So, jetzt erst mal zu dir, Diana

. (Übrigens: Ich find's so süß, dass du jede Frage mit einem Smiley extra gekennzeichnet hast ... Vielen Dank, das macht das Zurechtfinden leichter und den Leseprozess etwas bunter.. vb_biggrin)
Gleich am Anfang entschuldige ich mich für meine stets so unglaublich langen Beiträge. Ich weiß, wie mühsam das ist, sich einzulesen und da einen Überblick zu behalten. Es brennt mir so vieles auf der Seele ... Und ihr Armen müsst das ausbaden. :vb_redface: Nochmals bedanke ich mich bei euch dafür, dass ihr euch trotz diesen Ladungen an Text so viel Mühe gebt und Zeit nehmt, ihr lieben Foris!
Diana1278 schrieb:
Aber ist den gesichert, dass Du einen Bechterew hast?
Nönö, da ist eben leider überhaupt nichts gesichert. Weder Bechterew noch sonst irgendeine Spondylarthritis. Deshalb bin ich ja hier bei euch, weil das Eindeutige an der ganzen Geschichte auf sich warten lässt. Beziehungsweise fehlen mehr einige sogenannte "hard facts" im Diagnostikprozess. Die Symptome sind ihrerseits ja voll da.
Diana1278 schrieb:
Es gibt ja durchaus Spondyloartritiden, die mit anderen Krankheiten vergesellschaftet sind, wie z.B. dem Morbus Chron. Da Du ja diese Diagnose bereits hast, kann ich Deine Ärzte nicht verstehen, dass sie da nicht an einen Zusammenhang denken.
Ja, genau, diesen Crohn-SpA-Zusammenhang hatte ich eben schon im Vorfeld recherchiert. Ich dachte, ich höre nicht richtig, als ich zuerst meinen Crohn-Arzt (Internist) auf die Möglichkeit einer SpA ansprach und er nur mit dem Kopf schüttelte, nein, das könne gar nicht sein, und außerdem würde man das, wenn, auch nur symptomatisch behandeln, das sei absolut nix Schlimmes. (Klar, die Ursache kann man ja nicht behandeln, da unbekannt; aber das ist doch meines Wissens nach ein Kriterium von Autoimmunerkrankungen .... Auch hier würde ich dir zustimmen, Diana, beides sind Autoimmunprozesse.) Der Arzt wollte sich also entweder gar nicht damit auseinandersetzen ("Hören Sie auf zu suchen!"), oder ihm war der doch häufige Zusammenhang beider Erkrankungen in der Form nicht bekannt/bewusst.
Ich habe manchmal den Eindruck, die ÄrztInnen wissen um bestimmte Erkrankungen aus den zahlreichen Lehrbüchern und erkennen sie vielleicht auch in diesen Berichten wieder, aber wenn dann PatientInnen zu ihnen kommen und ihnen entsprechende Symptome schildern, blenden sie das Gelernte irgendwie aus. Ist wohl auch nur ein Schutzmechanismus. Oder Folge des altbekannten Rates während der Ausbildung, zuerst immer an das Allgemeine zu denken und dann an das Spezielle. Bloß knipsen sie das Spezielle dann oft komplett weg, so scheint mir. Und wenn dann die Symptome/Befunde auch noch unspezifisch sein sollten, wird's natürlich umso schwieriger.
Diana1278 schrieb:
Ich habe letzte Woche eine über 20-jährige Arztodyssee beenden können, so richtig ist das in meinem Hirn noch nicht angekommen.
Wenn es dir auch vielleicht komisch vorkommt - meine erste Reaktion, als ich das gelesen habe, war: Gott sei Dank weißt du jetzt Bescheid! Herzlichen Glückwunsch! ... Hoffentlich bist du mir nicht böse, wenn ich dich zum Ende deiner langen Reise gerne beglückwünschen möchte.

