bewegung schmerzen. Auch auf Schultern, Hüften, Knie und Füße hat sich das ausgeweitet.
Nach dem Aufstehen kann ich den Arm kaum heben, bzw. nachts kann ich mich nicht umdrehen weil die Schultern so weh tun und Treppensteigen ist auch sehr unangenehm (wegen der Knie und Fußgelenken), das geht nur mit Zähne-zusammen-beißen.
Ne genaue Diagnose hab ich immer noch nicht, weil mir in der Klinik nur erst mal wieder Blut abgenommen wurde und Röntgenbilder von den Füßen gemacht....Medikamente hab ich keine bekommen, deswegen "therapiere" ich mich zeitweise selber, indem ich Voltaren-Kapseln nehme, die ich daheim gefunden habe.
Diesen Freitag hab ich den nächsten Termin in der Klinik. Und bin schon sehr nervös, weil ich wirklich Angst hab vor der Diagnose. Mein Arzt meine zwar schon letztens dass ne rheumatoide Arthritis sehr wahrscheinlich sei, aber was genau heißt das denn? Dass ich mein Leben lang starke Medikamente nehmen muss? Dass ich irgendwann total bewegungsunfähig werde? Das macht mir wirklich wahnsinnige Angst.
Manchmal bin ich selber erstaunt, wie "leicht" ich diese "Diagnose" nehme, aber dann sehe ich mich wieder vor mir, wie ich in fünf Jahren vielleicht invalide und gebuckelt daher komme....das kling jetzt sicher schrecklich theatralisch, aber teilweise hab ich da echt Panik.
Kann ich denn selber gar nichts dagegen machen? Gibt es keine Möglichkeiten außer Medikamenten, wenigstens ne Linderung zu erreichen?
Man kann Rheuma ja nicht heilen...gibt es ne Möglichkeit, trotzdem die alte Beweglichkeit wieder ganz herzustellen?
Nun ja, ich denk ich bombardier euch hier erst mal nicht weiter mit Fragen, ist ja eh ein sehr langer Beitrag geworden
Gute Nacht!
Aber da werd ich wohl nicht drum rum kommen....