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brauche dringend rat!

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Luccia, 9. Juli 2006.

  1. Luccia

    Luccia Neues Mitglied

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    Hallo noch mal! :)

    Nachdem ich mich im (neu)-gierig-Thread ja schon mal kurz vorgestellt hab, will ich jetzt näher auf meine Probleme in Bezug auf Rheuma eingehen. Hoffe, das mir das helfen wird, n bisschen besser mit der Krankheit umgehen zu können, als mir momentan möglich ist....

    Aaaalso, angefangen hats bei mir letzen November mit Schmerzen im linken Handgelenk. Ich hab mir da nicht weiter was gedacht, weil kann ja immer mal passieren, dass man sich irgendwie verstaucht, überansprucht oder einfach über Nacht verlegt hat. Ein paar Tage nachdem die Schmerzen begonnen hatten, war ich dann auch noch ein Wochenende lang auf nem Gitarren-Crash-Kurs – deshalb hab ich mich auch anfangs nicht gewundert, dass die Schmerzen nicht besser wurden, weil das Gitarrespielen beansprucht die Hände/Finger ja auch ganz schön, vor allem wenn man wie ich ein blutiger Anfänger ist ;)

    Als es dann immer noch nicht besser geworden ist, bin ich zu meinem Hausarzt, der mir aber auch nicht sagen konnte was genau das ist und mir dann erst mal Emulgel-Creme zur Schmerzlinderung verschrieben hat.
    Soweit ich mich noch richtig zurückerinnern kann wurden die Schmerzen in den Handgelenken dann ein bisschen besser, aber dafür konnte ich bald meine Finger morgens nicht mehr bewegen weil sie total steif und nach innen "verkrüppelt" waren. Da ich nicht wusste was ich sonst machen soll, hab ich einfach weiterhin diese Emulgel-Creme draufgeschmiert – hat natürlich nicht geholfen.

    Naja, weil das mit den Fingern halt gar nicht besser wurde bin ich dann noch mal zu meinem Hausarzt, der mich dann an nen Rheumatologen überwiesen hat. Das war im Winter. Und dann kam erst mal ne ewig lange Zeit, in der mir eigentlich niemand sagen konnte was ich hatte und ich nur immer vertröstet wurde...:(

    • Besuch beim Rheumatologen: Alle Gelenke abgetastet, mich über meine genauen Beschwerden und allgemein über meine Lebenssituation ausgefragt (also was ich arbeite, wann ich morgens aufstehe, ob ich Sport mache etc.) Rausgekommen ist dann aber nur, dass ich ne leichte Neurodermitis hatte (die ich mit der verschriebenen Creme aber schnell weg brachte) und dass meine Finger geschwollen, warm und gerötet waren und meine Schultern sehr verspannt. Bekam Voltaren verschrieben und sollte nach vier Wochen noch mal kommen.
    • Besuch: Die Beschwerden hatten sich auch mit den Schmerztabletten nicht verbessert. Mein Rheumatologe war ziemlich ratlos und hat erst mal Blut abgenommen.
    • Besuch: Ich hatte keine Rheumafaktoren im Blut. Da mein Rheumatologe nicht mehr weiter wusste hat er mich an die Rheumaambulanz in München überwiesen.

    Dort hatte ich dann letzen Freitag einen Termin (eher ging nicht, schon krass wie ausgebucht die sind....) Inzwischen sind die Beschwerden auch um einiges schlimmer geworden: Die Finger sind morgens extremst nach innen gebogen und teilweise dauert es bis zum Nachmittag bis ich sie wieder halbwegs gerade bekomme. In der Früh kann ich mir nicht mal richtig das Gesicht waschen oder mich anziehen, weil die Finger bei jeder Bewegung schmerzen. Auch auf Schultern, Hüften, Knie und Füße hat sich das ausgeweitet.
    Nach dem Aufstehen kann ich den Arm kaum heben, bzw. nachts kann ich mich nicht umdrehen weil die Schultern so weh tun und Treppensteigen ist auch sehr unangenehm (wegen der Knie und Fußgelenken), das geht nur mit Zähne-zusammen-beißen.

