Hallo,
ich wollte mal nachfragen, ob jmd. auch Blut im Urin hat.
Meine Tochter (13) spritzt seit 4 Jahren Enbrel und hat fast jedes Mal beim Rheumatologen Blut im Urin. (bitte nicht ins Kinderforum schieben- es gibt dort kaum Kinder die Enbrel nehmen-Danke)
Die Kontrolluntersuchung erfolgt meist erst 2-3 Wochen danach beim Kinderarzt wo der Morgenurin immer unauffällig ist , ( ich bekomme die Befunde erst so spät vom Rheumatologen zugeschickt -Beschwerde brachte auch nix)
Kennt jemand sowas?
Der Rheumatologentermin ist meist einen Tag nach dem spritzen und am späten Nachmittag.
Vielen lieben Dank!
Hallo MaNaNe,
ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass das "Blut im Urin" mit dem Enbrel ursächlich zusammen hängt.
Warum?
Höchst wahrscheinlich wird ein Urinstix gemacht, der nur semiquantitativ ist - das bedeutet, dass er nicht "Blut" nachweist, sondern rote Blutkörperchen, und das auch nur geschätzt; er sagt also erstens nicht zuverlässig etwas über das wahre Ausmaß und zweitens nichts über die Herkunft der Zellen.
Genau genommen wäre es - wenn er denn schon misst - Sache des Rheumatologen, die Ursache von Veränderungen des Urinbefunds auch zu reflektieren und ihr ggf. nachzugehen, was in den meisten Fällen die Brisanz aus der Sache nimmt und zur Entwarnung führt.
Das ist definitiv am leichtesten mit einer so genannten Urinmikroskopie zu bewältigen; einige Rheumatologen sind auch Nephrologen oder nephrologisch mit ausgebildet und tun sich damit leicht.
Andere haben die Möglichkeit, einen Nephrologen mit draufschauen zu lassen.
Sollte sich die Anwesenheit von roten Blutkörperchen nicht nur im Streifentest, sondern auch mikroskopisch bestätigen, ist eine Klärung immer angezeigt.
Bei rheumatischen Erkrankungen kommt eine Nierenbeteiligung (in welcher Form und bei welcher Erkrankung auch immer) in Frage; bei Mädchen und Frauen kommt - logisch - auch eine Verunreinigung in Frage, und last but not least kann auch ein Harnwegsinfekt oder eine Schleimhautreizung so etwas verursachen.
Wenn alle "einfachen" Fehler (kein Mittelstrahlurin bedeutet bei Frauen keine sonderlich gute Qualität der Urinprobe) und eine Herkunft aus den Nierenkörperchen (Mikroskop!) ausgeschlossen werden können und DENNOCH Blut im Urin ist (das heißt Mikrohämaturie), bleibt manchmal nur noch der Gang zum Urologen.
Kurze Zusammenfassung: erst "Blut im Urin" solide bestätigen, dann ggf. Ursache suchen und dagegen angehen!
Viel Glück dafür
