@Triene
Hallo Triene, zu beginn der RA ist das alles ziemlich verunsichernd, das geht wohl allen so, aber es gibt leider keine Generallösung für deine Beschwerden. Viele brauchen Jahre bis sie überhaupt eine Diagnose bekommen, weil RA sehr individuelle Ausprägungen hat und sich bei jedem/jeder etwas anders darstellt.
Ich habe seit 16 Jahren die Diagnose seropositive RA und habe im Lauf der Zeit die gängigsten Medikamete (Med.) aller Med.-Gruppen durch. Bei mir dauert es oft mehrere Monate um zu beurteilen ob ein neues Med. hilft oder vertragen wird. Ich geb mir immer 3-4 Monate um zu beurteilen ob es mit dem neuen Med. besser wird. Oft ist das garnicht so leicht zu beurteilen. Wichtig sind dabei natürlich die Laborwerte, die üblicher Weise alle 3 Monate bestimmt werden sollten.
Manche Med. helfen schnell und sehr gut, aber die Laborwerte spielen nicht mit oder es gibt andere nicht akzeptable Nebenwirkungen. Andere Med. brauchen etwas länger bis eine Wirkung eintritt, helfen dann aber eventuell ganz gut.
Es ist ein mitunter langwieriges Ausprobieren und wenn dann eine gut funktionierende Medikation gefunden ist, heisst das noch lange nicht, dass das dann auch auf Dauer so bleibt.
Ziel ist es immer die Zerstörung der Gelenke aufzuhalten und die Lebensqualität best möglich zu erhalten.
Hast du schon eine Rheuma-App?
Da kannst du regelmäßig deinen Gesundheitsstaus eingeben und dir die Entwicklung als Verlaufskurve anzeigen lassen. Das hilft ungemein den Krankheitsverlauf auch über Monate hinweg gut zu beurteilen und kann auch für behandelnde Ärzte sehr informativ sein.
Um sich an ein Leben mit RA zu gewöhnen braucht es vor allem Geduld. Verbesserungen stellen sich oft sehr langsam ein und es gibt viele Faktoren, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Krankheitsaktiität auswirken können.
Für mich ist Stress und zu wenig Schlaf immer sehr kontraproduktiv. Für andere spielen Ernährung oder körperliche Belastung eine große Rolle.
Jahreszeiten, Wetter und Temperatur sind auch echte Einflussfaktoren, die ganz losgelöst von der Medikation einen großen Unterschied bei der Krankheitaktivität machen können.
Ich hatte und habe auch immer wieder Probleme mit schmerzlich geschwollenen Fingern zu tun. Linderung brachte mir immer Bewegung der betroffenen Gelenke unter Wärmeeinfluss z. B. heisses Wasser oder ein Kirschkerkissen. Mit der richtigen Med. wurde es bei mir aber meistens deutlich besser und die Schwellungen sind viel weniger.
Was mir in der Vergangenheit insgesamt sehr geholfen hat, waren mehrwöchige Rehakuren. Mal aus dem Alltag herauszukommen und sich nur noch auf sich selbst zu konzentrieren tut gut. Dann noch in Kombination mit optimaler Ernährung, gut dosiertem, geeignetem Sport und Entspannungsübungen, das hat mir immer für eine ganz Weile sehr gut getan und man lernt auch jedesmal etwas mehr über die Krankheit und kann sich mit anderen Betroffenen austauschen.
Was grundsätzlich hilft, ist wenn man sich selber gut mit der Erkrankung auskennt und bei den Ärzten mitreden kann und ein weing selber die Therapie steuert. Auf Arztbesuche sollte man immer gut vorbereitet sein und sich vorher schon Gedanken machen, was im Idealfall bei dem Termin passieren soll. Ich mache mir immer einen Zettel mit einer logischen Abfolge an Fragen die ich gern stellen möchte und mache mir im Gespräch auch Notizen, um nicht direkt alles wieder zu vergessen.
Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld und gute Ärzte.
Liebe Grüße und gute Besserung wünscht Manoul