    Ne genaue Diagnose hab ich immer noch nicht, weil mir in der Klinik nur erst mal wieder Blut abgenommen wurde und Röntgenbilder von den Füßen gemacht....Medikamente hab ich keine bekommen, deswegen "therapiere" ich mich zeitweise selber, indem ich Voltaren-Kapseln nehme, die ich daheim gefunden habe.

    Diesen Freitag hab ich den nächsten Termin in der Klinik. Und bin schon sehr nervös, weil ich wirklich Angst hab vor der Diagnose. Mein Arzt meine zwar schon letztens dass ne rheumatoide Arthritis sehr wahrscheinlich sei, aber was genau heißt das denn? Dass ich mein Leben lang starke Medikamente nehmen muss? Dass ich irgendwann total bewegungsunfähig werde? Das macht mir wirklich wahnsinnige Angst.
    Manchmal bin ich selber erstaunt, wie "leicht" ich diese "Diagnose" nehme, aber dann sehe ich mich wieder vor mir, wie ich in fünf Jahren vielleicht invalide und gebuckelt daher komme....das kling jetzt sicher schrecklich theatralisch, aber teilweise hab ich da echt Panik.

    Kann ich denn selber gar nichts dagegen machen? Gibt es keine Möglichkeiten außer Medikamenten, wenigstens ne Linderung zu erreichen?
    Man kann Rheuma ja nicht heilen...gibt es ne Möglichkeit, trotzdem die alte Beweglichkeit wieder ganz herzustellen?

    Nun ja, ich denk ich bombardier euch hier erst mal nicht weiter mit Fragen, ist ja eh ein sehr langer Beitrag geworden ;)

    Gute Nacht! :)
     
  2. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

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    Guten Morgen Luccia,

    dann mal willkommen im Club. :) Ich bin zwar auch noch ein Frischling, dennoch, hab ich schon den "allgemeinen Rheumaplan" im Sack. ;)

    Wenn du rheumatoide Arthritis/chronische-Polyarthritis hast > http://www.rheuma-online.de/krankheitsbilder/chronische-polyarthritis.html < dann sind die typischen Rheumamedikamente = so genannte Basistherapeutika > http://www.rheuma-online.de/medikamente.html < eigentlich deine einzige Chance. Nicht nur relativ beschwerdefrei leben zu können, sondern - eventuell sogar irgendwann mit ziemlich wenig oder gar keinen Medis auszukommen.

    Rheumatische Erkrankungen bergen noch große Rätsel - es gibt sehr viele Arten (um die 400) und jeder Mensch hat sein "eigenes" Rheuma. Von 0 bis 100 ist quasi alles drin und wie du schon schreibst: Rheuma ist eigentlich nicht heilbar > aber die medizinische Forschung arbeitet daran.

    Schau mal in diesen Beitrag: Tinki ist in deinem Alter und hatte die gleichen Ängste: MTX - ja oder nein?

    MTX > http://www.rheuma-online.de/medikamente/methotrexat.html < gehört zu den typischen, sehr weit verbreiteten Basistherapeutika. Ich zum Beispiel habe auch cP (chronische-Polyarthritis) und habe mit Cortison (hast du schon welches bekommen?) und nach Diagnose eben MTX, zu einem fast normalen Leben zurück gefunden.

    Hab Mut. Je früher man dir die passenden Medis verordnet, desto besser. Du kannst die medikamentöse Therapie (die anfänglich bei mir aus Cortison, dem Schmerz- und Entzündungshemmer "Diclo" und dann noch MTX bestanden hat, dazu Folsäure und Omep = ein magenschützendes Medi) natürlich unterstützen, indem du genug schläfst, dich bewusst ernährst, dich regelmäßig bewegst; Übergewicht ist zu vermeiden. Gehts dir schmerzmäßig besser, kannst du auch normale Sportarten machen - eben nicht übertreiben, eine "gewisse" Schonung ist schon angesagt. Du kannst dir per Krankengymnastik helfen lassen und für dich geeignete entsprechende Übungen daheim machen, die deine Beweglichkeit fördern und erhalten.