Ich sehe halt das Gute daran; jetzt kennst du den Namen dessen, was dich quält, du kannst was dagegen tun. 20 Jahre ......... Und was mich umso glücklicher macht:
Diana1278 schrieb:
Was mir bei meinem letzten (richtig guten
) Termin entgegenkam, habe ich nicht mehr für möglich gehalten: Verständnis, Offenheit, Hilfsbereitschaft, an meiner Situation zu arbeiten ohne wenn und aber und - trotz eingeschobenem Termin - es wurde sich Zeit genommen.
Das ist doch phantastisch! Ich freue mich so sehr mit dir, Diana, dass dich das Gute erreicht hat und du nun die Hilfe bekommst, die dir zusteht! Lange genug hast du dich plagen müssen und wurdest abgelehnt. Unglaublich. Dass es immer wieder dazu kommt, ist doch eine Gemeinheit:
Diana1278 schrieb:
Ich habe jede Menge Befunde, die bestenfalls unschlüssig sind, wegen denen mich viele Ärzte haben abblitzen lassen
Na toll; da schleppst du dann einen Rucksack voller Befunde mit dir rum, und im Zweifel schaden sie dir mehr, als sie dir nutzen.
Diana1278 schrieb:
Bist Du sicher, alle Befunde zu haben?
Ja, ich denke, ich habe soweit alle nötigen Befunde. Nun, die Entzündungswerte sind bei mir wenn, dann nur mäßig erhöht, auch während der Crohn-Schübe war da bis jetzt nichts Nennenswertes zu verzeichnen. Danke dir jedenfalls für diesen Hinweis! Oft genug hat man sich dagegen gesperrt, alle Befunde regelrecht herauszurücken. Tja - das deckt sich ja ziemlich mit deinen Erfahrungen. Hundsgemein, sowas. Und da rennst du im Kreis, bloß, weil dir ein ein hilfreiches Bausteinchen vorenthalten wurde. Wie viel von so einem Stück Papier abhängen kann! Das sollte es eigentlich nicht geben.
Diana1278 schrieb:
Hast Du schonmal Fotos von sichtbaren Erkrankungszeichen gemacht, die Dir aufgefallen sind (z.B. Schwellungen).
Das ist ein richtig guter Vorschlag. Nö, habe ich natürlich nicht ... Weißt du, mir ist lustigerweise schon öfter der Gedanke gekommen, das mal zu machen. Aber abgehalten hat mich immer der Gedanke, man werde sowieso auf solche Fotos keinen/kaum einen Wert legen und sich diese im Falle gar nicht erst anschauen. Doch eigentlich ist das nur nützlich, nicht zuletzt für mich selbst, meine eigene Dokumentation; oft ist es so, dass eben die sichtbaren Sachen auf wundersame Weise verschwunden sind, wenn man einen Arzttermin hat. Wie z.B. die Sache mit den Zehen: Am Morgen, also in der Zeit, zu der man normalerweise in Arztpraxen herumschwirrt, sind sie knochig und dünn wie immer, und am Abend, siehe da, sind auf wundersame Weise daraus zehn kleine Würstchen geworden. :vb_eek: Das wird heute mal geknipst. Vielen Dank! Auch hier war deine Erzählung wieder sehr hilfreich. Spannend, dass dir das tatsächlich helfen konnte mit den Fotos!
Diana1278 schrieb:
Hast Du schonmal daran gedacht, ein Schmerztagebuch zu führen?
Ja, vielen Dank, so etwas Ähnliches mache ich bereits seit Jahren. Zwar nicht so detailreich wie jetzt, aber auch ich kann in den Aufzeichnungen immer wieder Schübe erkennen. Manchmal waren das Crohn-Schübe (auch bei der Diagnostik hat mir das Aufschreiben viel geholfen, weil daraus die rezidivierenden Durchfall-Episoden klar hervorgingen), manchmal irgendetwas anderes (so Schwäche-Phasen, die ja vielleicht mit einer SpA zusammenhängen, aber auch mit anderen Organsystemen, die ich momentan abklären lasse), und manchmal ganz eindeutig Rückenschmerzen, die vor einigen Jahren das erste Mal sporadisch aufgetreten sind. Für die es manchmal eine plausible Erklärung gab (Sport, Umzug, ...). Aber immer öfter eben nicht. Lustigerweise fiel und fällt mir übrigens immer wieder auf, dass häufig der Bauch spinnt, wenn der Rücken spinnt, und umgekehrt. Ist das überhaupt möglich? ._.
Jaaa, auf meinen Recherche-Feldzügen bin ich da glaube ich sogar schon mal hingekommen. Danke! Eine wirklich tolle Sache, das. Bloß lebe ich richtig weit weg von dort, das wäre auch für mich eine kleine Weltreise. Mal gucken, ob es einen ähnlichen Service einer näher gelegenen Einrichtung gibt. Aber es stimmt schon, in der Verzweiflung nimmt man eigentlich vieles in Kauf.
Diana1278 schrieb:
Du siehst, es kann klappen. Man muss aber leider bereit sein "sich auch mal zum Affen zu machen"
, und sich nach so einem Termin immer wieder aufraffen. Ich habe auch nicht mehr daran geglaubt dieses Glück haben zu dürfen...
Aber du hast es dann doch tatsächlich erlebt, das Glück.

