Hollo
@Possi,
leider ist es so, dass viele Ärzte sich nicht wirklich gut mit Hämachromatose (für die Mitlesenden: Eisenspeicherkrankheit - der Körper speichert alles an Eisen in den Organen ein, was er bekommen kann) und den Folgen bzw. Folgeerkrankungen auskennen. Allerdings sind die Zusammenhänge auch diffus und leider nicht definitiv ableitbar. Hämochromatose löst besonders ab dem mittleren Alter sehr häufig unter anderem massive Gelenkbeschwerden aus. Aber es kann auch, selbst wenn es mit regelmäßigen Aderlässen gut behandelt wird, verschiedene Autoimunerkrankungen auslösen. Typischer Weise häufig auch rheumatoide Arthritis.
Übrigens sollten die relevanten Blutwerte (Eisen, Ferritin und Transferrinsättigung) moglichst leicht unterhalb der sonst üblichen Normwerte sein. Ich mache 6 Aderlässe pro Jahr und halte die Werte damit im guten Bereich. Frauen verlieren ja noch Regelblut, deshalb kommen Sie meist mit etwas weniger Aderlässen aus, solange die Regel noch nennenswert stattfindet.
Auch andere Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenveränderungen, Lebervergrößerung, Probleme mit der Bauchspeicheldrüse und sogar Herzmuskelerkrankungen usw. können mit einer Hämochromatose in Zusammenhang gebracht werden. Dies gilt besonders dann, wenn sie erst spät diagnostiziert wurde, was bei den meisten der Fall ist. Das Eisen hat dann schon eine Menge Schaden im Körper angerichtet, was in der Regel auch kaum noch zu reparieren ist.
Possi, meine Finger und Füße sehen deinen ziemlich ähnlich. Die Schwellungen sind mal mehr und mal weniger, je nach Schub. Ich habe auch Tüpfennägel und wusste bisher gar nicht, dass es einen Namen dagür gibt. Ich dachte lange es wäre vielleicht Fusspilz oder eine Mangelerscheinung, aber auch die Nagelveränderungen gehören meist zu den Hämochomatosefolgen. Ich habe dazu noch jede Menge Rostflecken an den Füßen und Beinen.
Übrigens lassen sich die Tüpfennägel mit einer regelmäßigen Calziumnagellack-Beschichtung ganz gut in den Griff kriegen. Den gibt es im gut sortierten Drogeriemarkt.
Also ist auch bei dir der Zusammenhang mit der RA als typische Folgeerkrankung naheliegend, wenn auch leider nicht belegbar. Wenn ein Arzt den Zusammenhang nicht kennt, sollte er besser nochmal nachlesen. Ist ja keine Schande, auch Arzte wissen nicht alles auswendig.
Die Behandlungsweise, sprich Medikamente und sonstige Therapien ist bei der RA als Folge von Hämochromatose die gleiche wie ohne Hämochromatose als Auslöser. Es geht immer darum Gelenk- und Weichteilentzündungen so gut wie möglich zu unterdrücken, um die Gelenkzerstörungen best möglich aufzuhalten und Beschwerden zu reduzieren.
Liebe Grüße und gute Besserung wünscht Manoul