    Für die Hände/Finger zum Beispiel, hat mir folgendes gut geholfen: eine Empfehlung von meinem Rheuma-Doc: Waschbecken oder große Schüssel warmes oder kaltes (wie es dir lieber ist) Wasser, zwei kleine Schwämme (jede Hand einen) immer wieder eintauchen, unter Wasser ausdrücken, dann wieder über Wasser ausdrücken. 5 Minuten genügen 2 x täglich. Bei mir hats wunderbar geholfen - die Schmerzen in den Fingern zu lindern und natürlich die Beweglichkeit zu fördern - dann fühlt man sich gleich schon viel viel wohler. Für die Handgelenke habe ich mir Schweißbänder (Frottee) gekauft und hatte die am Anfang meiner Rheuakarriere oft an, weil sich die Handgelenke schwach und kalt anfühlten - wärmt und gibt etwas Halt.

    Also, lass dich nicht hängen sondern tritt aktiv deiner Krankheit entgegen und wenn du Fragen hast - hier bist du richtig. :)

    Schööönen Tag!
    Rosarot
     
    #2 9. Juli 2006
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juli 2006
  3. JMCL

    JMCL Neues Mitglied

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    Liebe Luccia,

    habe mut .... ich kann die Worte von Rosarot nur unterstreichen .... wirklich, es wird weitergehen, Du wirst eine Diagnose bekommen, Du wirst Dich an Medikamente gewöhnen (glaub mir, das funktioniert tatsächlich. Für mich waren sie anfangs ein Albtraum, all diese vielen kleinen Pillchen, die ich zu verschiedenen Tageszeiten zu mir nehmen sollte. Aber .. sie sind es - neben der Homöopathie - die mir ein recht normales Leben ermöglichen).
    Du hast Dich bei RO gemeldet, glaub mir, das ist schon ein guter Schritt, um Dich zu informieren und Informationen sind wichtig für Dich.
    Kurz zu mir: ich hab seit 2 Jahren cP und phasenweise zeigt sich meine "Lebensgefährtin" recht aufdringlich so daß ich sie am liebsten aus meinem Leben verbannen möchte, nur sie lässt es natürlich nicht zu.
    Bei der "Verarbeitung" meiner Erkrankung hat mir geholfen, dass ich z.B. cP nicht vor 20-25 Jahren bekommen habe, weil damals die medikamentöse Entwicklung noch nicht so weit war. Ich bekomme jetzt Medikamente, die mir ein fast normales Leben erlauben und darüber bin ich trotz all der Nörgeligkeiten von cP dann doch so etwas wie dankbar.
    Ich weiß, ich konnte Dir nicht viel Konkretes mit meinem Beitrag liefern, aber wenn ich es geschafft hab, Dir ein wenig Mut und Zuversicht in die Zukunft geben zu können, will ich schon froh sein,
    viele gute Wünsche für Dich
    JMCL - weiblich
     
