Hallo miteinander
ich bin hier eigentlich nicht mehr, daher habe ich das jetzt erst gelesen.
Darauf muß ich antworten, auch wenn die Beiträge schon älter sind.
Bei Werten Ferritin ab 1000 ng/ml wirds in sofern "interessant", als dann ein Arzt durch Abwarten bis zu dieser Höhe eventuell seinem Patienten irreversible Organschäden und die Chance eines verfrühten Todes eingebracht hat!
Die "magische" Höhe von Ferritin 1000 ng/ml kommt daher, weil unter einem solchen Wert eine Leberzirrhose bei jungen Patienten und normalen Leberwerten unwahrscheinlich ist, wie sich in Studien zeigte. Daraus als Arzt den privaten Umkehrschluß zu ziehen, unter 1000 ng/ml keine Aderlaßtherapie einzuleiten, ist kurzum harmlos gesagt falsch.
(Vielleicht hat der Arzt auch einen Vortrag zu Eisenüberladung einer Medikamentenherstellerfirma gehört, die sich aber auf seltene Transfusionssiderosen nach Bluttransfusionen bezieht, da gilt aufgrund anderer Form der Eisenüberladung, daß ab Ferritin 1000 ng/ml eine für diesen Spezialfall medikamentöse Eisenentzugstherapie eingeleitet wird.)
Unterhalb dieser Grenze kann es kommen zu:
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Hämochromatose-Arthropathie (Gelenkbeschwerden, welche unabhängig vom Grad der Eisenspeicherung auftreten, eher degenerativer Natur sind, aber bei entzündlichem Verlauf einer
rheumatoiden Arthritis im Einzelfall ähneln können und es dabei immer wieder zu falschen Diagnosen kommt) Die Hämochromatose-Arthropathie kann einen Gelenkersatz nötig machen und beeinträchtigt die Lebensqualität bei solchem Ausmaß sehr.
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Lebererkrankungen, welche unterhalb von Ferritin 1000 ng/ml nach Aderlasstherapie meist wieder rückbildungsfähig sind.
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erhöhtem Risiko für verschiedene Infektionen mit verschiedenen bakteriellen "eisenliebenden" Erregern.
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verschlechtertem Therapieerfolg bei der medikamentösen Einstellung best. Erkrankungen wie z.B. bei Hepatitis C, Diabetes
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erhöhtem Krebsrisiko für verschiedene Krebsarten
Denn: Eisen im Übermaß ist toxisch.Daher:Unverantwortlich.
Genetische Hämochromatoseveranlagung ist
präventiv so gut zu behandeln, daß man eine
Eisenüberladung und Organschäden sicher verhindern kann.
Daher gehört sie auch präventiv behandelt durch die simple kostengünstige nebenwirkungsarme und dazu noch "natürliche" Behandlung mit Aderlässen, was die Standardtherapie bei erblicher Eisenüberladung ist.
Seelenruhig abzuwarten, bis die genetisch bedingte, von Geburt an vorhandene Mehranspeicherung von Eisen allmählich ungehindert so fortgeschritten ist, daß sie das Vollbild der Erkrankung wie irreversible Organschäden z.B. Leberzirrhose fabrizieren kann, davon hört man von Ärzten immer wieder und es wird dadurch nicht weniger haarsträubend, erst recht wenn der Rheumatologe noch dabei lacht. Übrigens ist es der Rheumatologe, bei dem die richtige Diagnose Hämochromatose laut einer amerikanischen Studie am meisten verpaßt wird....
Sich als Arzt nicht mit Hämochromatose auszukennen, ist keine Schande (da im Studium nur Vollbild kurz erwähnt und der schulmedizinische Standard Aderlaßtherapie nicht von Pharmareferenten beworben). Nicht an fachkundige Stelle weiterzuüberweisen oder sich nicht einfach kurz als unkundiger Arzt für seinen Patienten auf einer der Internetseiten der Eisenstoffwechselambulanzen zu belesen hingegen schon.
Bei näheren Fragen:
Zap nannte das Hämochromatose-Forum:
www.haemochromatose-forum.de
Herzliche Grüße
Inga