Guten Abend, Ixie

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hm, weißt du, es war so ... Ich bin mir da ein bisschen schäbig vorgekommen, um nicht zu sagen, fehl am Platz, wenn ich wegen ein paar Muskelproblemen, die anscheinend offensichtlich sind, und "sonstnix" zu einer Rheumatologin geh', ihre wertvolle Zeit beanspruche mit meinen Kinkerlitzchen ... Weil die Ärztin doch durchgehend von Muskelverspannungen sprach, hab' ich mich selbst nicht mehr ernst genommen. Da hab' ich dann Angst gehabt, ihr "auch noch zu kommen" mit Morgensteifigkeit und so weiter. Ich hatte das Gefühl, sie könnte dann denken, ich erzählte ihr "Geschichten". Da ist der Fehler natürlich bei mir zu suchen, ich bin mir mal wieder selbst im Weg gestanden. Ich hab' einfach noch zu viel kleben von früher, diese Diskussion haben wir ja hier schon mal geführt, von wegen Dissimulation und schlechte Kindheitserfahrungen und so weiter ..
Guck' mal, als ich ihr die täglich dicken Zehen zu erklären versuchte, die kleinen Dinger grad zum Untersuchungszeitpunkt aber eben nicht dick waren, hat die Ärztin natürlich weniger daran geglaubt; sie hat dann auch bzgl. der Gelenksschmerzen eine andere Erklärung als Rheuma herangezogen, weil sie bei der Untersuchung keine nennenswerten Schwellungen fand; und der Ruheschmerz wurde von ihr ja auch total logisch, nur eben anders als entzündlich erklärt. Natürlich ärgere ich mich darüber, dass ich es nicht einfach probiert habe, ihr die Morgensteifigkeit und die Psoriasis und alles zu schildern, ganz freiheraus.
Der Hund liegt wohl hier begraben: Ich habe mir in dem Moment selbst meine eigenen Symptome nicht mehr geglaubt. Als hätte mich die Rheumatologin davon überzeugt, dass sich nichts arg Auffälliges feststellen lasse, ich folglich eigentlich hier eher weniger zu suchen hätte (natürlich unterstelle ich ihr hier absolut keine bösen Absichten, das entstammt meiner Interpretation!). Und das ist mein altes Problem. Das war bis jetzt bei, ich denke, jeder ärztlichen Konsultation so. Ich glaube mir, wenn ich dort bin, selbst meine ganzen Symptomlisten nicht mehr. Ob ich sie nun auf einem Zettel stehen habe oder eben nicht.
Es ist gut möglich, dass ich deshalb manchmal die Schilderungen meiner Beschwerden dann nicht glaubhaft genug formuliere - es laufen ja unbewusst oft so minimal kleine Mikroprozesse in der (non)verbalen Kommunikation ab, die dann aber ein Gespräch maßgeblich zu gestalten imstande sind. Die Dissimulationstendenzen machen mich dann wieder zu diesem lächelnden, freundlichen Wesen, dem man den Schmerz einfach nur schwer glaubt. Vielleicht würde die mitgebrachte Symptom-Liste tatsächlich helfen, es ist mir aber auch oft genug passiert, dass sie mehr Schaden als Nutzen brachte. Darum lasse ich sie lieber weg.
Tja, schaut euch das an ... Da analysier' ich mich selber und pflück' mein Verhalten auseinander, und hadere mit meinem bedauernswerten Schicksal; dabei hätte ich es doch einfach bloß anders machen sollen. Selbstmitleid bringt jetzt überhaupt nichts. Ärgern auch nicht. Es ist, was es ist.
Hm. Ob es eine Möglichkeit gibt, der Ärztin nachträglich und vor allem glaubhaft zu erklären, dass ich da noch was anzumerken hätte? :vb_confused: Oder ist das eine denkbar schlechte Idee, was meinst du, Ixie? (Oder jemand von euch?)
ixie schrieb:
[…]und verlasse das Sprechzimmer erst wenn Du alle Punkte abgehakt hast
... Das, liebe Ixie, habe ich noch nie geschafft.
ixie schrieb:
Hast Du mal deinen Vitamin D Spiegel überprüfen lassen?
Ja, der ist auch chronisch erniedrigt, obwohl ich immer Wert darauf lege, viel an die Sonne zu gehen. Unterstützend nehme ich Vit-D-Tropfen.
ixie schrieb:
Unbedingt, bleibt doch spannend.
... Ich denke mir immer wieder in lichten Momenten, in denen ich über mich lachen kann (was gar nicht so selten ist

): Wenn ich's jetzt schon wüsste, wo blieben dann der Spaß und die Spannung?
In diesem Sinne: Auf eine fesselnde Fortsetzung der causa Bärücke! vb_biggrin Hab' wie schon so oft einen herzlichen Dank, liebe Ixie!