  4. KatzeS

    KatzeS Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich kann mich den beiden anderen nur anschließen. So schlimm, wie es sich zunächst anhört, ist es nicht. Dass du dein Leben lang Medikamente nehmen musst, ist allerdings sehr wahrscheinlich. Aber du musst dann auch in regelmäßigen Abständen zum Blutabnehmen und wirst sehr gut überwacht, so dass dir nichts Schlimmes passieren kann. Ich schlucke jetzt seit drei Jahren Basismedikamente (zunächst eins und jetzt zwei verschiedene), zeitweise Schmerzmittel und Kortison und meine Blutwerte waren so gut wie immer optimal und auch sonst vertrage ich das ganze Zeug gut.
    Es wird natürlich dauern, bis du dich an die Krankheit gewöhnt hast. Ich habe mich immernoch nicht komplett dran gewöhnt. :o
    Zu deiner anderen Frage: Wenn du in fünf Jahren tatsächlich 'buckelig' und bewegungsunfähig wärst, hättest du wohl extremstes Pech gehabt oder deine Medikamente nicht regelmäßig eingenommen....
    So schlimm verläuft es eigentlich sehr selten.
    Ich mache noch recht viel Sport (Fahrrad, Inliner, Gymnastik, Tischtennis, manchmal Aerobic etc.). Wenn ich einen Schub habe, dann geht das mal eine zeitlang nicht so gut, aber danach komme ich da schnell wieder rein. Bewegung ist sehr wichtig, wenn man Rheuma hat!
    Frag auf jeden Fall nach, ob du Krankengymnastik bekommen kannst. Dort wird man dir auch noch viele hilfreiche Übungen zeigen.
    So, das war's fürs erste :D

    Lg, KatzeS
     
  5. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Mit oder ohne ???

    Liebe Luccia,

    das Allerwichtigste ist, daß du dir immer in Erinnerung rufst:

    Nicht für und gegen, aber MIT RHEUMA leben lernen.

    Je mehr du dich wehrst, umso heftiger hält es dich fest. Rheuma wird dich nie wieder verlassen, doch du kannst lernen, mit der neuen Freundin zu leben, lachen und geniessen......................................

    alles Gute, Kopf hoch !

    Pumpkin
     
  6. Luccia

    Luccia Neues Mitglied

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    Hallo!

    Erst mal ein dickes Dankeschön für die vielen lieben Antwortenk, hab mich echt total gefreut! :)

    Nun, ja, das hat ich schon fast vermutet, dass es ohne Meds wohl nicht geht...aber muss trotzdem zugeben, dass mich die Vorstellung, jahrelang Medikamente zu nehmen, doch noch mal sehr erschreckt hat. :eek: Aber da werd ich wohl nicht drum rum kommen....

    Hab hier auch n bisschen rumgeschaut, was für Medikamente denn da so die häufigsten sind...aber glaub bis ich da nen halbwegs passablen Überblick hab, des dauert wohl noch ein bisschen *mal lächel*

    Also so wie ich das verstanden habe, sind die basismedikamente diejenigen, die man jahrelang nimmt oder? und die anderen (Schmerzmittel, Kortison) nur in aktuten Entzündungen?

    Wie ist das denn bei euch mit den Nebenwirkungen bei Basismedikamenten? Sind die stark ausgeprägt oder nicht so schlimm?

    @Rosarot: Danke für den Tipp mit dem Waschbecken! ;) Muss ich demnächst auch mal ausprobieren. Obwohl ich noch nicht so ganz rausgefunden hab, ob mir Wärme oder Kälte besser hilft. :o Hab da die Schmerzen in meinen Fingern schon ziemlich verschlimmert, weil ich (jaja, blödheit...) erst in warmes Wasser getaucht hab, als es nicht besser wurde, ne kühlende Creme drauf, dann ein Wärmepflaster, dann nen Eisbeutel...tja, da fehlt mir wohl noch ein Quentchen Geduld :)

    Und ach ja, du hast geschrieben, du hast Kortison verschrieben bekommen (hab das auch in deinem Thread n bisschen durchgelesen) - da waren deine schmerzen ja auch ganz weg oder? Oh, was würd ich im Moment für so ne Kortisonspritze geben *soifz*

    Ach, ja, was ich euch alle noch fragen wollte: Wie ist das eigentlich mit Rheuma und Psyche? Weil ich mal gehört hab, dass sich das verschlimmern kann bzw. neue Schübe kommen, wenn man arg im Stress ist?

    Soooo, dann werd ich jetzt mal meien inzwischen taub gewordenen Finger schonen und mal gucken ob ich noch den Rest vom Fußball mitkrieg :)

    Danke für eure Antworten und noch nen schönen Abend!
     