Und das macht Mut! (Für den Affentanz bin ich jederzeit bereit. :vb_cool
Diana1278 schrieb:
Soweit ich mich recht entsinne […] wurde das MRT ohne Kontrastmittel gemacht.
Nein, das wurde eigentlich schon mit Kontrastmittel gemacht; da war ich wohl nicht deutlich genug, entschuldige bitte...

Allerdings gibt es Einschränkungen bzgl. der Ausgangssituation: Ich musste ja erstens zuvor wegen der Kontrastmittel-Allergie einen hochdosierten Cortison-Stoß machen. Und zweitens hatte mir der Orthopäde ja immer wieder mal Cortison direkt in die Gelenke gespritzt; zuletzt etwa 2 Monate vor der Untersuchung. Erst dann wurde mir klar, dass das verfälschend, weil entzündungshemmend, wirken kann, und musste den Arzt in seiner munteren Spritzwut einbremsen. Ich weiß aber nicht, ob die spritzenfreie Zeit dann gereicht hat, die Entzündung, so sie besteht, wieder sichtbar werden zu lassen...
Diana1278 schrieb:
Du kannst ja mal hier in der Rheumatologenliste schauen oder starte mal einen Aufruf zwecks Suche nach Rheumatologen in Deiner Nähe...
Ich werde mich mal umhören, danke dir, Diana!
Diana1278 schrieb:
Aber was heißt denn da "gerne"? Da bin ich ja schon ein bischen platt. Niemand ist gerne krank.
Stimmt, da hast du vollkommen Recht. Nun. Auch hier war es ähnlich: In einem Krankenhaus wurde der (milde bis mäßige) Crohn diagnostiziert; danach empfahl mir der dortige Arzt, ans Krankenhaus in meiner Nähe zu wechseln (auch diese "Empfehlung" ist ein Kapitel für sich.). Aufgrund der massiven Darmbeschwerden verordnete man dort erst mal einen hochdosierten Cortisonstoß. Dann kam man auf die Idee, trotz Vorbefunden und gesicherter Diagnose eben Letztere zu überprüfen. Und fand - oh große Überraschung - fast nichts. Seitdem zweifelt man an der Crohn-Diagnose. Bis heute.
Tja, die lieben Mitmenschen ...
Diana1278 schrieb:
Man kommt sich irgendwie so blöd vor. Vor einigen Jahren habe ich mich schonmal in die reine Psychoecke stellen lassen (Therapeutin:"Das sind die Stellen, auf die Kinder immer geschlagen werden!"). Was anderes oder eine Kombination aus beidem wurde gar nicht in Betracht gezogen...
Och nöööö, das darf doch echt nicht wahr sein. Dass die Menschen immer denken, das Ganze sei psychosomatisch, also, die Psyche verursache die Beschwerden... Und natürlich, die Kindheit darf dann herhalten... Bei jedem Menschen kann man, denke ich, irgendwo andocken und alte Ängste etc. ausgraben. Aber dies dann als alleinige Ursache für die Symptome zu werten, das ist nicht in Ordnung. Und dass es genau andersherum sein kann, somatopsychisch - dass man einfach nicht mehr kann, weil man solche Schmerzen hat und nicht mehr weiß, was mit einem los ist ... Darauf kommt niemand. Oft hat man dann einen gefährlichen Stempel drauf, der es noch viel viel schwieriger macht, alles nochmal arg verzögert ... Weil es ist ja psychisch ....
Diana,
Diana1278 schrieb:
Jetzt lass Dich mal ganz fest und vorsichtig drücken
Nicht aufgeben. Auch wenn das bei einer wiederholten Odyssee alles andere als leicht ist.
ich danke dir sooooo so fest für deine Worte! Das ist so heilsam ...

Und da kann ich nur positiv, zuversichtlich sein. Und grinsen wie ein Lebkuchenpferdchen ... vb_biggrin
... Jetzt bin ich aber müde ... Und ihr wahrscheinlich auch, vom Lesen ... deswegen gibt's jetzt erst mal eine Verschnaufpause.
Ich danke euch!

Bis bald,
.Bärücke