  7. stoppelhopser

    stoppelhopser Neues Mitglied

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    hallo luccia,

    cortison hilft rheumatikern in akuten phasen oft sehr gut. dazu muss man es allerdings nicht gespritzt bekommen, sondern es reicht eine orale einnahme. darauf kannst du auch deinen hausarzt ansprechen, ob er mit dir so einen "cortison-test" macht. das würde heissen, du bekommst cortison über einen kurzen zeitraum und wenn du positiv darauf reagierst, kannst du eigentlich sicher sein, dass dein körper gegen eine entzündung kämpft.

    bei mir ist das rheuma anfangs nur in den knien aufgetreten (erst nur rechts, relativ schnell darauf aber auch links). am 02.12. hab ich das erste mal cortison bekommen und was soll ich sagen. schon nach ein paar stunden, konnte ich endlich mal wieder laufen wie gott in frankreich und dieses ständige humpeln war erst mal vergessen. das baut natürlich dann auch ungemein die seele auf. wenn man die ganze zeit unter extremen schmerzen leidet, kann einen das auch seelisch runter ziehen. deswegen ist es wichtig, die richtigen medis schnell zu bekommen, um die schmerzen zu reduzieren und somit auch die seele nicht mehr so sehr damit zu belasten. die frühzeitige einnahme ist aber auch sehr wichtig, um rheuma so schnell wie möglich unter kontrolle zu bekommen, damit es eben nicht zu solchen deformierungen kommt.

    wünsche dir viel erfolg und eine baldige besserung
    stoppel
     
  8. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

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    Hallo Luccia,

    wie Stoppel schon schreibt, Cortison nehmen die meisten hier in Tablettenform. Es wird vor allem am Anfang (bis man mal eine Diagnose hat und mit der Basistherapie beginnt zum Beispiel) gegen die Schmerzen und Schwellungen eingesetzt, in Form einer Stoßtherapie (hohe Dosis, die man dann schnell nach unten reduziert und dann laaaaaangsam ausschleicht). Aber, dass kann dauern. Ich bin jetzt bei 3 mg (von anfänglich 150 mg im März 2006) am Tag und pro Woche gehe ich 0,5 mg runter. Manche brauchen aber für 0,5 mg einen Monat ... Du siehst, auch da gibts kein Patentrezept.

    Ich kann dir nur sagen: Cortis können Freunde sein ... :D
    Noch morgens war ich halb tot und konnte keinen vernünftigen Schritt laufen und am Abend schon wieder Treppe runter gehen und ins Auto einsteigen ...

    Wegen der Nebenwirkungen der Basis-Medis, lese mal den folgenden Beitrag: MTX – mir hilfts! ... wem noch? Wie du siehst, es ist ganz unterschiedlich und man muss es einfach ausprobieren. Hab keine Angst davor - die Basismedis helfen in erster Linie und das meist ohne Nebenwirkungen und das ist für dich wichtig.

    Und Stress ist natürlich nie gut, wenn man eh schon gesundheitlich angeschlagen ist. Mir gehts jedenfalls auch viel besser, wenn ich mit meinem Umfeld im grünen Bereich bin.

    Schööönen Tag!
    Rosarot
     
    #8 10. Juli 2006
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2006
  9. Luccia

    Luccia Neues Mitglied

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    Hallo!

    So, jetzt wird’s mal wieder Zeit für nen neuen Beitrag, hab ja schon länger nix mehr von mir hören lassen :o
    Dafür hab ich euch jetzt um so mehr zu erzählen :)

    Bei mir wurden die Schmerzen übers Wochenende um einiges schlimmer. Ich konnte nachts nicht mehr richtig schlafen, weil ich immer wieder von so nem komischen Schmerzgefühl in der rechten Handfläche aufgewacht bin und ich konnte mich auch nicht mehr umdrehen/aufrichten oder auch nur den Arm heben, weil das in den Schultern wahnsinnig gezogen hat. Zusätzlich hat auch noch das rechte Knie angefangen, beim Abbiegen ziemlich weh zu tun. Das Schlimmste aber waren die Finger, die waren ja die letzen Wochen schon wahnsinnig steif und nach innen gekrümmt in der Früh, aber jetzt wars so, dass ich den rechten Mittelfinger gar nicht mehr gerade bekommen hab (das war nach meiner etwas konfusen Wärmepflaster-Eisbeutel-Session, wie ich sie im letzen Beitrag beschrieben hab ;) ). Da hatte ich dann echt schon Angst, dass der jetzt steif bleibt.

    Nun ja, dann am Montag in der Früh waren weder Finger noch Knie oder Schultern besser. Ich hab dann beschlossen daheim zu bleiben und zum Hausarzt zu gehen, um zu schauen ob der nicht irgendwas gegen die Schmerzen hat. (Den nächsten Termin in der Rheuma-Klinik hätte ich erst am Freitag, den 14.7.) Der Hausarzt hat sich dann erst mal meine Finger angesehen und mich für die ganze Woche krank geschrieben, als ich schon beim kleinsten Hochbiegen des Fingers am Schreien war ...
    Er wollte aber mal weiter nichts machen, weil er fand dass es wichtig wäre, wenn jetzt endlich mal ne Diagnose da ist (ich zieh die Schmerzen ja schon seit Nov. mit mir mit)
    Er hat mir also erst mal nichts verschrieben und ich hab dann gleich in der Rheuma-Klinik in München angerufen und bin als Notfall noch am gleichen Tag gekommen.
    Tjaaa...und da hatten sie die Blutwerte dann erstaunlicherweise doch (erst hieß es ja "kommen Sie lieber erst in zwei Wochen, dass auch die Ergebnisse da sind")

    Und die sehen so aus: Ich habe im Blut keinerlei Kennzeichen einer Entzündung. Ich kenn mich mit diesen ganzen Faktoren, die da erhöht sein müssen, noch nicht so recht aus, auf jeden Fall meinte der Arzt, dass es bei mir erstaunlich sei, dass eben GAR NICHTS im Blut ist.


    Wurde auch noch mal ein Röntgenbild von der Lunge gemacht. Füße wurden auch geröngt, aber blöd wie ich bin hab ich gar nicht nach gefragt was da raus gekommen ist :o (Hände wurden schon im April/Mai geröngt von nem anderen Rheumatologen, der zwar nicht viel Ahnung hatte, aber immerhin sagen konnte, dass noch keine Gelenke geschädigt sind..
    Ansonsten wurde das schmerzende Knie per Ultraschall untersucht - keine Auffälligkeiten. Finger auch per Ultraschall - keine Ergüsse, aber geschwollen.

    Der Arzt hat dann auf seronegative rA getippt aber noch mal die Oberärztin dazugeholt, die meinte, dass es noch nicht sicher ist, könnten auch Kollagenosen sein....

    Mir wurde jetzt Coritson verschrieben, in der ersten Woche 15 mg das ich dann 6 Wochen nehme und halt langsam abbaue...oder wie hast du so schön gesagt Rosarot? "ausschleiche" :)
    Anbei mal ne Frage: Wie ist das bei euch? Hattet ihr ähnliche oder höhere Corison-Dosen..?

    Naja, aber was mich viel mehr beschäftigt ist mein Basismedikament, Methotrexat, das ist das, das ihr MTX nennt nicht? *sorry, kenn mich echt noch nich gut aus*

    Ich hab schon mal im Beitrag "MTX...mir hilfts" gelesen, hat mich wirklich beruhigt, weil ihr könnt mir glauben, nachdem ich das erste mal den Beipackzettel gelesen hab war ich am Heulen. :eek:

    Wie ist das denn bei euch mit den Untersuchungen? Weil man ja regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen muss/soll. Ich gehe nur einmal in der Woche zum Blutabnehmen bei meinem Hausarzt. Reicht das? Weil in dieser beunruhigenden Packungsbeilage stand irgendwas von Nierenfunktion testen, Rachen untersuchen, usw....*kreisch*:confused:

    Aber zugegebenermaßen: helfen tut das Cortison wirklich. Nehme es ja jetzt seit gestern abend, hab also schon insgesamt 20 mg geschluckt. Mein Knie schmerzt zwar immer noch, wenn ich es stark abknicke, ebenso manchmal die Schultern und die Hände/Finger sind auch noch nicht superbeweglich, aber immerhin sind die Finger beim Aufwachen nicht mehr extrem verkrümmt und ich krieg manche im Laufe des Tages schon annähernd grade...;)

    Oh ich seh schon, das wird wieder ein langer Beitrag...ich glaub ich lass es erst mal dabei, wird sicher noch viele Fragen an euch haben!
    Bis dahin euch allen nen schönen abend und noch mal danke für die lieben antworten!:D

    Eure Luccia
     
  10. knoeppie

    knoeppie Neues Mitglied

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    Hallo Luccia,

    am Anfang meiner Rheumakarriere war ich auch in der Rheuma-Ambulanz in München und es ging mir ebenso wie Dir, nachdem keine Entzündungswerte, Rheumafaktor, etc. im Blut zu finden waren, wurde ich ohne Diagnose nach hause geschickt, obwohl ich sowohl eine Schuppenflechte und eine Großtante mit Psoriasis Athritis hatte. Davon, dass es auch seronegatives Rheuma gibt, hatten die Ärzte, die sich zwar super viel Zeit nahmen und alles mögliche untersuchten, zumindest bei mir leider wohl noch nix gehört. Meine Werte waren und sind übrigens immer ganz unauffällig, es ist also nicht so außergewöhnlich, wie der Arzt behauptet hat.
    Na ja, ich bin dann von meinem Othopäden zu meinem jetzigen Rheumadoc (internistisch) verwiesen worden. der dann eine PSA feststellte. Seit mehr als 6 Jahren bin ich nun dort in Behandlung und ziemlich zufrieden. Er hat zwar nicht extrem viel Zeit, wenn man sich aber etwas vorbereitet und seine Fragen konsequent abarbeitet, ist man gut aufgehoben. Wenn Du magst, melde Dich per PN, dann kann ich Dir die Adresse mailen.

    MTX (=Methotrexat) nehme ich auch und bin damit gut zufrieden. Am Anfang musste ich auch jede Woche einmal zur Blutabnahme (glücklicherweise habe ich da noch studiert und konnte mir die Zeit einteilen), mittlerweile bin ich nur noch alle 2,5 Monate da.
    Die 15 mg Corti sind nicht besonders hoch, ich habe hier glaube ich sogar von Leuten gelesen, die mehr als das 10fache nahmen.

    Ansonsten kann ich mich nur meinen Vorgängern anschließen, man kann nur mit aber nicht gegen das Rheuma leben, so schwer das am Anfang auch fallen mag. Entgegen meiner damaligen Befürchtungen sitze ich außerdem noch nicht im Rollstuhl, kann Vollzeit arbeiten, habe Freund und Freunde, mache Sport und denke sogar, dass ich manchmal das Leben besser geniessen/würdigen kann als andere, weil ich eben um die große Bedeutung von Gesundheit und Schmerzfreiheit weiß.

    So, das war jetzt ein halber Roman, bin ins Schwatzen gekommen, sorry, einen schönen Tag noch

    Knoeppie
     
  11. KatzeS

    KatzeS Neues Mitglied

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    Hallo Luccia,

    ich habe auch etwa die gleiche Dosis bekommen, die ich jetzt schon bis auf 2,5 mg reduziert habe (geht aber grad irgendwie nicht weiter runter, sonst melden sich meine Gelenke). Mehr wollten mir meine Ärzte auch nicht geben, schon gar nicht über einen längeren Zeitraum, weil ich auch nicht soooo viel wiege (leicht unter Normalgewicht für meine Größe). Aber es hat auch erst nicht so viel geholfen wie früher. Daher habe ich dann eben auch MTX bekommen als zweites Basismedikament zu Sulfasalazin.
    Ich vertrage es ganz gut, habe keine Probleme am Tag nach dem MTX, wie viele hier. Zumindest nicht was Übelkeit oder extreme Müdigkeit angeht.
    Habe leider immernoch Probleme mit der Mundschleimhaut durch das MTX. Das ist aber nichts dramatisches, blos etwas unangenehm. Dafür nehme ich wie viele hier Folsäure. Eigentlich soll ich 5mg davon 24 Stunden nach dem MTX nehmen, aber das reicht irgendwie nicht aus. Ein oder zwei Tage später bekomme ich dann wieder Probleme mit einer empfindlichen und wunden Mundschleimhaut. Also nehme ich die Folsäure jetzt vorsichtig nach eigenem Ermessen ein, bis ich dann endlich nächste Woche mit dem Arzt sprechen kann, der jetzt so lange im Urlaub war.
    Aber ansonsten nehme ich das Zeug seit etwa 10 Wochen und es geht mir wirklich besser!

    Lg, KatzeS
     
  12. Luccia

    Luccia Neues Mitglied

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    Hallo....soo, wird auch mal wieder Zeit, hier zu schreiben :)

    Hab inzwischen auch n paar Tage mit Cortison hinter mir und zum ersten mal die mtx-tabletten genommen.

    Habs eigentlich (bis jetzt zumindest) relativ gut vertragen....hab zwar in den drei Tagen, die ich das Cortison nehm schon knapp vier Kilo abgenommen...aber naja, das empfinde ich jetzt nicht unbedingt als negativ :D

    Ansonsten hab ich seit gestern Hals-/Rachenschmerzen vom MTX und auch mein Magen tut manchmal weh...und ich bin ANDAUERND müde. Das geht jetzt noch ganz gut, da ich ja die Woche krank geschrieben bin, da lieg ich dann auch wirklich den ganzen Nachmittag auf der Couch und schlafe vor mich hin - frag mich nur wie das dann werden soll wenn ich wieder in der Arbeit bin...eigentlich hieß es ja, die Müdigkeit lässt nach wenn man MTX nimmt..:confused:

    @KatzeS: Das freut mich für dich, dass du mit MTX so gut klar kommst und es dir hilft! Da bekommt man doch immer wieder Hoffnung! ;)

    @knoeppie: Dann kommst du wahrscheinlich auch aus dem Raum München oder? Bei mir ist es halt immer n bisschen umständlich weil ich nicht direkt aus München komm und immer ne Stunde rein fahren muss....darf man fragen wie denn der Rheumadoc heißt, bei dem du jetzt bist? Weil ich hab im Moment nur die Klinik...der Rheumatologe in meiner stadt war ein sehr, sehr abschreckendes Beispiel!:mad:

    Schönen Abend noch! =)
     
  13. Luccia

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    PS:
    Was ich noch vergessen hab: wie lang darf es denn eigentlich dauern, bis die Schmerzen mit Cortison weg gehen? Das müssen sie doch (größtenteils zumindest) oder?
    Weil als ich mit den Cortis angefangen hab, gings mir eigentlich ziemlich bald besser, konnte die Finger wieder fast ganz aufmachen usw. aber jetzt spüre ich schon wieder so einen Schmerz in der Handfläche und den Fingern, der vor paar Tagen noch nicht da war? Aber wenn es jetzt nicht weggeht...dann doch erst recht nich wieder wenn ich die Cortison-Dosis senke? :eek:
    Kann es sein dass meine Entzündung praktisch schon "immon" gegen die Schmerzmittel wird? Oder bin ich einfach nur zu ungeduldig?

    Liebe Grüße!